Zukunftspreis – Handwerksbetrieb des Jahres

© André Wirsig

Zukunftspreis – Handwerksbetrieb des Jahres

Zukunftspreis 2019 geht an Vitrinen- und Glasbau Reier GmbH aus Lauta

Ehrungen auch für die Deutschmann und Schöne GbR aus Wilsdruff und die Stamos + Braun Prothesenwerk GmbH aus Dresden

 

Ob im Pariser Louvre oder im New Yorker Metropolitan Museum of Arts –
betrachten Besucher dort Ausstellungsstücke, sehen sie auch sächsische Handwerkskunst. Für viele der Schätze hat die Vitrinen- und Glasbau Reier GmbH aus Lauta (Landkreis Bautzen) die perfekte Umgebung geschaffen.

Beim heutigen Sommerfest der Handwerkskammer Dresden wurde das Unternehmen von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Schirmherr des Wettbewerbs, und Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden, vor den mehr als 400 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft mit dem „Zukunftspreis – Handwerksbetrieb des Jahres 2019“ ausgezeichnet. Platz zwei erreichte die Deutschmann und Schöne GbR – auch bekannt als „dieMeisterTischler“ – aus Wilsdruff (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge). Dritter wurde die Stamos + Braun Prothesenwerk GmbH aus Dresden. Insgesamt hatten sich 18 Handwerksbetriebe aus Ostsachsen um die Auszeichnung beworben.

Sieger: Vitrinen- und Glasbau Reier GmbH aus Lauta

Wurden bei der 1988 gegründeten Vitrinen- und Glasbau Reier GmbH einst Glasecken, Messestände und Ladeneinrichtungen auf einer Fläche von 400 Quadratmetern produziert, entstehen heute Vitrinen jeglicher Dimension auf rund 7.000 Quadratmetern. Dabei hat sich der Lausitzer Familienbetrieb, der in zweiter Generation von Uwe Reier, Sohn des Unternehmensgründers Volker Reier, geführt wird, auf die Entwicklung, Herstellung und Montage von Museums- und Ausstellungseinrichtungen, insbesondere von Vitrinen, spezialisiert. Unikate nach Kundenwunsch sind das Steckenpferd der Vitrinen- und Glasbau Reier GmbH, die zu 80 Prozent international agiert. Museen, Universitäten und Bibliotheken von Hongkong bis nach Doha am Persischen Golf vertrauen den Handwerkskünsten der 110 Mitarbeiter aus Lauta. Egal wo – die Sachsen bauen vor Ort alles auf.

Handwerkskammer-Präsident Dittrich hob hervor: „Die Vitrinen- und Glasbau Reier GmbH ist ein Paradebeispiel, wie das regionale Handwerk mit Innovation, individueller Fertigung und höchster Qualität internationale Märkte erobern kann.“ Wichtig war ihm zugleich zu betonen: „Umfangreiche Forschungsaktivitäten und Produkt-Weiterentwicklungen – zurzeit etwa in den Themenbereichen Klimatisierung und Kleben – sind ein weiterer Grundstein des Erfolges. Ebenso wie die kontinuierliche und konsequente Weiterbildung der Mitarbeiter.“ Die Vitrinen- und Glasbau Reier GmbH zeige, wie Mitarbeitergewinnung und -bindung in Zeiten von Fachkräftemangel gelingen könne.

In Lauta arbeiten neben deutschen auch polnische, französische und russische Mitarbeiter. Sie decken insgesamt zwölf Sprachen ab. Zur Nachwuchssicherung gehören seit 25 Jahren die Ausbildung von Lehrlingen, Angebote für Betriebspraktika, Kooperationen mit Schulen in der Region sowie der Hochschule Zittau-Görlitz im Rahmen des KIA-Studiums.

Ministerpräsident und Schirmherr Kretschmer lobte mit Blick auf die drei Erstplatzierten, aber auch auf alle weiteren Bewerber: „Das Handwerk hat eine lange Tradition in Sachsen - und eine gute Zukunft. Weil es hier unglaublich viele engagierte Frauen und Männer gibt, die ihr Handwerk verstehen. Die Bewerbungen um den Zukunftspreis und die Verleihung des Preises heute zeigen das auf eindrucksvolle Weise. Sie alle stehen für Innovationen und zukunftsorientiertes Handeln, für Können und Leidenschaft. Respekt und herzlichen Glückwunsch!"

Platz 2: Deutschmann und Schöne GbR aus Wilsdruff

2003 gründeten die beiden Tischlermeister Nico Deutschmann und Mario Schöne die Deutschmann und Schöne GbR, heute besser bekannt unter dem Namen „dieMeisterTischler“. Mit ihren 13 Mitarbeitern, darunter vier Azubis, erschaffen sie hochwertige Möbel, Inneneinrichtungen und Außenmöblierungen. Das Spektrum der Handwerker ist breit gefächert: Es reicht von der individuellen Gestaltung eines einzelnen Möbelstücks bis hin zu ganzheitlichen Inneneinrichtungen. Auf Yachten sind die Arbeiten der Meistertischler ebenso zu finden wie in Neubauten und alten Villen, in Privathäusern wie auch in gewerblich genutzten Immobilien.

Für die Konstruktion setzt das Unternehmen auf ein 3D-Programm, das die eingespeisten Daten direkt an die CNC-Maschinen weiterleitet. Überhaupt sind die Meistertischler sehr technikaffin – da wo es ihrem Handwerk nutzt:

Weil der Einsatz von Virtual Reality den Kunden die Möglichkeit bietet, ihre künftigen Möbel und deren Funktionalität bereits im Vorfeld zu testen, erprobten sie den Einsatz von Virtual-Reality-Brillen. Auch beim Thema BIM (Building Information Modeling), also der digitalen Planung und Vernetzung aller relevanten Daten eines Bauwerks, ist das Unternehmen Vorreiter. Um Auftragsschwankungen entgegen zu wirken, haben die Wilsdruffer seit kurzem ein neues, eigenes Produkt im Portfolio: Nach fünfjähriger Entwicklungsarbeit haben die Handwerker Pavel Plus an den Start gebracht. Dabei handelt es sich um ein modulares Pavillonsystem, welches aus einem Grundmodul besteht und beliebig um andere Module wie Wände, Türen, Dächer und Böden erweitert werden kann. Aufgrund seiner Flexibilität und Komplexität entstehen so unendliche Nutzungsmöglichkeiten. Pavel Plus war nominiert für den Sächsischen Staatspreis für Design 2018.

Platz 3: Stamos + Braun Prothesenwerk GmbH aus Dresden

2013 gründeten Orthopädietechnikermeister Christoph Braun und der gelernte Zahntechniker Alexander Stamos das Handwerksunternehmen, dem heute zwölf Mitarbeiter angehören. Inzwischen bestellen Kunden aus der ganzen Welt Silikonprothesen bei den Dresdnern. Der internationale Erfolg ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer konsequenten Ausrichtung des Unternehmens von Anfang an: Mit Auftritten auf Messen weltweit, einer mehrsprachigen Website, Veröffentlichungen sowie einer Unterarmprothese, in der ein Plastikgoldfisch schwimmt, erregten die Sachsen Aufmerksamkeit über die Fachkreise hinaus.

Heute betreut die Stamos + Braun Prothesenwerk GmbH zwei Krankenhäuser in Saudi-Arabien, hat Geschäftskunden u. a. in Australien und Russland und begrüßt Privatkunden aus aller Welt in ihren Räumen in der Dresdner Johannstadt. Etwa ein Drittel des Umsatzes erwirtschaftet der Betrieb im Ausland. Die optisch naturgetreue Darstellung der menschlichen Haut auf den Prothesen ist eines der Steckenpferde des Unternehmens. Die Silikonspezialisten von Stamos + Braun sind in der Lage jeden Hautton und jeden Hauttyp nach den Bedürfnissen der Patienten abzubilden.

Die beiden Geschäftsführer setzen konsequent auf Innovationen. Bei der Forschung und Entwicklung arbeitet das Unternehmen mit der TU Dresden sowie dem Leibnitz- und dem Fraunhofer-Institut zusammen. Mehrere Studenten haben ihre Abschlussarbeiten Kooperation mit Stamos + Braun geschrieben, um Teilbereiche der Orthopädietechnik zu verbessern. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der TU Dresden und einem Innovationsassistenten wurden der 3D-Druck von Silikonen und eine neuartige Prothesenhand entwickelt. Stamos + Braun ist es als erstem Unternehmen gelungen, die robusten und stark viskosen, hochtemperaturvernetzten medizinischen Silikone zu drucken. Der Vorteil ist, dass die Prothesen reproduzierbar sind und bis zu 40 Prozent weniger wiegen. Damit sind die Dresdner Vorreiter ihrer Branche

Hintergrund: „Zukunftspreis – Handwerksbetrieb des Jahres“

Seit 2012 zeichnet die Handwerkskammer Dresden Unternehmen mit dem Zukunftspreis aus, die sich durch intelligente Konzepte bei der Nachwuchssicherung, der Bindung von Fachkräften und dem innovativen Einsatz neuer Technologien hervortun. Teilnahmeberechtigt sind alle Handwerksbetriebe aus dem Kammerbezirk Dresden, die seit mindestens zwei Jahren wirtschaftlich erfolgreich am Markt tätig sind. Der Preis ist mit 3.000 Euro für den Sieger sowie 1.000 Euro für den zweiten Platz und 500 Euro für den Drittplatzierten dotiert. In diesem Jahr beteiligten sich 18 Handwerksbetriebe aus Ostsachsen am Wettbewerb, seit 2012 haben insgesamt knapp 150 Unternehmen ihre Bewerbungsunterlagen eingereicht. Die Schirmherrschaft hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer inne.

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Referentin für Wirtschaftsförderung

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Rückblick auf den Zukunftspreis 2018

Rückblick auf den Zukunftspreis 2018

Auszeichnung der Compact Kältetechnik GmbH durch Ministerpräsident Michael Kretschmer © André Wirsig

2018 bewarben sich 20 ostsächsische Unternehmen aus 16 verschiedenen Handwerksberufen um den "Zukunftspreis - Handwerksbetrieb des Jahres" der Handwerkskammer Dresden. Die Compact Kältetechnik GmbH aus Dresden, die seit dem Jahr 2004 auch im erzgebirgischen Scharfenstein einen Standort hat, erhielt den Preis insbesondere für ihr besonderes Engagement im Bereich der Mitarbeitergewinnung. Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden, hob hervor: „Mit kontinuierlicher Ausbildung, regelmäßiger Weiterbildung der Mitarbeiter auf Basis eines internen Qualitätsspiegels und berufsbegleitender Qualifizierung der Mitarbeiter, etwa zum Meister, zeigt die Compact Kältetechnik auf herausragende Art und Weise wie moderne Mitarbeitergewinnung und -bindung heute aussehen sollte.“

Die ebenfalls für die Endrunde nominierten Unternehmen Preuß Gesunde Schuhe GmbH aus Görlitz und Grötschel GmbH aus Bernsdorf im Landkreis Bautzen wurden mit Anerkennungspreisen ausgezeichnet.

Ministerpräsident Michael Kretschmer, der Schirmherr des Zukunftspreises 2018, betonte: „Die ausgezeichneten Unternehmen stehen beispielhaft für die Innovationskraft im sächsischen Handwerk und für eine vorausschauende Unternehmensführung, zu der auch die Einbindung der Mitarbeiter sowie eine gute Aus- und Weiterbildung gehören.“

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Rückblick auf den Zukunftspreis 2017

Rückblick auf den Zukunftspreis 2017

Das Führungsteam der Beschriftungstechnik Frank Gärtner - Gewinner des "Zukunftspreis Handwerksbetrieb des Jahres 2017" der Handwerkskammer Dresden © André Wirsig

2017 bewarben sich erneut 25 Unternehmen aus 20 verschiedenen Handwerksberufen um den "Zukunftspreis - Handwerksbetrieb des Jahres" der Handwerkskammer Dresden.  Die Firma Beschriftungstechnik Frank Gärtner aus Glaubitz im Landkreis Meißen errang die begehrte Auszeichnung für ihre demografiefeste Unternehmensstrategie.

Die Edelstahlverabreitung Schmitt aus Taubenheim/Spree im Landkreis Bautzen und die Dresdner Backhaus GmbH - Ihre Backmanufaktur gehörten zu den zwei weiteren Finalisten, die im Rahmen des Sommerfestes der Handwerkskammer Dresden am 12. Juni 2017 im Beisein des Schrimherren über den Zukunftspreis, Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, mit Anerkennungen gewürdigt wurden.

"Der Zukunftspreisträger und die zwei weiteren Finalisten sind allesamt Beispiele guter Praxis für vorausschauende betriebliche Anpassungsprozesse an die demografische Entwicklung", so Jörg Dittrich, Präsdent der Handwerkskammer Dresden.

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Rückblick auf den Zukunftspreis 2016

Rückblick auf den Zukunftspreis 2016

Gewinner des Zukunftspreises 2016 ist die SPS Schiekel Präzisionssysteme GmbH aus Dohna © André Wirsig

2016 bewarben sich 25 Unternehmen aus 17 verschiedenen Handwerksberufen um den "Zukunftspreis - Handwerksbetrieb des Jahres". Gewinner des Zukunftspreises 2016 ist die SPS Schiekel Präzisionssysteme GmbH aus Dohna. Die Feinwerkmechaniker aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge überzeugten durch zukunftsgewandte Maßnahmen im Bereich der Ausbildung von Lehrlingen, der Gewinnung-, Motivation- und Bindung von Fachkräften sowie bei der Anpassung an sich wandelnde Märkte und Zielgruppen. Insbesondere bei der Integration von ausländischen Fachkräften ins Handwerk hat das Unternehmen große Erfolge vorzuweisen.

Die PEWO Energietechnik GmbH, Elsterheide, sowie die HTS Haustechnik & Service Dresden GmbH zählten zu den weiteren Finalisten der Wettbewerbsrunde 2016.

„Der diesjährige Preisträger und die nominierten Unternehmen sind Leuchttürme ihrer Zunft, deren Strahlkraft weit über die Grenzen des Kammerbezirks Dresden hinaus reicht“, so Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden.

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