Dringender Handlungsbedarf: Vollversammlung fordert „Pakt zur Stärkung der dualen Ausbildung“

© André Wirsig

Dringender Handlungsbedarf: Vollversammlung fordert „Pakt zur Stärkung der dualen Ausbildung“

Dittrich: „Lehrerverbeamtung löst Probleme im Ausbildungssystem nicht“

23.03.2018

Am 9. März legte die sächsische Staatsregierung ein Handlungsprogramm zur Lehrerverbeamtung über 1,7 Milliarden Euro vor. Damit soll dem Lehrermangel und den daraus resultierenden Fehlentwicklungen im Schulsystem des Freistaates entgegengewirkt werden. „Das kann jedoch allenfalls ein erster Schritt sein“, so Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden. „Eine deutliche Stärkung der Oberschulen und der dualen Ausbildung, der es dringend bedarf, ist auf Landesebene bisher nicht in Sicht.“

Daher beschloss die Vollversammlung der Handwerkskammer Dresden auf ihrer gestrigen Sitzung die Forderung nach einem „Pakt zur Stärkung der dualen Ausbildung“. Dieser sieht die folgenden sieben Punkte vor:

1.     Wirksame Stärkung der Oberschulen

2.     Paradigmenwechsel in der Wahrnehmung und im Image der Oberschulen als Talentschmiede für die Wirtschaft

3.     Verabschiedung einer klaren Zeitschiene für die Umsetzung der im Schulgesetz vorgesehenen Berufsschulnetzplanung, die sich nicht an Legislaturperioden und Regierungsamtszeiten orientiert

4.     Sicherung einer flächendeckenden Berufsorientierung in Sachsen unter Einbeziehung der Wirtschaft

5.     Verstärkung der Förderung der Bildungsstätten des Handwerks, insbesondere durch die energetische Sanierung

6.     Sicherung einer nachhaltigen Finanzierung der überbetrieblichen Lehrunterweisung auch über den Zeitraum der aktuellen Förderperiode hinaus

7.     Duale Ausbildung mit Abitur als Entwicklungsweg für künftige Fach- und Führungskräfte des sächsischen Handwerks etablieren und einen verbindlichen zeitlichen Rahmen dafür definieren

„Mit Blick auf die gerade von Ministerpräsident Michael Kretschmer gezogene Bilanz über die ersten 100 Tage seiner Amtszeit ist es uns wichtig, aufzuzeigen, wo weitere große Baustellen im Bildungssystem liegen, die dringend von der Regierung angegangen werden müssen“, so Dittrich. „Das ostsächsische Handwerk steht bereit, mit der Politik dazu in den vertieften Dialog zu treten.“

Hintergrund:

Die Vollversammlung bildet das oberste Beschlussorgan der Handwerkskammer Dresden. Sie besteht aus 39 Mitgliedern – 26 Arbeitgebern und 13 Arbeitnehmern – und ist für fünf Jahre gewählt.

Die Handwerkskammer Dresden vertritt die Interessen von rund 22.300 Handwerksbetrieben sowie etwa 125.000 Beschäftigten und etwa 5.100 Lehrlingen im Kammerbezirk Dresden. Zu diesem gehören die Landeshauptstadt Dresden sowie die Landkreise Bautzen, Görlitz, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.