Bundesrat berät am Freitag zur aktuellen Problemlage bei der Entsorgung von Styropor

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Bundesrat berät am Freitag zur aktuellen Problemlage bei der Entsorgung von Styropor

Handwerkskammer-Präsident Dittrich: „Es muss dringend eine praxisnahe Lösung her!“

15.12.2016

Seit dem 30. September gilt die geänderte Verordnung zur Entsorgung von Styropor, die auch zahlreiche ostsächsische Handwerksbetriebe, speziell im Bereich Bau und Ausbau, vor schwerwiegende Probleme stellt. Denn Abfälle, die das Flammschutzmittel HBCD (Hexabromcyclododecan) in einer Konzentration von mehr als 1.000 mg/kg enthalten, müssen seither als Sondermüll entsorgt werden. Dies ist jedoch nur in wenigen Anlagen möglich. In Sachsen gibt es gerade einmal zwei bis drei.

Aufgrund fehlender Entsorgungsstrukturen können viele Betriebe daher aktuell ihre oftmals voluminösen Dämmstoffabfälle nicht entsorgen und wissen andererseits nicht, wo sie diese zwischenzeitlich rechtskonform lagern sollen.

Zudem sind die Preise für die Entsorgungsleistung enorm gestiegen. Vielen Handwerksbetrieben entsteht damit ein finanzieller Schaden, der sie dauerhaft in ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit beeinträchtigen wird.

Die Handwerkskammer Dresden begrüßt daher eine Initiative des Saarlandes, die u. a. auch der Freistaat Sachsen unterstützt: Am Freitag (16. Dezember) beschäftigt sich der Bundesrat mit einem Verordnungsantrag, der die Verbrennung des Bauabfalls wieder ermöglichen soll.

Dazu Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden: „Dieser Antrag ist dringend nötig. Wir hoffen sehr, dass dies auch die Mitglieder des Bundesrates erkennen und die Mehrheit entsprechend für den Antrag des Saarlandes stimmt. Wir sind uns sicher, dass grundsätzlich alle Müllverbrennungsanlagen in Deutschland – und damit auch in Sachsen – in der Lage sind, HBCD-haltige Materialien ohne Gefährdung der Umwelt zu verbrennen. Für uns hat dieses Thema gerade höchste Priorität – auch wenn es im Bundesrat nur auf Tagesordnungspunkt 73 von 80 steht. Doch den Bundesratsmitgliedern muss eines bewusst sein: Sollten sie sich am Freitag nicht auf eine, wie vom Saarland vorgeschlagene, praxisorientierte Lösung einigen können, können wir ihnen bereits heute weiße Weihnachten garantieren – allerdings denke ich dabei nicht an Schnee-, sondern Styroporberge.“