Rückblick: Zukunft im Handwerk gestalten

Workshop „Meine Zukunft im Handwerksbetrieb“ mit Tischler-Azubis am BSZ in Weißwasser

Am 20. Mai 2026 durften wir mit den Auszubildenden im Tischlerhandwerk am Beruflichen Schulzentrum Weißwasser einen besonderen Workshop gestalten. Unter dem Titel Meine Zukunft im Handwerksbetrieb“ stand dabei vor allem eines im Mittelpunkt: die jungen Menschen selbst – ihre Stärken, Wünsche und Perspektiven im Handwerk.

In 90 Minuten wurde sich intensiv darüber ausgetauscht, wie der Übergang vom Auszubildenden zum Gesellen gelingen kann und welche Chancen sich jungen Fachkräften heute bieten. Die Teilnehmenden setzten sich mit ihren persönlichen Zielen auseinander und reflektierten, was ihnen für ihre berufliche Zukunft wirklich wichtig ist.

Dabei ging es unter anderem um folgende Themen:

  • Wie geht es mir in meinem aktuellen Arbeitsumfeld?
  • Was macht einen guten Handwerksbetrieb für mich aus?
  • Welche persönlichen Stärken bringe ich ein und wie kann ich selbstbewusst in Verhandlungs- und Bewerbungsgespräche gehen?
  • Welche Karrierewege stehen mir im Handwerk offen und kann ich mir vorstellen, einen Handwerksbetrieb zu gründen oder zu übernehmen?

Besonders interessant war der offene und ehrliche Austausch über die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Handwerk, insbesondere in der ländlich geprägten Lausitz.

Impressionen

Exkurs

Das Handwerk spielt eine zentrale Rolle für Beschäftigung, Ausbildung und regionale Wertschöpfung in der Lausitz. Im Zuge des Strukturwandels durch den Braunkohleausstieg eröffnen sich neue Chancen, gleichzeitig stehen viele Betriebe vor Herausforderungen wie Fachkräftemangel, steigenden Kosten und der Unternehmensnachfolge. Rund 30 % der Handwerksbetriebe müssen in den kommenden Jahren eine altersbedingte Übergabe bewältigen, während geeignete Nachfolger*innen oft fehlen. Zudem erfordern Digitalisierung, Automatisierung und veränderte Erwartungen jüngerer Generationen an Arbeit und Führung eine kontinuierliche Anpassung. Die Zukunftsfähigkeit des Handwerks wird daher maßgeblich davon abhängen, wie aktiv die Betriebe diesen Wandel gestalten.

Als „Hausaufgabe“ sollte jeder Auszubildende einen Brief an sich selbst schreiben. Das soll den Teilnehmenden ermöglichen, an ihren persönlichen Zielen, Wünschen und Gedanken für ihre Zukunft festzuhalten – eine Art Erinnerung daran, den eigenen Weg bewusst zu gestalten und die eigenen Möglichkeiten nicht aus dem Blick zu verlieren.

„Die Zukunft des Handwerks lebt von jungen Menschen, die ihre Stärken kennen und mutig ihren eigenen Weg gehen.“

Anna Noack // Betriebsberaterin // Handwerkskammer Dresden

Wir nehmen mit, dass es im Alltag nicht immer einfach ist und die Entlohnung unbedingt angemessen angepasst werden sollte. In den Gesprächen wurde deutlich, dass ein gutes Miteinander und eine wertschätzende Kommunikation für viele Auszubildende eine zentrale Rolle spielen. Besonders positiv bleiben uns die Leidenschaft und das Interesse der Auszubildenden für ihr Handwerk in Erinnerung. Das hat uns noch einmal mehr verdeutlicht, wie wertvoll die jungen Menschen sind, die in der Region bleiben oder zurückkehren und sich aktiv einbringen wollen. Wir waren überrascht, wie verantwortungsbewusst und optimistisch die jungen Menschen trotz aller gesellschaftlicher Umstände und handwerkspolitischen Herausforderungen sind.

Wir bedanken uns deshalb besonders herzlich bei allen Teilnehmenden für ihre Offenheit, die ehrlichen Gespräche und die aktive Mitarbeit. Es war positiv zu erleben, mit wie viel Engagement, Reflexionsvermögen und Motivation die zukünftigen Fachkräfte ihren Weg im Handwerk gestalten werden.

Vielen Dank auch dem BSZ Weißwasser für die Möglichkeit zur Durchführung des Workshops. Sehr beeindruckt waren wir von den modernen Bedingungen und der jungen Lehrerschaft.