Rückblick Trainingscamp Selbstständigkeit 2026: Mach’s selbst. Mach’s richtig. Pack’s an!

Raus aus dem Alltag, rein in die Zukunft

Zwei Tage voller Ideen, spannende Gespräche, neue Perspektiven und Motivation: Beim „Trainingscamp Selbstständigkeit 2026“ der Handwerkskammer Dresden trafen sich am 24. und 25. April 2026 insgesamt 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Bärwalder See, um sich intensiv mit dem Thema Gründung und Unternehmensübernahme im Handwerk auseinanderzusetzen.

Zwischen Workshops und Austausch wurde schnell klar: Selbstständigkeit beginnt nicht erst mit der Gewerbeanmeldung – sondern bereits vorher mit Klarheit, Mut und Menschen, die gemeinsam anpacken und sich unterstützen.

Mit Kurs auf Selbstständigkeit: Intensiv-Workshop für Talente

Ideen entwickeln, statt nur darüber zu reden

Das Trainingscamp wurde ganz bewusst nicht als klassisches Seminar mit langen Vorträgen organisiert. Stattdessen ging es darum, selbst aktiv zu werden, Fragen zu stellen, Gedanken auszutauschen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

In den Workshops standen die Themen Ideenfindung, Kreativität, Marke & Branding, Finanzierung sowie Selbst- und Zeitmanagement im Mittelpunkt. Besonders wertvoll war dabei der offene Austausch untereinander. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachten bereits erste Geschäftsideen mit, andere suchten noch Orientierung – alle arbeiteten gemeinsam an ihrer persönlichen Roadmap für den Weg in die Selbstständigkeit.

Dabei wurde deutlich: Gründen funktioniert nicht allein.

Kreativität braucht Mut

Einen wertvollen Impuls setzte der Workshop von Saskia Brosius Creative Rebel. Mit kreativen Methoden, Perspektivwechseln und viel Energie zeigte sie, wie wichtig es ist, Ideen nicht kleinzureden, sondern ihnen Raum zu geben.

Denn oft steckt der erste Schritt zur Selbstständigkeit genau dort: im Mut, den eigenen Gedanken zu vertrauen und neue Wege zuzulassen.

"In jedem steckt mindestens ein Fünkchen Kreativität, das Überspringen und uns den Weg zu neuen und unendlichen Möglichkeiten weisen möchte."

Saskia Brosius // Master of Creativity and Innovation

Neben Kreativität und Geschäftsideen ging es im Trainingscamp auch um die praktischen Grundlagen einer erfolgreichen Selbstständigkeit. In den Workshops zu Marketing, Fördermöglichkeiten und Zeitmanagement wurde schnell klar: Eine gute Idee allein reicht nicht – entscheidend ist, wie man sichtbar(er) wird, finanziell sicher agieren kann und sich strategisch ausrichtet.

Sichtbarkeit braucht Klarheit

Im Bereich Marke & Branding zeigte Claudia Matthes vom Studio Kniften, wie wichtig Klarheit und Wiedererkennungswert für junge Unternehmen sind. Gemeinsam wurde erarbeitet, wie aus einer Idee eine authentische Marke entstehen kann, die Kunden anspricht und Vertrauen schafft.

„Gründerinnen im Handwerk stehen um einen Tisch, beugen sich über Karten, diskutieren, lachen, widersprechen. Was hier entsteht, ist kein klassischer Workshop-Moment, sondern ein gemeinsamer Denkraum, in dem Klarheit erarbeitet wird.“

Claudia Matthes // Experience- and Brand-Design

Wachstum braucht Unterstützung

Im „Förderforum“ erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wertvolle Einblicke in Förderprogramme und Finanzierungsmöglichkeiten. Besonders der offene Austausch mit den Experten der Volksbank, SAB und Bürgschaftsbank half dabei, Unsicherheiten abzubauen und die ersten Schritte realistischer einzuschätzen.

Egal ob Förderung, Marketing oder Personalführung - alle Gründerinnen und Gründer werden von den betriebswirtschaftlichen Beratern der Handwerkskammer Dresden tatkräftig unterstützt. (Kasten Hinweis Berater/ Verlinkung Beratungsteam - Handwerkskammer Dresden)

Erfolg braucht Wertschätzung

Wer gründet übernimmt Verantwortung - für viele Bereiche gleichzeitig. Umso wichtiger ist es, Prioritäten zu setzen, Strukturen zu schaffen und bewusst mit der eigenen Zeit umzugehen. Nicht um mehr zu arbeiten, sondern um die richtigen Dinge zur richtigen Zeit anzugehen. Und vor allem, um auf sich selbst ausreichend aufzupassen. Guido Michels geht in seinem Workshop zum Zeitmanagement auch auf die Themen Selbstreflexion, Nein-Sagen können und die Wichtigkeit von ausreichend Schlaf ein und trifft damit vermeintlich den Nagel auf den Kopf. Seinen Input endet er mit den Worten: Ihr seid stark!

„Mit sich selbst muss man täglich ganz besonders liebevoll umgehen. Schließlich teil man sein ganzes Leben mit sich.“

Guido Michels // Coachin – Meditation - Training

Selbstständigkeit braucht Teamgeist

Als ein besonderes Highlight wird wohl allen Teilnehmenden der Besuch der Lausitzer Füchse in der Eisarena Weißwasser im Gedächtnis bleiben. Zwischen Kabinen, Eisfläche und VIP-Raum wurde deutlich, wie eng der Profisport mit erfolgreichem Unternehmertum verbunden ist.

„Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden.“

Dirk Rohrbach // Geschäftsführer EHC

Ein Satz, der nicht nur im Sport gilt, sondern auch im Unternehmensalltag. Kommunikation, Offenheit und gegenseitige Unterstützung sind entscheidend.

Auch das Thema Mitarbeiterführung spielte bei den Teilnehmenden eine große Rolle. Wie nehme ich Menschen mit? Wie schaffe ich Vertrauen? Und wie entsteht echte Motivation im Team? Die Teilnehmer diskutierten intensiv darüber, wie wichtig klare Kommunikation ist, das ehrliche Erklären von Wieso, Weshalb und Warum. Denn sobald vor Entscheidungen ständig ein „Aber“ gesetzt wird, entsteht Unsicherheit im Team.

Mitarbeiter sollen nicht einfach funktionieren, sondern das Gefühl bekommen, Teil des Betriebes zu sein. Genau daraus entsteht oft der entscheidende Schwung in der Leistungsfähigkeit eines Unternehmens.

Themen wirken und Ideen wachsen lassen

Eine ausgewogene Mischung aus intensivem Arbeiten und entspannter Atmosphäre machte das Trainingscamp am größten See Sachsens wirklich besonders. Zwischen den Workshops, Gesprächen und neuen Eindrücken blieb auch Zeit, für Selbstreflexion und „eine Nacht darüber zu schlafen“.

Platz für den individuellen Austausch bot sich in den aktiven Pausen, bei der Pizza am Abend oder bei der Bootsfahrt mit der Bärwalder Seelust.

Ehrliche Einblicke statt Hochglanzgeschichten

Besonders spannend es während der Bootsfahrt auf dem Fahrgastschiff Bärwalder Seelust. Dort berichteten die Jungunternehmerinnen Maria Pätzold & Sophia Wappler (Confiserie Vergissmeinnicht), Jungunternehmer Maximilian Fritsche (Elektro Fritsche) und Werner Nicosia (MeisterWerk Dohna – Meisterbetrieb für KFZ und Boote) aus dem Handwerk offen über ihren Weg in die Selbstständigkeit - inklusive Rückschläge, Unsicherheiten und schwierige Entscheidungen.

Ein Satz von Maria Pätzold Confiserie Vergissmeinnicht blieb vielen besonders im Gedächtnis:
„Wenn man ständig die Schulden im Hinterkopf hat und deshalb nicht mehr ruhig schlafen kann, dann ist die Selbstständigkeit vermutlich nicht das Richtige.“

Ehrlicher kann man Unternehmertum kaum beschreiben. Denn Gründen bedeutet nicht nur finanzieller Erfolg und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, sondern auch Verantwortung, Risiko und die Fähigkeit, mit Herausforderungen umzugehen. Gerade diese Offenheit machte den Austausch so wertvoll.

Zwei Tage, die Mut gemacht haben und mehr Sicherheit bieten

Das Trainingscamp Selbstständigkeit hat gezeigt, dass Gründung weit mehr ist als Businesspläne und Zahlen.
Vielen Dank an alle Dozenten, Jungunternehmer*innen und vor allen unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihren Entschluss, im Handwerk zu gründen.

Genau darum ging es an diesen zwei Tagen am Bärwalder See: Die eigenen Segel setzen – und den Kurs Richtung Zukunft aufnehmen.

Impressionen vom Trainingscamp Selbstständigkeit 24. bis 25. April 2026