Handwerker fordern mehr Chancengleichheit zwischen der Industrie und dem Handwerk in der Region

Vollversammlung der Handwerkskammer Dresden beansprucht gleiche Wettbewerbsbedingungen für kleinere Unternehmen

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Dresden hat auf ihrer jüngsten Sitzung ein Forderungspapier „Chancengleichheit zwischen Handwerk, Mittelstand und Industrie sichern“ einstimmig verabschiedet.

Darin heißt es u. a. „Die laufenden Industrie- und Chipansiedlungen im Raum Dresden verändern die Wettbewerbsbedingungen grundlegend. Sie eröffnen Wertschöpfungspotenziale, verschärfen zugleich jedoch den Wettbewerb um Fachkräfte, Flächen, Fördermittel und Ressourcen. Ohne politisches Gegensteuern droht eine Verschiebung zulasten der Betriebe, die die Grundversorgung der Wirtschaft tragen.“ Die besonderen Stärken des Handwerks und Mittelstands – Nähe, Verlässlichkeit, Mitwirkung, regionale Verwurzelung, Sinnhaftigkeit – entfalten nur Wirkung, so die Vollversammlung, wenn politische Rahmenbedingungen nicht einseitig industrielle Interessen privilegieren.

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Dresden fordert daher die Politik auf, „endlich gleiche Wettbewerbsbedingungen“ herzustellen und die „Chancengleichheit zwischen Industrie und Mittelstand“ zu sichern. Das Forderungspapier wurde an die Staatsregierung, Landtagsabgeordnete, Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert sowie Dresdner Stadtratsfraktionen verschickt.

Im Papier mahnen die Handwerker politisches Handeln an, um die Ausbildungsbereitschaft in Handwerk und Mittelstand zu sichern. Denn viele im Handwerk ausgebildete Fachkräfte werden von Großunternehmen abgeworben. Sie plädieren für eine finanzielle Unterstützung bzw. Kostenteilungsmodelle bei der Ausbildung sowie der Stärkung der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung, u. a. durch eine weitgehende Aufwertung der Aufstiegsfortbildung.

Des Weiteren macht sich die Vollversammlung für eine leistungsfähige Berufsbildungslandschaft stark. Gefordert werden u. a. modern ausgestattete Berufsschulzentren. Das neue BSZ Elektrotechnik, das in Dresden-Prohlis gebaut werden soll, „muss als Benchmark für künftige Bildungsstandards dienen und darf kein Einzelfall bleiben“, so die Vollversammlung. Darüber hinaus müssen dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sowie die Entwicklung von Wohnraum und Gewerbeflächen und die Beschleunigung und Vereinfachung von Planungs- und Genehmigungsverfahren Priorität eingeräumt werden.

Forderungspapier ansehen