Das ostsächsische Handwerk: innovativ, nachhaltig, qualitätsbewusst und Vorreiter der Digitalisierung

© André Wirsig

Das ostsächsische Handwerk: innovativ, nachhaltig, qualitätsbewusst und Vorreiter der Digitalisierung

Drei Handwerksbetriebe aus Dresden zeigen: „Die Zukunft ist unsere Baustelle!“

15.09.2016

Deutschlandweit öffnen am „Tag des Handwerks“ am 17. September kleine und große Handwerksbetriebe ihre Tore für Neugierige. Bereits heute hatte die Handwerkskammer Dresden zu einer Tour mit Elektrofahrzeugen zu drei herausragenden Betrieben in der Landeshauptstadt geladen. Sachsens Innenminister Markus Ulbig, der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Dresden, Dr. Robert Franke, und Dresdner Stadträte blickten hinter die Werkstore der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Dr. Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden, sagte: „Die drei besuchten Unternehmen stehen beispielhaft für die Vielfalt, die Innovationsfreude und das Qualitätsbewusstsein des Handwerks. Sie zeigen auch: Das Handwerk hat eine lange Tradition, setzt Trends und nimmt eine Vorreiterrolle in der Nutzung neuer Technologien ein.“

Der sächsische Innenminister Markus Ulbig erklärte: „Der Freistaat unterstützt den Ausbau der Elektromobilität im Rahmen des ‚Schaufensters Elektromobilität und geht selber mit gutem Beispiel voran. Vor wenigen Wochen haben wir das bisher größte E-Mobilitätsprojekt bei der sächsischen Polizei gestartet. Unsere Beamten sorgen somit nicht nur für Sicherheit, sondern werden mit ihren modernen, auffälligen Fahrzeugen und ihren emissionsfreien Fahrten zum Botschafter dieses Projekts in der Öffentlichkeit, wovon am Ende auch sächsische und Handwerksbetriebe aus Dresden profitieren.“

Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Dresden: „Das Dresdner Handwerk ist am Puls der Zeit. Die Betriebe verstehen die Digitalisierung als Chance, sie unterstützen die Sicherung des Fachkräftenachwuchses und erschließen aktiv nachhaltige Geschäftsfelder. Damit ist das Handwerk eine bedeutende Säule der Dresdner Wirtschaft.“

22.449 Handwerksbetriebe mit etwa 125.000 Beschäftigten und rund 5.200 Lehrlingen gibt es im Kammerbezirk Dresden. Mit 14,2 Betrieben je 1.000 Einwohner liegt die Betriebsdichte über dem bundesdeutschen Durchschnitt (12,3). Die meisten Handwerksunternehmen im Kammerbezirk gibt es mit 5.326 in der Landeshauptstadt Dresden.

Die Stationen der Tour:

Sattlerei Thomas Büttner

Im Jahr 1906 gegründet, steht die Sattlerei Büttner für modernstes Handwerk mit neuester Technik und Tradition gleichermaßen. Sattlermeister Thomas Büttner, der das Unternehmen 1987 übernahm, und seine 18 Mitarbeiter verkaufen in ihrem Reitsportfachmarkt, der sich am ehemaligen Standort der DEFA-Trickfilmstudios befindet, alles was das Reiterherz begehrt. Auf Reitsport ist die angeschlossene Sattlerei spezialisiert. Mit Hilfe eines digitalen Pferderückenabbilders werden hier anatomisch angepasste Sättel hergestellt. Im Wissen, dass ein Sattel als Bindeglied zwischen Pferd und Reiter perfekt passen muss, entstehen hier Handwerksprodukte der Extraklasse. In einem ersten Arbeitsschritt wird der Pferderücken mit Hilfe von Biegelinealen oder eines 3D-Pferderücken-Scanners vermessen. Auf dieser Daten-Grundlage erstellt der digitale Rückenabbilder innerhalb von Sekunden ein 1:1-Modell des Pferderückens. Anhand dieser Abbildung kann in der Werkstatt der Sattel perfekt an die Anatomie des Tieres angepasst werden. Die Sattlerei Büttner ist ein Musterbeispiel für die Möglichkeiten, die die Digitalisierung im Handwerk in der Produktion und bei der Erschließung von Geschäftsfeldern bietet.

Geith Bildhauer- und Steinmetz GmbH & Co.KG

Der Innungsbetrieb Geith ist ein echtes Familienunternehmen. 1924 in Dresden gegründet, führt heute mit Handwerkmeister Stefan Geith die vierte Generation die Firma. Im Dezember 2013 übernahm Sohn Stefan die alleinige Geschäftsführung von seinem Vater Andreas. Der Steinbildhauer- und Steinmetzmeister hatte das Unternehmen seit 1980 geführt, die letzten Jahre gemeinsam mit seinem Sohn. Auch heute noch ist der Senior im Betrieb engagiert. Als Restauratoren im Handwerk, einer Zusatzausbildung für Handwerksmeister, sind Geiths zusammen mit ihren Gesellen deutschlandweit gefragte Fachleute. Sie schufen unter anderem die Lesepultkanzel, große Teile der Chorschranke, Rauchvasen und Architekturteile für die Dresdner Frauenkirche. In Potsdam, am Grabmal Friedrich des Großen, ist ihre Handwerkskunst ebenso präsent, wie in Bad Muskau und an unzähligen Stellen in der Barockstadt Dresden. Derzeit sind die Handwerksmeister unter anderem am Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Subunternehmer beteiligt. Andreas Geith war darüber hinaus Mentor im Europäischen Fortbildungszentrum Venedig und Vorsitzender des Fördervereins des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks in Demitz-Thumitz. Die Geith Bildhauer- und Steinmetz GmbH ist ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge im Handwerk und wurde zudem 2015 als vorbildlicher Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet.

Vorwerk Podemus

Mit organischem Landbau, aktivem Umweltschutz und ökologischem Enthusiasmus ist das Vorwerk Podemus auf Erfolgskurs. Inhaber Bernhard Probst kam mit seiner Familie 1991 aus Baden-Württemberg ins Elbtal, um den Hof, der sich seit 1900 in Familienbesitz befand und später in die LPG „Karl Marx“ eingegliedert wurde, neu zu beleben. Das Vorwerk Podemus besteht aus drei Betrieben: ein Unternehmen für Ökologischen Landbau, den Bio-Märkten sowie der Fleisch und Wurstwaren GbR. Das Unternehmen beschäftigt heute 180 Mitarbeiter, betreibt zehn Bio-Märkte in Dresden, Radebeul, Freiberg und Bautzen und bewirtschaftet 276 Hektar Acker- und Grünflächen. Im Jahr 2009 wurde in Podemus die hochmoderne Fleischverarbeitungsanlage errichtet. Zu den hofeigenen Produkten aus der Landwirtschaft gehören neben Milch, Eiern, Fleisch- und Wurstwaren, Kartoffeln, Tomaten, Äpfel und Aprikosen. Das Vorwerk Podemus ist Musterbeispiel wie Betriebe Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung im Lebensmittelhandwerk vereinen.

Stichwort Elektromobilität

Die Förderung der Elektromobilität ist ein entscheidender Baustein für den Klimaschutz. Um Handwerksbetrieben die Einsatz-Möglichkeiten von Elektro-Fahrzeugen aufzuzeigen, bietet die Handwerkskammer Dresden Handwerkern die Möglichkeit sich in einem Kurs zu Beratern für Elektromobilität qualifizieren zu lassen. Der Lehrgang vermittelt technologieübergreifendes Wissen und behandelt zum Beispiel die Integration von Elektro- und Hybridfahrzeugen in Fuhrparks unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit und Ökobilanz. Am 19. September beginnen Teilnehmer aus ganz Deutschland einen neuen
„Berater für Elektromobilität“-Kurs an der Handwerkskammer Dresden.

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