Handwerkskammer Dresden legt Grundstein für neues Bildungszentrum

© André Wirsig

Handwerkskammer Dresden legt Grundstein für neues Bildungszentrum

Für knapp 40 Millionen Euro entsteht bis 2019 eine der modernsten Aus- und Weiterbildungsstätten Sachsens

12.06.2017

Die Zukunft ist unsere Baustelle – dieses Motto der Imagekampagne des Handwerks nimmt die Handwerkskammer Dresden auf. Bis Frühjahr 2019 entsteht auf einem circa 20.500 Quadratmeter großen Grundstück genau gegenüber der Kammer in der Dresdner Albertstadt ein neues Bildungszentrum. Der Grundstein für den Neubau wird am heutigen Nachmittag im Beisein von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Sabine Hepperle, Leiterin der Abteilung Mittelstandspolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, im Rahmen des Sommerfestes der Handwerkskammer Dresden gelegt.

Die Kosten für den Bau liegen inklusive Grundstückserwerb bei knapp 40 Millionen Euro. Rund 14,9 Millionen Euro werden durch den Bund und 3,7 Millionen Euro durch den Freistaat Sachsen gefördert. Die restliche Summe stemmt das ostsächsische Handwerk aus Eigenmitteln.

„Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung sind ein zentrales Anliegen des Handwerks. Dafür bedarf es auch der entsprechenden Qualität und Modernität der Ausbildungsstätten. Darüber wollen wir nicht nur reden, sondern uns entsprechend zukunftsfest aufstellen“, erklärt Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden.

Der Neubau des Bildungszentrums in Dresden bedeutet auch den Umzug des bisherigen Standortes Großenhain und aller dort ansässigen Mitarbeiter in die Landeshauptstadt. „Es ist Wunsch des Handwerks im Zuge der Modernisierung die Bildungsstätten an einem Standort zu konzentrieren“, so Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden. „Zudem hat eine 2009 in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie ergeben, dass ein Verbleib am akut hochwassergefährdeten Standort Großenhain, der bereits bei der Flut 2002 und erneut 2013 betroffen war, nicht wirtschaftlich ist.“ Eine Sanierung oder ein Neubau in Großenhain wäre kostenintensiver gewesen als der Neubau in Dresden.

Wichtig ist der Handwerkskammer Dresden beim Neubau auch die Einzellosvergabe: „Eine Vergabe an einen Generalübernehmer kam für uns im Sinne des regionalen Handwerks und Mittelstandes überhaupt nicht in Frage“, betont Dittrich, der sich immer wieder gegen die GÜ-Vergabe u. a. durch die Landeshauptstadt Dresden ausgesprochen hat. Im Rahmen des Neubaus erfolgt die Auftragsvergabe in rund 65 Einzellosen.

Zahlen und Fakten zum Neubau des Bildungszentrums

Über 6.100 Quadratmeter werden für die Aus- und Weiterbildung im Neubau zur Verfügung stehen. Auf dieser Fläche finden sich u. a. rund 30 Werkstätten für die Bereiche Metallbearbeitung, Elektrotechnik, Sanitär, Heizung und Klima, sowie für die Schweiß- und Kunststofftechnik plus die erforderlichen Prüflabore der Metalltechnik. Mit vier werkstattnahen Unterrichtsräumen, den in Werkstätten integrierten Lerninseln und zwei großen zentralen Seminarräumen werden neue Standards in der dualen Aus- und Weiterbildung gesetzt.

Künftig werden hier u. a. die Berufe Metallbauer, Klempner, Elektrotechniker oder Installateur und Heizungsbauer ihr Meisterstudium absolvieren. Die Schweißtechnische Lehranstalt – aktuell noch auf die Standorte Großenhain und Dresden verteilt – wird im Neubau vereint und unter modernsten Bedingungen ausbilden können.

Das Herzstück wird ein Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, das zur Darstellung besonderer energetischer Situationen, aber auch von Neuheiten bei Material und Technologien dient. Hier sollen Sicherheits- und Gebäudetechnik demonstriert und neue Lehrgänge für die Praxis erprobt werden. Durch die zentrale Lage im Gebäude und die großzügige Verglasung des Schulungs- und des Demonstrationsraumes werden direkte Einblicke ermöglicht.

Darüber hinaus wird sich auf weiteren knapp 1.200 Quadratmetern ein modernes Konferenzzentrum mit Videosplittwand, versenkbarer Bühne sowie Veranstaltungs- und Lichttechnik erstrecken.

Zeitschiene auf dem Weg zum Neubau

Im Jahr 2009 hatte die Vollversammlung der Handwerkskammer Dresden mit dem Beschluss zur Grundstückssuche den ersten Schritt auf dem Weg zum neuen Bildungszentrum getan. Zwei Jahre später erfolgte der Beschluss zum Erwerb des heutigen Grundstücks sowie die Erweiterung der Planung um einen Konferenzbereich.

Im europaweiten Architektenwettbewerb 2012 bewarben sich 117 Interessenten. Eine Jury wählte anschließend aus 20 Entwürfen aus. Mitte 2013 wurde der Zuschlag an die arge_cbh_architekten_ingenieure erteilt und die Planungen begannen. Im Dezember 2015 erhielt die Handwerkskammer Dresden die Fördermittelzusagen durch das sächsische Wirtschaftsministerium und das Bundeswirtschaftsministerium. Im April 2017 erfolgte der Baubeginn.

Informationen zum Bildungszentrum der Handwerkskammer Dresden

Das Bildungszentrum der Handwerkskammer Dresden ist aktuell auf die drei Standorte Dresden, Großenhain und Pirna verteilt. Der Standort Großenhain zieht mit dem Neubau nach Dresden. Der bisherige Standort in Dresden und die Außenstelle in Pirna bleiben auch weiterhin erhalten.

2016 nahmen im Bildungszentrum der Handwerkskammer Dresden circa 3.700 Teilnehmer an über 320 Fortbildungslehrgängen teil, über 2.700 Auszubildende konnten in der überbetrieblichen Lehrunterweisung und über 820 Teilnehmer an Vorbereitungslehrgängen zur Meisterprüfung verzeichnet werden.

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