Bei Verträgen mit Verbrauchern gelten besondere Regeln. Das Widerrufsrecht ist die in der Praxis wichtigste Besonderheit. Dieses Recht erlaubt es Verbrauchern, einen Vertrag ohne Angabe von Gründen rückgängig zu machen.
Wann haben Verbraucher ein Widerrufsrecht?
Das Bestehen eines Widerrufrechts hängt von verschiedenen Umständen des Einzelfalls ab. So ist es von Bedeutung:
- wie – also auf welchem Weg – der Vertrag geschlossen wird (z.B. telefonisch) oder
- wo (z. B. auf der Baustelle) der Vertrag geschlossen wird.
Ein Widerrufsrecht besteht:
- nach § 312b BGB bei außerhalb der Geschäftsräume des Unternehmers geschlossenen Verträgen
- nach § 312c BGB bei Fernabsatzverträgen - ausschließlich per E-Mail, Telefon, SMS, WhatsApp, Brief... zustande gekommen
Dieses vermeiden Sie:
- Verträge nicht außerhalb von Geschäftsräumen abschließen
- durch: Vertragsunterzeichnung in den Geschäftsräumen
- Verträge nicht auf dem Fernabsatzweg schließen
- durch: Termin vor Ort beim Kunden oder Vertragsunterzeichnung in den Geschäftsräumen
Hinweis: Die Beweisleist trägt der Unternehmer.(nachweisliche Dokumentation)
Verbraucher ist gemäß § 13 BGB jede natürliche Person, die einen Vertrag zu einem Zweck abschließt, der weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden kann. Kurz: jede Person, die zu privaten Zwecken mit ihren privaten Mitteln ...
Dies umfasst auch:
- Vermögensverwalter, Investoren, Rechtsanwälte, Wohnungseigentübergemeinschaften mit wenigstens einem Verbrauchermitglied, wenn sie ausschließlich privat handeln
Beispiel eines außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Vertrages
Der Kunde ruft an und erbittet ein Angebot.
Der Unternehmer fährt zum Aufmaß zum Kunden und erstellt direkt ein Angebot, welches der Kunde unmittelbar annimmt.
Welche Folgen hat eine unterbliebene oder nicht ordnungsgemäße Belehrung?
Volle Leistung – keinerlei Ausgleich durch Wertersatz, ggf. Rückzahlung erhalten Abschlagszahlungen