Rückblick Fachforum Design: Vom Hilfsmittel zum Lieblingsstück

Impulse aus der Designforschung und Praxisbeispiele aus dem Handwerk

Fachforum Design – Vom technischen Hilfsmittel zum Lieblingsstück

Parallel zum Praxistag Exoskelette fand das Fachforum Design mit rund 35 Teilnehmenden statt, etwa zur Hälfte aus dem Handwerk. Vertreten waren unter anderem Gewerke wie Orthopädietechnik, Augenoptik, Orthopädieschuhtechnik, Zahntechnik und Kosmetik. Im Fokus stand die Frage, wie aus funktionalen Hilfsmitteln durch gutes Design Produkte werden können, die nicht nur unterstützen, sondern auch Identität stiften und Akzeptanz fördern.

Fachliche Impulse lieferten unter anderem:

  • Torben Söker (TU Dresden) mit Einblicken in die Designentwicklung von Exoskeletten bei Ottobock,
  • Christoph Braun (Schubert & Braun Prothesenwerk) mit praxisnahen Beispielen innovativer Prothesenversorgung im Spannungsfeld von Handwerk und Hightech,
  • sowie das Projekt MBrace, das ein neuartiges Skoliose-Korsett als Ergebnis interdisziplinärer Zusammenarbeit von Design und Materialforschung vorstellte.

Ein besonderer Programmpunkt war die Führung durch den Ausstellungsraum „Schönheit“ im Deutschen Hygienemuseum. Sie eröffnete eine weiterführende Perspektive auf die Bedeutung von Ästhetik für Identität und Lebensqualität.

In den Diskussionen wurde deutlich, welches Potenzial in der Verbindung von Handwerk, Design und Forschung liegt: Hilfsmittel können durch Gestaltung entstigmatisiert und im besten Fall zu persönlichen Lieblingsstücken werden – vergleichbar mit der Entwicklung der Brille vom reinen Hilfsmittel zum modischen Accessoire. Der intensive und tiefgehende Austausch führte zu ersten konkreten Ideen für neue Produkte sowie zu Ansätzen für zukünftige Kooperationen zwischen Handwerk, Design, Forschung und Kreativwirtschaft.

 

Speaker

Torben Söker, Industriedesigner und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Technisches Design

Torben Söker schloss sein Maschinenbau-Studium an der TU Dresden im Bereich Industriedesign 2022 ab. Derzeit spezialisiert er sich an der Professur für Technisches Design der TU Dresden auf die Entwicklung körpergetragener Unterstützungssysteme und engagiert sich in der Lehre. In enger Zusammenarbeit mit SuitX by Ottobock begleitet er Projekte von der Konzeptphase bis zur Marktreife.

Christoph Braun, Schubert & Braun Prothesenwerk - Ästhetik trifft High-Tech

Als ein innovatives Orthopädietechnik-Unternehmen mit Sitz in Dresden begleiten wir Menschen nach Unfällen, Erkrankungen oder bei angeborenen Fehlbildungen. Wir fertigen individuelle Prothesen, die exakt auf den Körper, den Alltag und die persönlichen Anforderungen unserer Patientinnen und Patienten abgestimmt sind.

Durch die Kombination aus meisterhafter Handarbeit und modernster 3D-Druck-Technologien schaffen wir anspruchsvolle Prothesenlösungen, die maximale Ästhetik und Funktionalität vereinen und somit Lebensqualität zurückgeben. Mit individuell gefertigten Silikonprothesen, der klassischen Orthopädietechnik sowie dem modernen 3D-Druck bieten wir ein umfangreiches Versorgungsspektrum an.

Wir agieren weltweit, unter anderem in Australien, im skandinavischen Raum und im Nahen Osten. Unser Team von Experten begleitet den gesamten Prozess von der ersten Beratung bis hin zur Nachbetreuung.

BRANCHEN VERBINDEN. CROSS INNOVATION GESTALTEN.

Cross Innovation entsteht, wenn Kreativschaffende ihre Methoden und Perspektiven anderen Branchen zur Verfügung stellen: im Miteinander durch Kooperationen, im Wissenstransfer oder in experimentellen Formaten. In strukturierten Prozessen und mit kreativen Methoden werden gemeinsam Lösungen wie Produkte, Prozesse, Erlebnisse, Netzwerke, Orte und Denkweisen für aktuelle Herausforderungen gefunden – mit Wirkung für das Handwerk, Wirtschaft, Verwaltung, Region und Gesellschaft.

Als Gast beim Fachforum Design spricht KREATIVES SACHSEN über cross-innovative Erfahrungen durch Praxisbeispiele, zeigt Potenziale für mittelständische Unternehmen im Handwerk auf und informiert über zukünftige Formate.

MBrace: Verbesserung der PatientInnnen-Adhärenz durch Design und Material

Das europäische Verbundprojekt MBrace, an dem neben der TU Dresden auch die Fakultät Design der HTW Dresden, das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden (IPF) und Forschungsinstitute in Belgien und Polen beteiligt waren, entwickelte ein innovatives Skoliose-Korsett aus modernen Verbundmaterialien.
Das Korsett bietet einen verbessertem Tragekomfort und orientiert sich an den Bedürfnissen der jugendlichen PatientInnen. Dabei ging es nicht nur um den rein ästhetischen Aspekt: Herausforderung war, die verschiedenen Denkweisen und Forschungsergebnisse der Partner zu integrieren und gleichzeitig die Bedürfnisse der Betroffenen im Blick zu halten. Das Projekt wurde von M-ERA.NET gefördert. 

 

Impressionen vom Fachforum Design, 18. März 2026