Neuaufstellung des Dresdner Flächennutzungsplans: Ohne Handwerk keine lebenswerten Stadtteile

© André Wirsig

Neuaufstellung des Dresdner Flächennutzungsplans: Ohne Handwerk keine lebenswerten Stadtteile

Offener Brief: Handwerk fordert den Erhalt und die Wiederbelebung von Mischgebieten im städtischen Raum

05.02.2019

Vor dem Hintergrund, dass die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans der Landeshauptstadt Dresden demnächst Thema im Stadtrat ist, haben sich die Handwerkskammer Dresden und die Kreishandwerkerschaft Dresden in einem offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden gewandt.

Zunehmend sehen sich Handwerksbetriebe wie Bäcker, Fleischer oder Tischler in Mischgebieten von Wohnbebauung umgeben – das birgt Konfliktpotential und kann auch zum Rückzug der Betriebe aus diesen Arealen führen. In der Folge stehen von gewerblicher Seite einmal aufgegebene Flächen oftmals nicht mehr für Gewerbetreibende zur Verfügung. Damit gehen diese auf Dauer für eine mögliche spätere Gewerbenutzung, zum Beispiel für die Neuansiedlungen von Handwerksbetrieben, verloren, weil der Bestandsschutz erlischt. Aus Mischgebieten werden zunehmend Wohngebiete.

„Die in den letzten Jahrzehnten historisch gewachsenen – und auch zukünftig in vielen Fällen sinnvollen – Nutzungsstrukturen sind ein Teil der Identität unserer Stadt“, so Kreishandwerksmeister Michael Möckel. „Ein lebenswerter, lebendiger, vielfältiger urbaner Raum, eine Stadt mit kurzen Wegen und verbrauchernaher Versorgung und Dienstleistung, kurzum eine Stadt in der wir leben wollen, ist ohne Handwerk nicht denkbar. Handwerk muss auch in der Stadt und den einzelnen Stadtteilen stattfinden.“

Die Handwerkskammer Dresden und die Kreishandwerkerschaft Dresden appellieren daher an die Stadt, dass sie ihre Anstrengung darauf richten müsse, zum Erhalt der gewachsenen Funktionsmischung beizutragen. Schließlich geht es mit dem Flächennutzungsplan nicht nur um eine Momentaufnahme, sondern er ist Grundlage für die Stadtentwicklungsplanung.

„Im Interesse einer nachhaltigen Stadtentwicklung fordern wir die Fraktionen im Stadtrat auf, sich zu dem gezielten Erhalt und der Wiederbelebung von Mischgebieten im städtischen Raum zu bekennen“, betont Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden. „Es müssen Mechanismen entwickelt werden und greifen, um der von uns skizzierten Entwicklung der langsamen Verdrängung von Gewerbetreibenden aus dem städtischen Raum entgegenzuwirken.“

Insgesamt gibt es in der Landeshauptstadt Dresden aktuell knapp 5.360 Handwerksbetriebe.  

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