Blick ins Verborgene – Ostsächsische Kunsthandwerker zeigen moderne und traditionelle Techniken

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Blick ins Verborgene – Ostsächsische Kunsthandwerker zeigen moderne und traditionelle Techniken

Rund 100 Teilnehmer öffnen zu den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks vom 23. bis 25. März ihre Werkstätten

14.03.2018

Bereits zum fünften Mal richtet die Handwerkskammer Dresden die Europäischen Tage des Kunsthandwerks vom 23. bis 25. März 2018 in ihrem Kammerbezirk (Landeshauptstadt Dresden, Landkreise Meißen, Bautzen, Görlitz und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) aus und konnte dafür rund 100 Kunsthandwerker, Designer und Kreative gewinnen. So gewähren an den drei Tagen unter anderem Buchbinder, Korbmacher, Musikinstrumentenbauer
oder Maßschneider den Besuchern Einblicke in ihre Werkstätten, um einzigartige Kostbarkeiten oder Kleinserien in Handarbeit zu präsentieren. Zusätzlich bieten einige Teilnehmer Workshops für Erwachsene oder Kinder, Führungen oder Ausstellungen an.

„Die Aktionstage sind für uns Anlass, die modernen und traditionellen Techniken bei der Entstehung der einzigartigen Produkte zu zeigen und darüber hinaus auf die vielfältigen Handwerksberufe aufmerksam zu machen“, sagt Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden.

In diesem Jahr stehen die Europäischen Tage des Kunsthandwerks zudem unter der Schirmherrschaft von Elke Büdenbender, Frau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier.

Weitere Informationen finden Sie unter www.kunsthandwerkstage.de.

 

Hintergrund:

Die Initiative zu den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks ging im Jahr 2002 vom Französischen Ministerium für Handwerk aus. Sie finden alljährlich im Frühjahr statt. Mittlerweile öffnen Kunsthandwerker in Belgien, Bulgarien, Deutschland, Estland, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweiz Ungarn und dem Vereinigten Königreich ihre Ateliers.

 

Teilnehmer-Porträts:

Im Folgenden stellen wir Ihnen einen Teilnehmer der Europäischen Tage des Kunsthandwerks aus Dresden näher vor. Dieses Porträt sowie das beiliegende Bild können Sie unter Angabe des Bildnachweises kostenfrei für Ihre redaktionelle Berichterstattung nutzen. Weitere Porträts aus den Landkreisen Meißen, Bautzen, Sächchsische Schweiz-Osterzgebirge und Görlitz senden wir Ihnen gern zu.

 

Teilnehmer – Geigenbaumeister Joachim Zimmermann:

 

Ein Handwerk für die Musikstadt

In jedem Streichinstrument, das durch seine Hände geht, sieht Geigenbaumeister Joachim Zimmermann das Schöne.

Sächsische Staatskapelle, Dresdner Philharmonie, eine Musikhochschule und nicht zuletzt zahlreiche Laienmusiker begründen den Ruf Dresdens als Musikstadt. Doch wo viel musiziert wird, braucht es auch Handwerker, die sich der Musikinstrumente annehmen. Joachim Zimmermann gehört zu ihnen. Da er auch zahlreiche Streichmusiker aus dem Dresdner Umland zu seinem Kundenkreis zählt, geht dem Geigenbaumeister die Arbeit nicht aus. „Einmal im Jahr sollte ein Berufsmusiker sein Instrument zur Wartung vorbeibringen“, erzählt er. „Bei Beschädigungen natürlich gleich.“

Die Aufarbeitung von Griffbrettern sowie Lackretuschen gehören zu den Tätigkeiten, die häufig anfallen. Auch die Restaurierung von Geigen und Bögen fällt ins Aufgabengebiet von Joachim Zimmermann. „Dabei schwingt auch immer die Wertschätzung für den Kollegen mit, der das Instrument gebaut hat“, betont er. Auf die Frage, ob er schon mal ganz besondere Instrumente restaurieren konnte, relativiert er: „Es ist nicht der materielle Wert, den ich bei den Instrumenten sehe. In jeder Geige entdecke ich das Schöne. Und bei der Arbeit ist es das behutsame Vorgehen, das Erhalten und Konservieren, das mich begeistert.“ Unterstützung erhält der gebürtige Westsachse von seinem Mitarbeiter Andreas Thümmler, der mitten in der Meisterausbildung steckt.

Aufgrund der vielen Reparatur- und Wartungsaufträge kommen die beiden kaum dazu, sich dem Neubau von Instrumenten zu widmen. Das war einmal anders: Nach seiner Ausbildung und der Meisterprüfung in Markneukirchen eröffnete Joachim Zimmermann eine eigene Werkstatt in Bad Brambach und betrieb dort Export-Neubau. „Das brachte Devisen“, erzählt er und ergänzt schmunzelnd: „Also, für den Staat, nicht für mich.“ Über die Hürden, die er zu DDR-Zeiten überwinden musste, spricht er nur ungern: Die Verweigerung, studieren zu dürfen etwa, oder das 13-monatige Ringen um einen Gewerbeschein für die Eröffnung seiner ersten Werkstatt.

Umso freudiger erzählt er von der Aufbruchstimmung nach der Wende: Da habe er recht bald einen Geigenbaumeister aus Norddeutschland kennengelernt. 1991 zog er mit Frau und Kindern für zwei Jahre nach Stade, um bei eben jenem Handwerker zu arbeiten. „Da habe ich noch mal viel gelernt und neue Horizonte entdeckt, besonders im Bereich Restaurierung. Das war meine kostbarste Zeit“, zieht der 57-Jährige Bilanz. Dennoch zog es ihn zurück nach Sachsen, wo er 1994 seine Werkstatt in einer Villa auf der Dresdner Wasastraße eröffnete.

Hier ist es der rege Kundenkontakt, den er neben seiner handwerklichen Arbeit besonders schätzt. Nur manchmal schließt er sich mit seinem Mitarbeiter für mehrere Tage in seiner Werkstatt ein. Dann wenden sie sich dem gelagerten Fichten- und Ahornholz aus der Alpenregion zu, um doch einmal wieder ein Instrument selbst zu bauen. „Da braucht es einfach sehr viel Ruhe“, sagt Joachim Zimmermann.

Bevor es aber wieder so weit ist, öffnet er die Türen der Geigenbauwerkstatt in Dresden-Strehlen anlässlich der Europäischen Tage des Kunsthandwerks für interessierte Besucher. Am Freitag, dem 23. März von 10 bis 18 Uhr und am Samstag, dem 24. März von 10 bis 14 Uhr kann sie besichtigt werden. „Ich möchte gerne von meinem Handwerk erzählen und lasse mir auch bei der einen oder anderen Tätigkeit über die Schulter schauen“, kündigt Joachim Zimmermann an.

 

 

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