„So findet TTIP keine Akzeptanz“

„So findet TTIP keine Akzeptanz“

Das sächsische Handwerk ist über die Gleichgültigkeit der Bundesregierung empört

02.12.2015

In Reaktion auf das Interview des sächsischen Europaabgeordneten Dr. Peter Jahr in der Sächsischen Zeitung vom 2. Dezember 2015, in dem bekannt wurde, dass das Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen der TTIP-Verhandlungen es bislang versäumt hat, den Dresdner Christstollen mit auf die Liste der besonders schützenswerten regionalen Spezialitäten zu setzen, stellt der Präsident der Handwerkskammer Dresden, Dr. Jörg Dittrich, fest:

„Der Dresdner Christstollen ist eine Institution des regionalen Bäckerhandwerks. Erstmals 1474 urkundlich erwähnt, erfreut das identitätsstiftende Traditionsgebäck zur Weihnachtszeit in wachsender Zahl die Gaumen der Menschen auf der ganzen Welt. Vor diesem Hintergrund ist es unbegreiflich, warum das Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen der laufenden TTIP-Verhandlungen es bislang versäumt hat, den Dresdner Christstollen auf die nationale Vorschlagsliste der schützenswerten regionalen Spezialitäten zu setzen.

Die TTIP-Verhandlungen sind schon komplex genug. Wenn nun auch noch die Bundesregierung die Axt an traditionsreiche Produkte des Handwerks anlegt, brauchen wir uns nicht wundern, wenn das Vertrauen der Menschen in die Politik weiter schwindet und die Akzeptanz für politische Entscheidungsprozesse sinkt.

Daher erwarten wir, dass die Bundesregierung den Dresdner Christstollen und weitere sächsische Traditionsprodukte mit geografisch geschützter Herkunftsangabe, die bislang nicht auf der nationalen Vorschlagsliste stehen, umgehend nachmeldet.“

Während Frankreich und Italien jeweils über 40 Produkte nach Brüssel meldeten, konnten sich die zuständigen Ressorts in Deutschland lediglich auf 20 Spezialitäten verständigen.

Hintergrund:

Wie der Champagner oder der Schwarzwälder Schinken trägt auch der Dresdner Christstollen das blau-gelbe EU-Siegel. Dieses kennzeichnet Produkte mit geografisch geschützter Angabe. Erfasst werden die besonderen regionalen Spezialitäten im EU-Qualitätsregister. Mit dessen Hilfe wacht die EU über die Exklusivität regionaler Produkte und legt fest, dass diese nur in einem eng definierten geografischen Raum hergestellt werden dürfen. Demnach darf ein Stollen nur dann „Dresdner Christstollen“ heißen, wenn er im Schutzgebiet hergestellt wurde, das goldene Stollensiegel trägt und den Mindestanforderungen an die Rezeptur entspricht.

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