Kunsthandwerk in der Lausitz sichtbar machen – Auftakt für Europäischen Tage des Kunsthandwerks 2026

Rückblick des Auftaktfrühstücks vom 26.09.2025

Wie können wir das Kunsthandwerk in der Lausitz für die Europäischen Tage des Kunsthandwerks (ETAK) 2026 noch sichtbarer machen?

Mit dieser Frage sind wir am 26. September in den Tag gestartet. Der Rahmen dafür hätte passender nicht sein können: das sorbische Kulturzentrum in Schleife, ein Ort, an dem Tradition, Sprache und Handwerk lebendig sind.

Schon beim gemeinsamen Frühstück zeigte sich: Das Thema bewegt viele. Zwischen frischem Kaffee und lebhaften Gesprächen entwickelten sich Ideen, die weit über den Morgen hinausreichen werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen ins Gespräch über das, was das Kunsthandwerk stark macht und was es braucht, um auch in Zukunft sichtbar zu bleiben.

Im Zentrum standen vier Fragestellungen:

1. Sichtbarkeit und Information

Wie erreichen wir Menschen rechtzeitig mit den richtigen Informationen, damit sie die ETAK kennen, finden und daran teilnehmen?

Kooperationen mit Museen, Vereinen und polnischen Partnern sowie kreative Plakataktionen stärken die Sichtbarkeit und das öffentliche Bewusstsein. Gemeinsame Aktionen und persönliche Einladungen, etwa zum „Tag des offenen Ateliers“, schaffen Nähe. Ein Newsletter könnte Interessierte auf dem Laufenden halten. Stadt, Land und Medien unterstützen die Reichweite. Da der Begriff „ETAK“ vielen unbekannt ist, wäre eine Ergänzung zum Logo mit einem erklärenden Untertitel wie „Kunsthandwerk entdecken“ sinnvoll.

2. Nachfolge und Wissenstransfer

Wie kann das Wissen erfahrener Handwerkerinnen und Handwerker auch dann weitergegeben werden, wenn keine direkte Betriebsnachfolge gelingt?

Um junge Menschen für das Handwerk zu begeistern, könnten Ferienangebote und Hobby-Praktika erste Einblicke geben und spielerisch Interesse wecken. Workshops, Schauwerkstätten und Projekte in Schulen oder Kitas laden dazu ein, das Handwerk aktiv zu erleben und eigene Talente zu entdecken. Orte wie der Erlichthof Rietschen können dabei als lebendige Lern- und Begegnungsräume dienen. Durch die Zusammenarbeit mit Vereinen, Touristikinformationen und dem EGZ-Denkmalpflegejahr entsteht ein starkes Netzwerk, welches das Handwerk sichtbar und erlebbar macht.

3. Teilnahme und Motivation

Wie können wir (sorbische) Kunsthandwerker motivieren, bei den ETAK mitzumachen, und ihnen den Einstieg erleichtern?

Persönliche Ansprache auf Märkten wie dem Ostereiermarkt schafft Vertrauen und Nähe. Als Gemeinschaftsprojekt von HWK, IHK und Wirtschaftsförderung ermöglicht die ETAK eine koordinierte Ansprache über Multiplikatoren. Sorbische Kunsthandwerker werden über authentische Kanäle wie sorbische Medien, die Domowina oder zweisprachige Materialien erreicht. Wichtig sind sichtbarer Mehrwert, geeignete Präsentationsräume und ein einfaches, mobilfreundliches Anmeldetool.

4. Erreichbarkeit und Mobilität

Wie können wir sicherstellen, dass Besucherinnen und Besucher auch abgelegene Werkstätten erreichen?

Shuttlebusse, Kutschfahrten, geführte Rad- und Wandertouren oder Mitfahrhaltestellen erleichtern den Zugang zu den Werkstätten. Broschüren, Karten und Wegweiser erhöhen die Orientierung vor Ort. Durch Zusammenarbeit mit Gemeinden, regionalen Netzwerken sowie Partnern in Polen und Tschechien können neue Besuchergruppen gewonnen werden. Fördermittel und Kooperationen mit Touristenführern unterstützen die Umsetzung.

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Was besonders deutlich wurde: Die Energie, mit der die Beteiligten über ihre Arbeit sprechen und die Bereitschaft, gemeinsam neue Wege zu gehen. Ideen wie Ausbildungs-Schauwerkstätten, Ferienangebote für Jugendliche oder eine stärkere Präsenz in sorbischen Medien zeigen, dass in der Lausitz eine große Vielfalt und Begeisterung vorhanden ist.

Diese Schwerpunkte zeigen deutlich, wo Chancen liegen – aber auch, wo es konkrete Unterstützung braucht. Unter dem Motto „Kunsthandwerk sichtbar machen – Betriebe vernetzen – gemeinsam gestalten“ werden aus den Ergebnissen Maßnahmen abgeleitet, die die Handwerkskammer Dresden bei der Bewerbung gezielt umsetzen kann.

Ein besonderer Dank gilt allen Teilnehmern, die diesen Auftakt mitgestaltet haben und unseren Partnern Kreative Lausitzmit Claudia Matthes sowie dem sorbische Projekt SorbIT mit Saskia Brosius, die diese Diskussionen mit viel Engagement begleitet haben.

Ihre Einladung zu den Europäischen Tage des Kunsthandwerks 2026

Wenn Sie Ihr Kunsthandwerk sichtbar machen möchten, laden wir Sie ein, Teil der Europäischen Tage des Kunsthandwerks 2026 zu werden. Sie können Ihre Werkstatt öffnen und Einblicke in Ihr Können geben oder selbst andere Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker besuchen und die Vielfalt entdecken.

Die Anmeldung startet am 1. Oktober 2025 unter www.kunsthandwerkstage.de.

Wir sind überzeugt: Gemeinsam können wir das Kunsthandwerk in der Lausitz nicht nur bewahren, sondern mit neuer Kraft in die Zukunft tragen.

Impressionen

© Projekt Sorbit - Shawn Bartsch