Erwartungen des Handwerks an eine zukunftsgewandte KMU-Politik in Europa

Erwartungen des Handwerks an eine zukunftsgewandte KMU-Politik in Europa

Europaforum des sächsischen Handwerks in Brüssel

30.09.2015

Unter dem Titel „Starkes Handwerk für ein starkes Europa“ veranstaltete das sächsische Handwerk unter der Federführung der Handwerkskammern Dresden und Chemnitz am 29. September ein Europaforum in Brüssel. An der Veranstaltung im Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen bei der Europäischen Union in Brüssel nahmen 60 Vertreter aus Handwerk und Politik teil sowie der Leiter des ARD-Studios in Brüssel, Rolf-Dieter Krause.

Unter den Teilnehmern waren Vertreter des sächsischen Handwerks, der drei sächsischen Handwerkskammern und des Sächsischen Handwerkstages sowie Vertreter der europäischen Partnerkammern aus Frankreich (Regionalkammer l’lle-de France und Handwerkskammer Val de Marne/Paris), Tschechien (Bezirkswirtschaftskammer des Bezirkes Ustí und Kreiswirtschaftskammer Děčín) sowie Polen (Handwerkskammer Breslau, Handwerkskammer Poznań und Handwerkerschaft Gostyn).

„Die Ziele des Europaforums sind zum einen der Austausch von Meinungen und Schwerpunkten des Handwerks auf europäischer Ebene sowie eine direktere Zusammenarbeit mit deutschen EU-Abgeordneten. Wir wollen europäische Themen frühzeitig besprechen und gemeinsam angehen, bevor sie auf nationaler Ebene aufschlagen“, so Dr. Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden.

Positionspapier verabschiedet

Auf dem Europaforum haben die Partnerorganisationen des Handwerks aus Deutschland, Frankreich, Polen und Tschechien ein Positionspapier verabschiedet (Foto). Darin sind fünf Erwartungen an die politischen Entscheidungsträger auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene formuliert.

So erwartet das Handwerk eine mittelstandsfreundliche Wirtschaftspolitik wozu u. a. eine Ent-lastung von unnötiger Bürokratie und ein besserer Zugang zu Förderprogrammen und Auslandsmärkten gehören.

Zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa fordert das Handwerk eine verbesserte passgenaue Berufsorientierung sowie eine europaweite Stärkung der dualen Berufsausbildung. Der qualifikationsgebundene Berufszugang im Handwerk sei uneingeschränkt zu bewahren.

Mit Blick auf die transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft zwischen der EU und den USA, kurz TTIP, müssen die Interessen der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) adäquat berücksichtigt werden. Es dürfen keine neuen Hürden oder Hemmnisse für das Handwerk in Europa aufbaut werden.

Von den politischen Entscheidungsträgern auf nationaler und europäischer Ebene fordern die unterzeichnenden Partnerorganisationen ein Bekenntnis zu einer starken wirtschaftlichen Selbstver-waltung des Handwerks als Ausdruck gelebter Subsidiarität. Die Wirtschaftskammern genießen Finanzhoheit, werden in wirtschaftrelevante EU-Initiativen frühzeitig einbezogen und im Rechtsetzungsprozess angemessen beteiligt.

Zudem bekennt sich das europäische Handwerk dazu, einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen leisten zu wollen. Jedoch sehen die Vertreter, in Anbetracht der großen Zahl von Flüchtlingen, die derzeit nach Europa kommen, alle politischen Entscheidungsträger in der EU in der Pflicht, schnellstmöglich gesamteuropäische Mechanismen zur Bewältigung der Situation zu entwickeln.

Hintergrund für das Positionspapier:

„Die Europäische Union steht vor großen Aufgaben. Die Wirtschafts- und Währungsunion braucht neue verlässliche Regeln. Die große Zahl von Flüchtlingen, die derzeit nach Europa kommt, erfordert kollektives Handeln. Solidarität, Humanität und Rechtstaatlichkeit müssen dabei das Vorgehen prägen. Bei all diesen Herausforderungen unserer Zeit, die nur in der Gemeinschaft zu meistern sind, dürfen die Belange der kleinen und mittleren Unternehmen in Europa nicht vernachlässigt werden. Es sind schließlich die Betriebe des Handwerks und Mittelstandes, die als Motor der europäischen Volkswirtschaft einen maßgeblichen Beitrag zur Sicherung von Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung leisten“, so die Unterzeichnenden.

Ansprechpartner

Carolin Schneider
Pressesprecherin

Telefon: 0351 4640-406
Fax: 0351 4640-34406
E-Mail schreiben

Peggy Michel
Pressereferentin

Telefon: 0351 4640-404
Fax: 0351 4640-34404
E-Mail schreiben

Daniel Bagehorn
Pressesprecher

Telefon: 0351 4640-405
Fax: 0351 4640-34405
E-Mail schreiben