Nachwuchskräftegewinnung wird immer bedeutender

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Nachwuchskräftegewinnung wird immer bedeutender

Sächsische Unternehmen suchen Fachkräfte und setzen dabei auf die betriebliche Ausbildung

16.11.2018

Von Oktober 2017 bis September 2018 haben in Sachsen insgesamt 22.300 Jugendliche mit Hilfe der Berufsberatung einen Ausbildungsplatz gesucht. Im gleichen Zeitraum waren 21.600 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung bei den Agenturen für Arbeit gemeldet. Aktuell sind noch 800 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Demgegenüber stehen noch 2.000 freie Ausbildungsstellen.

„Die sächsischen Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte und setzen dabei auf die
betriebliche Ausbildung. Deshalb wurden dieses Jahr auch wieder mehr Ausbildungsstellen gemeldet. Leider gibt es immer häufiger regionale, berufliche oder qualifikatorische Diskrepanzen, die eine erfolgreiche Vermittlung erschweren. Einerseits sind die Schüler gefordert, eine solide Grundbildung und eine hohe Motivation mitzubringen. Andererseits müssen die Unternehmen mit ihren attraktiven Ausbildungsbedingungen werben, aber auch zeitgemäße Anforderungen an die Jugendlichen stellen. Da wir aktuell so viele unbesetzte Lehrstellen haben, wie nie zuvor in einem September, werden wir die nächsten Wochen gemeinsam mit den Partnern der Kammern alles dafür tun, freie Lehrstellen und noch suchende Bewerber zusammenzubringen. Wir sind uns einig und wissen, dass uns kein Jugendlicher verloren gehen darf. Jeder hat ein Talent und mehrere Chancen verdient“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Zum Ende des Berichtsjahres im September gab es noch 1.986 unbesetzte Ausbildungsstellen und 796 unversorgte Ausbildungsbewerber. Damit standen rechnerisch etwa zweieinhalb freie Ausbildungsstellen für jeden noch suchenden Bewerber zur Verfügung. Alle Jugendlichen, die bisher noch keine konkreten Zusagen erhalten haben, die sich jetzt doch für eine Berufsausbildung entscheiden oder die, deren Ausbildungsverhältnis vorzeitig gelöst wurden, können auf Ausbildungsbörsen und beim Berufsberater schnell und direkt passende Angebote erhalten. Dazu finden noch bis Dezember gemeinsame Nachvermittlungsaktionen im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung statt.

Die Mitgliedsunternehmen aus dem Bereich der drei sächsischen Industrie- und Handelskammern Chemnitz, Dresden und zu Leipzig haben 11.729 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen (Stand: 30. September 2017). Das sind 504 mehr als im Vorjahreszeitraum (plus 4,5 Prozent).

„Die beste Werbung für ein Unternehmen ist eine hohe Qualität in der Ausbildung und ein
wertschätzender Umgang mit den jungen Leuten," erläutert Andreas Sperl, Präsident der IHK Dresden im Namen der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern im Freistaat Sachsen das Rezept erfolgreicher Ausbildungsbetriebe. „Dass die Ausbildungszahlen im IHK-Bereich erneut zulegen, spricht aber nicht nur für unsere Unternehmen, es ist auch von herausragender Bedeutung für die Sicherung der Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts“, betont Präsident Sperl.

Ein positiver Trend ist im Bereich der drei sächsischen Handwerkskammern bei der beruflichen Ausbildung von Fachkräftenachwuchs zu verzeichnen. Bis zum 30. September 2018 konnten insgesamt 5.337 neue Lehrverträge abgeschlossen werden. Das entspricht dem Niveau aus dem Vorjahreszeitraum (minus 1,1 Prozent). Von allen eingetragenen Ausbildungsverträgen waren 5.149 betriebliche Ausbildungsstellen. Die meisten abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Bereich der Handwerkskammern gab es in den Berufen Kraftfahrzeug-mechatroniker (911 neue Lehrverträge), Elektroniker (411), Friseur (355), Tischler (285) sowie Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (273).

Dazu Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden im Namen der sächsischen Handwerkskammern: „Die Lehrlinge von heute sind die gefragten Fachkräfte von morgen. Das wissen die Handwerksbetriebe und bilden deshalb aus. Wir müssen die Attraktivität der dualen Ausbildung weiter steigern - seitens der Betriebe und auch seitens der Politik, z.B. durch die schnellstmögliche Einführung des Azubi-Tickets.“

Die Orthopädie- und Rehatechnik Dresden GmbH bildet seit der Unternehmensgründung im Jahr 1991 aus. Bisher wurden 129 Azubis im handwerklichen, kaufmännischen Bereich sowie im Facheinzelhandel zur Fachkraft entwickelt. Die häufigsten Ausbildungsberufe waren dabei Orthopädiemechaniker, Einzelhandelskaufleute und Orthopädieschuhmacher. Aktuell werden 17 junge Menschen, davon zehn Orthopädiemechaniker, vier Einzelhandelskaufleute, eine Bürokauffrau, eine Fachkraft für Lagerlogistik und ein Orthopädieschuhmacher, ausgebildet.

„In den vergangenen zehn Jahren ist es zunehmend schwieriger geworden, geeignete Azubis zu finden. Mit Eignung meine ich aber nicht allein die Schulnoten. Vielmehr sind mir hand-werkliches Geschick und eine große Motivation sehr wichtig. Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter, die Freude an der Arbeit haben, sind ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor für uns. Um dieses Potenzial trotz der weniger werdenden Bewerbungen zu finden, setzen wir auf frühzeitige Berufsorientierung direkt in unserem Betrieb. Das gelingt durch die Teilnahme an der Woche der offenen Unternehmen und verschiedene Schülerpraktika. So können wir frühzeitig geeignete Kandidaten für eine künftige Ausbildung gewinnen“, sagte Thomas Hänel-Schwarz, Geschäftsführer der Orthopädie- und Rehatechnik Dresden GmbH und Vorstand des Fachverbandes für Orthopädie- und Rehabilitationstechnik.

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