„Duale Ausbildung ist Erfolgsgeheimnis für geringe Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland“

© André Wirsig

„Duale Ausbildung ist Erfolgsgeheimnis für geringe Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland“

Handwerkskammer-Präsident Dr. Dittrich macht sich bei Veranstaltung in Brüssel für deutsches Modell stark

19.10.2016

Mit 6,9 Prozent* verfügt Deutschland über die niedrigste Jugendarbeitslosenquote in Europa. Dies ist nicht zuletzt dem System der dualen Ausbildung zu verdanken, welches das Fundament für eine perspektivreiche Karriere u. a. im Handwerk legt. „Die duale Ausbildung ist ganz klar unser Erfolgsgeheimnis, weshalb es in Deutschland keine hohe Jugendarbeitslosigkeit gibt“, so Dr. Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden. „Gerade durch die Qualifizierung junger Fachkräfte nah an den Bedürfnissen des Marktes kommt ihr – auch im Vergleich mit der universitären Ausbildung – eine wichtige Steuerungsfunktion zu.“Das in Deutschland über Jahrzehnte hinweg erfolgreich gewachsene System der dualen Berufsausbildung ist mittlerweile auch durch die EU-Kommission anerkannt. Diese hatte die duale Ausbildung zum zentralen Baustein der am 10. Juni 2016 vom Europäischen Parlament angenommenen neuen europäischen Agenda für Kompetenzen erklärt.

Handwerkskammer-Präsident Dittrich wirbt daher heute gemeinsam mit Dr. Fritz Jaeckel, Chef der Staatskanzlei und Sächsischer Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, bei der Veranstaltung „Berufliche Bildung – der Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung in Europa“ im Sachsen-Verbindungsbüro in Brüssel dafür, dass das duale Ausbildungssystem in weiteren Mitgliedstaaten der Europäischen Union und darüber hinaus Schule macht.
„Das sächsische Handwerk ist mit seinen insgesamt 58.000 Betrieben mit wiederum 320.000 Beschäftigten und 12.000 Auszubildenden Motor für nachhaltiges Wachstum, Stabilitätsanker für gute Beschäftigung und Garant für eine hohe Ausbildungsleistung. Es leistet damit einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in Europa. Dies liegt nicht zuletzt an der erfolgreich gewachsenen Struktur der Beruflichen Bildung, die es – aller Angriffe aus Brüssel zum Trotz – zu verteidigen gilt“, so Dittrich, dem es besonders wichtig ist, in dem Zusammenhang auch noch einmal auf die Bedeutung des Meisterbriefes zu verweisen – gerade auch bei der Fachkräftesicherung: „Reichlich zehn Jahre nach der Novellierung der Handwerksordnung, in dessen Zuge 53 Handwerksberufe zulassungsfrei gestellt wurden, fällt die Bilanz verheerend aus.“

Diverse wissenschaftliche Studien belegen, dass Unternehmen, die in zulassungsfreien Handwerken, wie Brauer und Mälzer, Fliesenleger oder Modellbauer, firmieren, im Durchschnitt weitaus weniger wirtschaftlich leistungsfähig sind, deutlich weniger junge Fachkräfte ausbilden und viel kürzer am Markt verbleiben als jene 41 Handwerke, die als zulassungspflichtig gelten. „Daher setze ich mich mit Nachdruck für den Erhalt des qualifikationsgebundenen Berufszugangs zu 41 Handwerken mit Meisterpflicht in Deutschland – entgegen aller Liberalisierungs- und Deregulierungsbestrebungen der Europäischen Kommission im Rahmen der EU-Transparenzinitiative – ein. Die Regelung des qualifizierten Berufszugangs im Handwerk muss heute und in Zukunft ausschließlich in nationaler Hoheit verbleiben! Die EU-Kommission sollte sich in dieser Frage dem Subsidiaritätsprinzip besonders verpflichtet fühlen und darf hier keine rote Linie überschreiten“, betont Dittrich.

*Quelle: Eurostat; August 2016

 

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