Wiedereinführung der Meisterpflicht „Das Handwerk  erwartet Respekt für seine tägliche Arbeit“

© André Wirsig

Wiedereinführung der Meisterpflicht „Das Handwerk erwartet Respekt für seine tägliche Arbeit“

Handwerkskammer-Präsident Jörg Dittrich zu den Aussagen der Monopolkommission

25.01.2019

Mit Blick auf die veröffentlichten Bedenken der Monopolkommission zur Wiedereinführung der Meisterpflicht in einigen Handwerken erklärt Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden:

„Die Haltung der Kommission sorgt für große Irritationen im ostsächsischen Handwerk. Jetzt, wo die Wiedereinführung einer Meisterpflicht in einzelnen Handwerken politisch in die Nähe gerückt ist, werden plötzlich vermeintliche Bedenken über Markteintrittsbarrieren geäußert. Wo waren diese Wissenschaftler, als Ich-AGs nach dem Kahlschlag in der Handwerksordnung 2004 die Märkte stürmten? Ein Großteil dieser Ich-AGs verfügte nur über mangelnde Qualifikationen, störte mit niedrigen Preisen das Marktgefüge und bildete nicht aus. Familienunternehmen wurden damit gefährdet, betriebliche Strukturen in Existenznot gebracht.

Auf welcher Grundlage bewertet die Kommission beispielsweise die Bauschäden, die der Volkswirtschaft durch fehlende Qualifikation und Inkompetenz entstanden sind? Auch diese Zahlen müssen in solche Betrachtungen einfließen.

Sechs Millionen Handwerkerinnen und Handwerker in Deutschland erwarten Respekt für ihre tägliche Arbeit. Qualität hat ihren Preis. Wir wünschen uns, dass die Monopolkommission gerade für Aussagen zur Fachkräfteausbildung ihren Elfenbeinturm verlässt und sich mit der betrieblichen Realität befasst. Diese Realität kann man jeden Tag beim Handwerker in der Nachbarschaft erleben.“