Umweltallianz Sachsen informiert zur Produktzertifizierung Holz


Umweltallianz Sachsen informiert zur Produktzertifizierung Holz


Termin: 17.05.2018 14:00 bis 16:30 Uhr
Ort: TU Dresden, Fachrichtung Forstwissenschaften, Hörsaal J1, Pienner Straße 19, 01737 Tharandt

Die Informationsveranstaltung der Partner der Umweltallianz Sachsen am 17. Mai 2018 soll Sächsischen Unternehmen hilfreiche Informationen zum Thema Produktkettenzertifizierung bieten, Fördermöglichkeiten sowie die mit der Zertifizierung verbundenen Marktchancen aufzeigen und einen Überblick über die rechtlichen Anforderungen und deren Hintergründe geben.

Diese Thematik wird zunehmend für Unternehmen des Holzhandwerks, wie Tischler-, Dachdecker- und Zimmereibetriebe Bedeutung erlangen.

Beschaffungserlass für Holzprodukte

Ziel der Bundesregierung ist es, mittels des Beschaffungserlasses Holzprodukte aus nachhaltiger und legaler Waldbewirtschaftung weltweit zu fördern sowie eine Verwendung solcher Holzprodukte im Rahmen der öffentlichen Beschaffung zu gewährleisten.

Zur Nachweisführung hinsichtlich der Vorgaben des Erlasses zur Beschaffung von Holzprodukten muss der Bieter mittels einer Eigenerklärung durch das Formblatt „Erklärung zur Verwendung von Holzprodukten“ bei Abgabe des Angebots erklären, in welcher Form der erforderliche Nachhaltigkeitsnachweis vorgelegt wird. Der entsprechende Nachweis (CoC-Zertifikat oder geprüfter Einzelnachweis) muss dann nach Zuschlag und vor Einbau des Holzes bzw. der Holzprodukte dem öffentlichen Auftraggeber im Original vorgelegt werden.

Daraus ergeben sich auch für einen Teil der Unternehmen des Holzhandwerks und weitere Wirtschaftsakteure in der Produktkette neue Anforderungen- insbesondere bei der Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen des Bundes oder von Bundesländern mit gleichlautenden Regelungen.

Der am 6. Oktober 2017 veröffentlichte „Gemeinsame Leitfaden zum Gemeinsamen Erlass zur Beschaffung von Holzprodukten vom 22. Dezember 2010“ gibt Möglichkeiten vor, wie holzbe- und -verarbeitende Betriebe eine nachhaltige Holzherkunft nachweisen können.

Hintergrundinformationen zu FSC- und PEFC-Zertifikaten

Im Rahmen des Beschaffungserlasses für Holzprodukte werden von der Bundesregierung folgende Zertifizierungssysteme für Waldbewirtschaftung und Holzprodukte ausdrücklich genannt: Forest Stewardship Council (FSC) und Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC).

Um entlang der Lieferkette sicherzustellen und zu dokumentieren, dass Produkte, die das FSC- oder PEFC-Label tragen, auch tatsächlich aus den entsprechenden nachweislich nachhaltigen Rohstoffen hergestellt wurden, können holzbe- bzw. holzverarbeitende Unternehmen eine FSC- oder PEFC-Produktkettenzertifizierung (englisch: Chain-of-Custody [CoC]) bekommen. Dazu muss jedes Unternehmen in der Produktkette ein bestimmtes innerbetriebliches Verfahren, gemäß den CoC-Standards von FSC oder PEFC, aufbauen und unterhalten, das sicherstellt, dass FSC- oder PEFC-zertifizierte Materialien jederzeit identifizierbar bleiben. FSC- oder PEFC-zertifizierte Unternehmen sind berechtigt, die zertifizierten Produkte mit dem entsprechenden Label auszuzeichnen.

Sowohl bei FSC als auch PEFC können sich holzbe-/holzverarbeitende Unternehmen einzeln zertifizieren lassen (Einzelzertifikat), aber auch zu Gruppen zusammenschließen (Gruppenzertifikat).

FSC und PEFC bieten zudem eine sogenannte Projekt-Zertifizierung an, die auf der jeweiligen CoC-Zertifizierung der Systeme basiert. Sie ist für komplexe Vorhaben vorgesehen, bei denen PEFC-/FSC-zertifizierte Materialien und Produkte Verwendung finden.

Ansprechpartner

Dr. Andreas Hübner
Technische Beratung Schwerpunkt Energie und Umwelt

Telefon: 0351 4640-936
Fax: 0351 4640-34936
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