Um die wirtschaftliche Situation der Handwerksbetriebe besser analysieren zu können, führt die Handwerkskammer zweimal jährlich (Frühjahr und Herbst) eine Unternehmensbefragung unter rund 3.000 eingetragenen Mitgliedsbetrieben durch.
Die Ergebnisse werden als Konjunkturbericht der Handwerkskammer Dresden veröffentlicht. Außerdem fließen diese Ergebnisse in den sächsischen Konjunkturbericht ein, der vom Sächsischen Handwerkstag herausgegeben wird.
Die Handwerkskonjunktur bewegt sich weiterhin seitwärts, selbst das einsetzende Frühjahr vermag keine messbaren positiven Impulse zu setzen. Das Geschäftsklima des ostsächsischen Handwerks verschlechtert sich im Vorjahresvergleich auf 104 Punkte. Das sind drei Punkte weniger als im Frühjahr 2025 und derselbe Wert wie in der Frühjahrskonjunktur 2024.
Nur ein Drittel der Betriebe sehen ihre momentane Lage als gut an, während 22 Prozent wirtschaftliche Probleme melden. Dies stellt die schlechteste Geschäftslage seit dem Frühjahr 2010 dar. Die verschlechterte Geschäftslage zeigt, dass sich die gesamtwirtschaftlichen Probleme auf immer mehr Teile des Handwerks ausdehnen.
Die Erwartungen für das kommende Quartal sind verhalten. Nur 17 Prozent erwarten eine Verbesserung ihrer Geschäftslage, während 19 Prozent eine Verschlechterung ihrer Situation absehen. Die Betriebe glauben also mehrheitlich, dass sich der aktuelle Seitwärtstrend weiter fortsetzt.
Die Stimmung in den meisten Handwerksbranchen hat sich im Vorjahresvergleich verschlechtert. Besonders die Ausbauhandwerke und die Kfz-Handwerke, welche immer noch relativ gute Geschäftsklimawerte vorweisen können, sehen bedeutende Verschlechterungen. Auch bereits krisengeschüttelte Branchen wie das Bauhandwerk sehen eine weitere, wenn auch etwas moderatere, Verschlechterung ihres Geschäftsklimas.
Eine gewisse Stabilisierung der Stimmung sieht man in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf. Sie werden dennoch weiterhin schwer von der Krise des produzierenden Gewerbes getroffen und erreichen nur ein Geschäftsklima von 99 Punkten. Schlusslicht sind, wie bereits im letzten Jahr, die Gesundheitshandwerke, die besonders unter Bürokratie und zu geringen Leistungsvergütungen leiden.