„vis-a-vis-Award“ für Vielfalt und Integration in Sachsen vergeben

„vis-a-vis-Award“ für Vielfalt und Integration in Sachsen vergeben

Zwei Handwerksbetriebe unter den Preisträgern: WEA Wärme- und Energieanlagenbau GmbH Sebnitz + Annette Friseurbetriebe Radeberg GmbH

06.11.2015

Zwei der drei Preisträger des diesjährigen „vis-a-vis-Award“ für Vielfalt und Integration in Sachsen sind Handwerksbetriebe aus dem Kammerbezirk Dresden. So ging der zweite Preis an die Firma WEA Wärme- und Energieanlagenbau GmbH aus Sebnitz. Dritter Preisträger war die Annette Friseurbetriebe Radeberg GmbH. Diesjähriger Sieger ist der Volkssolidarität Stadtver-band Chemnitz e. V.

Der Preis wurde am 6. November in Dresden im Rahmen der 1. Transferveranstaltung des Projektes „Fit in KMU – Für Integration und Toleranz in kleinen und mittleren Unternehmen“ und im Beisein der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, vergeben.

Der „vis-à-vis Award“ wird an sächsische Unternehmen verliehen, die sich durch eine besonders integrationsfreundliche Personalarbeit auszeichnen. Er würdigt das Engagement der Unternehmen bei der Einstellung, Ausbildung oder Qualifikation von jungen Migranten. Der diesjährige Sieger aus Chemnitz erhielt den Preis (Pokal und Urkunde) für sein Engagement bei der Besetzung von Arbeitsplätzen mit qualifiziertem Fachpersonal unterschiedlicher Nationalität und deren Integration ins Unternehmen. So haben 41 der 401 Mitarbeiter des Volkssolidarität Stadtverbandes Chemnitz e. V. einen Migrationshintergrund.

Den 2. Platz belegte die WEA Wärme- und Energieanlagenbau GmbH aus Sebnitz. Seit rund vier Jahren werden in dem Handwerksunternehmen unter der Geschäftsführung von Henner Jordan und Michael Freitag auch tschechische Lehrlinge im Beruf Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik ausgebildet. Unter den derzeit elf Lehrlingen sind sieben Tschechen. Bei der Suche nach geeignetem Fachkräftenachwuchs arbeitet WEA mit einer Berufsschule in Tschechien eng zusammen. Die tschechischen Lehrlinge erhalten berufsbegleitend Sprachunterricht. Zudem wurden deutsch-tschechische Patenschaften in der Belegschaft initiiert. Die deutschen Kollegen unterstützen die tschechischen Lehrlinge bei allen auftretenden Fragen, begleiten sie bei Behördengängen etc.

Der dritte Preis ging an die Annette Friseurbetriebe Radeberg GmbH. Unter den 22 Mitarbeitern sind zwei spanische Lehrlinge (2. Lehrjahr). Vermittelt durch die Handwerkskammer Dresden beteiligt sich das Handwerksunternehmen seit 2014 an dem Sonderprogramm der Bundesregierung zur „Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen und arbeitslosen jungen Fachkräften aus Europa (MobiPro-EU)“. Damit sich die spanischen Jugendlichen gut im Unternehmen und in der Region einleben, hat das Team um Geschäftsführerin Peggy Kallenbach zusätzlichen Sprachunterricht sowie Gastfamilien als Ansprechpartner organisiert und legt im Umgang miteinander großen Wert auf Weltoffenheit und Toleranz.

„Die gute Situation auf dem sächsischen Arbeitsmarkt führt dazu, dass Unternehmen auch über den Tellerrand schauen, um geeignete Fachkräfte bzw. Fachkräftenachwuchs zu finden“, sagt Dr. Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden. „Dabei ist die Integration von Mitarbeitern mit anderer Nationalität gerade für kleine und mittlere Unternehmen Chance und Herausforderung zugleich. Der ,vis-a-vis-Award‘ soll dazu beitragen, gute Beispiele für gelebte Vielfalt und Integration in sächsischen Unternehmen publik zu machen und anderen Unternehmen Anregungen zu geben“, so Brzezinski.

Der „vis-a-vis-Award“ für Vielfalt und Integration in Sachsen wurde erstmals im vergangenen Jahr vergeben – damals im Rahmen des XENOS-Projekts „GE.W.IN.N.“ – GEmeinsam neue Wege gehen – INtegration von Migranten und Migrantinnen in berufsrelevante Qualifizierungen. Damaliger Sieger war die Firma SPS Schiekel aus Dohna.

Nach Abschluss des XENOS-Projekts wird nun die Vergabe des „vis-a-vis-Award“ fortgesetzt. Mit der Projektpartnerschaft der Handwerkskammer Dres-den und dem Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaf, der bsw gGmbH, im Projekt „Fit in KMU – Für Integration und Toleranz in kleinen und mittleren Unternehmen“ wurde eine neue Plattform gefunden. Das Projekt ist in das Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ integriert.

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