Wirtschaftliche Entwicklung im Handwerk erneut rückläufig

Wirtschaftliche Entwicklung im Handwerk erneut rückläufig

Geschäftsklima bleibt jedoch auf hohem Niveau

06.05.2015

Der konjunkturelle Motor in Ostsachen verliert zwar etwas an Schwung, läuft aber weiterhin stabil. Das Geschäftsklima und die Investitionsbereitschaft bleiben auf einem hohen Niveau: 40 Prozent der befragten Betriebe schätzen ihre Geschäftslage als gut ein. 34 Prozent investierten innerhalb der vergangenen zwölf Monate durchschnittlich 39.000 Euro. Der Geschäftsklimaindex als Stimmungs- und Frühindikator liegt bei 33 Punkten (zehn Punkte weniger als im Frühjahr 2014 und acht Punkte unter dem Wert vom Herbst 2014). Das sind zentrale Ergebnisse der Frühjahrs-Konjunkturanalyse, die die Handwerkskammer Dresden am 6. Mai vorstellte.

Das Handwerk im Kammerbezirk scheint jedoch mit angezogener Handbremse zu agieren, denn Umsätze, Auftragslagen und Beschäftigtenzahlen sind rückläufig. Auch wenn die Umsätze im gesamtsächsischen Handwerk in den vergangenen zwei Jahren gestiegen sind, stellt sich die Situation bei den Betrieben im Kammerbezirk Dresden anders dar: hier sanken die Umsätze im ersten Quartal 2015 bei 42 Prozent der Befragten. Nur noch 12 Prozent der Betriebe meldeten überdurchschnittliche Auftragslagen, 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei 2 Prozent der befragten Betriebe gingen die Beschäftigtenzahlen zurück, im Vorjahr war dies bei nur 1,2 Prozent der Betriebe der Fall.

Zudem zeigen sich große branchenspezifische Unterschiede: Überdurchschnittlich positiv ist die Stimmung im Ausbau, insbesondere in mittelgroßen Betrieben mit bis zu 50 Beschäftigten. Der Geschäftsklimaindex stieg hier auf 55 Punkte. Der Ausbau weist auch die besten Geschäftslagen auf: Die Hälfte der Befragten gab gute, nur 7 Prozent gaben schlechte Urteile ab. Anders im Kfz-Gewerbe: hier bewerteten nur 23 Prozent der Befragten ihre Lage als gut, der geringste positive Wert unter allen Branchen. Mit 19 Prozent bewertet das Bauhandwerk seine derzeitige Geschäftslage am schlechtesten unter allen Branchen.

Es zeigt sich eine langfristige Tendenz: seit 2007 ging es bei den befragten Betrieben im Kammerbezirk Dresden laut Geschäftsklimaindex – als Stimmungs- und Frühindikator –  kontinuierlich aufwärts. Im letzten Jahr setzte jedoch eine leicht rückläufige Entwicklung ein, die sich in diesem Jahr noch etwas verstärkt hat. Damit bewegt sich Ostsachsen entgegen dem Bundestrend: Die Prognosen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung gehen aktuell von 1,8 bis 2,1 Prozent Wachstum aus.

„Der Mittelstand und damit das Handwerk ist die tragende Säule der regionalen Wirtschaft. Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit. Diese entsteht nur, wenn die Sächsische Staatsregierung gute Rahmenbedingungen für die Investitions- und Innovationsförderung schafft. Mit ihrer Doppelstrategie, einerseits den Haushalt zu konsolidieren und gleichzeitig an den richtigen Stellen zu investieren, war der Freistaat Sachsen seit der Wiedervereinigung außerordentlich erfolgreich“, sagt Dr. Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden.

Der Konjunkturbericht Frühjahr 2015 liegt als PDF unter www.hwk-dresden.de/konjunktur zum Download bereit.

 

Für den Geschäftsklimaindex befragt die Handwerkskammer Dresden jeweils im Frühjahr und Herbst seine Mitgliedsbetriebe. Von den 22.933 Betrieben (Stand März 2015) wurden 4.306 befragt. Die Rücklaufquote beträgt 13 Prozent.

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