Mit klaren Worten meldet sich die Handwerkskammer Dresden in der aktuellen Debatte um die Zukunft der sächsischen Berufsschulen und mögliche Verlagerungen aus dem ländlichen Raum zu Wort.
„Fachkräfte werden überall gebraucht, gerade auch im ländlichen Raum. Wer Ausbildung in die Ballungszentren zieht, zieht jungen Menschen Perspektiven aus der Fläche ab“, betont Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden. „Das Handwerk steht klar für die Beibehaltung des Wohnortprinzips. Dieses Prinzip ist kein ‚Detail‘ der Planung – es ist eine Gerechtigkeitsfrage zwischen Stadt und Land und ein Stabilitätsanker für die duale Ausbildung. Es sichert Ausbildungsstandorte im ländlichen Raum, erhält die Erreichbarkeit für Jugendliche und stärkt die regionale Bindung.“
Ausbildungsstandorte im ländlichen Raum bedeuten für die jungen Menschen kürzere Schulwege, weniger Kosten und weniger Zeit verbringen zu müssen im Auto, im Bus oder in der Bahn. Zudem verbleiben die Lehrlinge eher in ihrem bekannten sozialen Umfeld. Dies alles sind Faktoren, die nachweislich über Ausbildungserfolg und Motivation mitentscheiden.
In einem Brief an das Sächsische Kultusministerium, die Fraktionsvorsitzenden der im Landtag vertretenen Parteien sowie an das Landesamt für Schule und Bildung hat die Handwerkskammer Dresden ihre Position deutlich gemacht. „Gerade weil die Ergebnisse der Evaluation der Berufsschulnetzplanung zeitnah erwartet werden und anschließend die Fortschreibung ansteht, braucht es jetzt politische Klarheit statt Nebelkerzen und Schnellschüsse“, heißt es im Schreiben. „Ein gleichwertiges Angebot beruflicher Bildung in Stadt und Land ist Grundvoraussetzung, damit Betriebe ausbilden und Jugendliche sich für eine Ausbildung entscheiden.“
In Vorbereitung auf die in diesem Jahr anstehende Fortschreibung des Teilschulnetzplanes für die berufsbildenden Schulen führt das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK) aktuell eine Evaluation durch.
