Europäische Tage des Kunsthandwerks in Dresden und den umliegenden Landkreisen

© Werbeagentur Haas

Europäische Tage des Kunsthandwerks in Dresden und den umliegenden Landkreisen

60 Kunsthandwerker öffnen vom 1. bis 3. April ihre Werkstätten

29.03.2016

Im Rahmen der Europäischen Tage des Kunsthandwerks öffnen 60 Kunsthandwerker in Dresden und den umliegenden Landkreisen Meißen, Bautzen, Görlitz und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge vom 1. bis 3. April wieder ihre Türen. Dabei präsentieren die Teilnehmer ihre ausgefallenen Ideen, hochwertigen Objekte und experimentellen Arbeiten. Besucher haben die Gelegenheit, Entdeckungstouren durch die Werkstätten und Ateliers der Kunsthandwerker zu unternehmen und die unverwechselbare Handschrift des sächsischen Kunsthandwerks zu erleben. Zum Teil bieten die Betriebe Workshops, Vorträge, Mitmach-Aktionen für Kinder, Werkstattführungen, Ausstellungen und vieles mehr an.

Terminerinnerung:

Eröffnungsveranstaltung mit Podiumsdiskussion und Modenschau

Termin: Donnerstag, 31. März 2016, 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr)

Ort: Scheune, Alaunstraße 36-40, 01099 Dresden

(Anmeldung per E-Mail  an presse@hwk-dresden.de)

 
Weitere Informationen finden Sie unter www.3tage-handwerk-design.de.

 

Hintergrund:

Die Initiative zu den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks ging im Jahr 2002 vom Französischen Ministerium für Handwerk aus. Ziel ist es, die Bedeutung und Vielfalt des Kunsthandwerks zu fördern.

„Europäisch" heißt, dass zeitgleich und alljährlich die Europäischen Tage des Kunsthandwerks in mittlerweile 19 europäischen Ländern u. a. Frankreich, Spanien, Italien, Belgien, Lettland, Portugal, Irland und der Schweiz stattfinden. Seit 2014 gehört nun auch Deutschland dazu. Dies nimmt die Handwerkskammer Dresden zum Anlass, sich zu beteiligen. Mit der Veranstaltung soll das sächsische Kunsthandwerk einem breiten Publikum präsentiert werden.

Teilnehmer-Portraits:

Im Folgenden möchten wir Ihnen gern drei Teilnehmer der Europäischen Tage des Kunsthandwerks näher vorstellen. Diese Portraits sowie die beiliegenden Bilder stellen wir Ihnen gern für Ihre Arbeit zur Verfügung. Bei Interesse erhalten Sie die Bilder in hoher Auflösung (E-Mail an presse@hwk-dresden.de).

Teilnehmer-Portrait 1:

DeinHolzgeist aus Dresden beeindruckt mit kreativer Holzkunst

Diana Börner treibt seit April 2015 als DeinHolzgeist ihr (Un)wesen in der Dresdner Neustadt. Mit ihrer Werkstatt im Dammweg hat sich die Tischlermeisterin ihren Traum von der Selbstständigkeit erfüllt. Hier fertigt sie in liebevoller Handarbeit unter anderem Massivholzmöbel und Inneneinrichtungen nach Maß. „Auch wenn man jeden Tag das Gleiche macht, ist es trotzdem nicht dasselbe.“ – Kein Stück Holz ist wie das andere und jedes Projekt ist sehr individuell, daher steht die 38-Jährige immer wieder vor neuen Herausforderungen. Ihre Kunden sind zumeist Privatkunden aus der Region, aber auch Gaststätten und Cafés hat Diana Börner bereits ausgestattet. Zuletzt konzipierte und baute die gebürtige Dresdnerin sogar spezielle Stühle, unter anderem in Form eines Flugzeugs, für einen Kinderfriseursalon in Frankfurt. Für ihre Produkte verwendet die Tischlermeisterin ausschließlich einheimische Hölzer wie Apfel und Zwetschge oder Hölzer mit FSC-Siegel (Zertifikat nachhaltiger Forstwirtschaft). Ebenso wird die Oberflächenbehandlung mit Naturprodukten wie Ölen und Wachsen von Livos oder Biofa durchgeführt.

Als „künstlerische Holzgestalterin“, wie sich Diana Börner selbst nennt, widmet sie sich auch der Fertigung von Grabmalen und Schmuckurnen für die Human- und Tierbestattung. Diese gestaltet sie individuell nach Kundenwunsch mit filigranen Verzierungen. Dadurch entstehen ganz persönliche,  einmalige Erinnerungen, passend für eine würdevolle Bestattung.

Wer dem „Holzgeist“ einmal bei seiner Arbeit über die Schulter schauen möchte, für den sind die Europäischen Tage des Kunsthandwerks vom 1. bis zum 3. April die perfekte Gelegenheit. Am Freitag von 10 bis 16 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr öffnet Diana Börner ihre Werkstatttüren für Besucher. Diese können zum einen beobachten, wie aus einem Stück Holz ein nutzbarer Gegenstand entsteht, zum anderen auch die fertigen Produkte der Tischlermeisterin bestaunen, erwerben oder ihre Bestellungen aufgeben.

 

Teilnehmer-Portrait 2:

Blaues Wunder in Coswig erleben

Was als Hobby begann, hat sich im sächsischen Coswig zu einer leidenschaftlichen Berufung  entwickelt: Die Blaudruckerei Folprecht widmet sich seit 1988 in ihrer Werkstatt dem Blaudruck. Beim  Blaudruck handelt es sich um ein selten gewordenes Handwerk, bei dem durch ein spezielles Färbeverfahren mit pflanzlichem Indigo ein weißes Muster auf blauem Grund entsteht. Färbbar sind nur reine Naturfasern wie Leinen, Baumwolle, Seide und Samt. Heidi Folprecht-Pscheida, die Inhaberin der Werkstatt, übt das Blaudruckhandwerk, welches seinen Ursprung im Mittelalter hat, bis heute mit unveränderter Technologie aus. Damit führt sie das Erbe ihres verstorbenen Mannes Rolf Folprecht, der auch den Meistertitel des Blaudrucks trug, fort.

Verschiedene Stempel, sogenannte Model, zaubern die zarten Blüten, Punkte und filigranen Ornamente auf die Stoffe. Manche von ihnen sind bereits 200 Jahre alt und älter und stammen vorwiegend aus dem sächsischen Raum.

Von Stoffservietten und Tischdecken über Kissenbezüge und Einkaufsbeutel bis hin zu T-Shirts und Topflappen – die indigoblaue Ware mit dem weißen Muster ist in den verschiedensten Formen im Verkaufsraum der Blaudruckerei Folprecht erhältlich. „Wobei jedes Stück ein echtes Unikat ist", versichert die Inhaberin. Auch individuelle Einzelanfertigungen werden auf Wunsch vorgenommen.

An den Tagen des Europäischen Kunsthandwerks, die vom 1. bis zum 3. April 2016 stattfinden, bietet Heidi Folprecht-Pscheida für Interessierte täglich von 11 bis 16 Uhr Führungen durch die Blaudruckerei an. Dabei wird sie spannende Einblicke in ihre Arbeit und die Geschichte des Blaudrucks geben. „Ich möchte damit mein Handwerk in die Welt hinaus tragen und Interesse für diese alte Tradition wecken. Schließlich wäre es sehr schade, wenn irgendwann keiner mehr weiß, wie es geht“, so die ehemalige Lehrerin für Kunsterziehung.

Teilnehmer-Portrait 3:

Hier spielt die Musik

„Obwohl es sich um eine Musikkultur mit über tausendjähriger Tradition handelt, bedeutet das nicht, dass es nicht immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Heutzutage müssen innovative Wege beschritten werden, auch wenn man sich an den alten Methoden und Materialien orientiert“, erklärt Orgelbauer Marcus Stahl aus Dresden seine Arbeit. Der beste Beweis dafür ist die von ihm kürzlich fertiggestellte Truhenorgel für die Landesbühnen Sachsen. Die Kleinorgel ist ein einmaliger Prototyp, den der 47-Jährige nach einem französischen Vorbild aus dem 18. Jahrhundert gebaut und modifiziert hat. In über 1.000 Arbeitsstunden ist daraus eine spezielle Mischung aus Flöten- und  Regalregister entstanden, wie es sie in dieser Form nicht noch einmal auf der Welt gibt.

Marcus Stahl versteht sich in erster Linie als Tischler, der jedoch neben Holz mit sehr unterschiedlichen Materialien wie Zinn, Messing, Leder, Pergament und Papier arbeitet. Spezialisiert hat sich der gebürtige Westfale im Laufe seiner zehnjährigen Selbstständigkeit auf den Bau und die Restaurierung kleiner, spezieller Orgelinstrumente. Zuvor arbeitete der Orgelbauer neun Jahre im Ausland. Auf seinen Stationen in England und Spanien sammelte er vor allem Erfahrung in der Restaurierung und Rekonstruktion von Orgeln.

Anlässlich der Europäischen Tage des Kunsthandwerks lädt Marcus Stahl Interessierte am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr in die Tischlerei Danko, Königsbrücker Landstraße 131, ein. Sonnabend hält er um 11 und 16 Uhr kleine Vorträge über Kleinorgeln und am Sonntag wird der Tastenspezialist Martin Erhardt aus Halle zu den gleichen Zeiten auf zwei Instrumenten von Marcus Stahl Gesprächskonzerte geben. „Ich freue mich sehr, dass in unserer heutigen Zeit der Begriff ‚Kunsthandwerk‘ im Zusammenhang mit meinem Beruf fällt. Ich als Orgelbauer sehe mich dazu angehalten, den Menschen mein Handwerk nahe zu bringen und dafür zu begeistern sowie das von der UNESCO im vergangenen Jahr anerkannte immaterielle Kulturerbe des Orgelbaus und -spiels zu pflegen und zu bewahren“, begründet der Orgelbauer seine Teilnahme an den Aktionstagen.


Foto: 

Die Farbe Blau regiert in der Blaudruckerei Folprecht. Inhaberin Heidi Folprecht-Pscheida präsentiert ihre Ware und ein traditionelles Model. (Handwerkskammer Dresden/Werbeagentur Haas)

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