Kohleausstieg: Handwerkskammer Dresden warnt vor Wortbruch der Politik

© André Wirisig

Kohleausstieg: Handwerkskammer Dresden warnt vor Wortbruch der Politik

Präsident Jörg Dittrich mahnt: „Die Strukturentwicklung in der Lausitz muss vor dem Kohleausstieg passieren.“

14.01.2020

Im Vorfeld des angekündigten Kohle-Gipfels und der bevorstehenden Verabschiedung
des Gesetzentwurfes zum Kohleausstieg mahnt Jörg Dittrich, Präsident
der Handwerkskammer Dresden, die Beteiligten noch einmal beim
Thema Kohleausstieg die wirtschaftliche Entwicklung der Region nicht aus
dem Blick zu verlieren.

Handwerkskammer-Präsident Jörg Dittrich: “Die Schaffung von neuen Möglichkeiten
der Wertschöpfung - und zwar vor dem Ausstieg aus der Kohle - hat
oberste Priorität für die Lausitz.“


Das Versprechen der Politik, dass die Strukturentwicklung dem Kohleausstieg
vorangehen müsse, dürfe nicht in Vergessenheit geraten. „Bricht die Politik
dieses Versprechen, die Strukturentwicklung dem Kohleausstieg voranzuschalten,
werden wir einen nachhaltigen Vertrauensverlust in der Region haben.
Das ist nicht nur ein schlechtes Vorzeichen für Neuansiedlungen, sondern
auch ein Schlag für unsere Bestandsunternehmen, die an die Region
glauben und seit Jahren für die wirtschaftliche Entwicklung der Lausitz kämpfen“,
ergänzt der Präsident der Handwerkskammer Dresden. Diese Überlegungen
müssten auch bei der Entscheidung von Abschaltungen in den jeweiligen
Revieren berücksichtigt werden.


“Bei der Strukturentwicklung müssen wir auf allen Ebenen zusammenarbeiten”,
äußert sich Dittrich, auch mit Blick auf den sich abzeichnenden EU-Energiewendefonds,
weiter. “Um den Strukturwandel für die Region nachhaltig zu
gestalten, müssen die bereits heute in der Lausitz ansässigen Unternehmen
mitgenommen werden. Ohne die Einbeziehung von Mittelstand und Handwerk
ist eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung für die Lausitz nicht realisierbar.”
Die Wirtschaftskammern in der Region setzten sich schon seit Monaten bei
der politischen Ebene für eine verbindliche und zielgerichtete Finanzierung
der Strukturentwicklung, die Förderung und Entlastung bestehender Unternehmen
und die zeitnahe Umsetzung der von der Kohlekommission ausgehandelten
Vorschläge ein.


Zur Information: Die Handwerkskammer Dresden, deren Kammerbezirk die
Landkreise Bautzen, Görlitz, Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und
die Landeshauptstadt Dresden umfasst, vertritt die Interessen von
22.186 Mitgliedsbetrieben. Mehr als 16.000 dieser Handwerksbetriebe sind im
ländlichen Raum beheimatet. In den Landkreisen Görlitz und Bautzen gibt es
rund 9.000 Handwerksbetriebe.

 

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