320 Absolventen erhalten ihren Meisterbrief bei der Meisterfeier der Handwerkskammer Dresden

© André Wirsig

320 Absolventen erhalten ihren Meisterbrief bei der Meisterfeier der Handwerkskammer Dresden

Präsident Dittrich: „Packen Sie an! Sie haben die Bildung, die jugendliche Frische und die Zukunft auf Ihrer Seite.“

24.11.2018

320 neue Meister – 41 Frauen und 279 Männer – aus dem Bereich der Handwerkskammer Dresden haben am heutigen Samstag (24. November 2018) in der Messe Dresden vor rund 2.300 Gästen ihren Meisterbrief erhalten. Damit haben seit 1990 rund 16.500 Handwerker ihre Meisterausbildung im Kammerbezirk Dresden absolviert.

Als besonderen Moment für die Absolventen bezeichnete Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden, die Übergabe der Meisterbriefe. „Sie sind am Zug. Sie haben die Bildung, die jugendliche Frische und die Zukunft auf Ihrer Seite. Packen Sie selber an!“, appellierte Dittrich, selbst Dachdeckermeister, in seiner Festrede an die neue Meistergeneration. „Die Meinungshoheit sollte der Jugend gehören. Sie muss schließlich am längsten mit den Konsequenzen der Entscheidungen, die wir heute treffen, leben.“ Er ermunterte die neuen Meister daher sich einzumischen und sich zu engagieren – in den Innungen, den Gremien der Handwerkskammer, aber auch in der Politik.

Dittrich wandte sich in seiner Rede aber auch direkt an die Politik und mahnte an, dass die Belastungen für Handwerksbetriebe nicht unendlich in die Höhe geschraubt werden dürften: „Wofür soll der Handwerker sein erwirtschaftetes Geld eigentlich ausgeben? Für die bessere Bezahlung seiner Mitarbeiter und Lehrlinge – oder für neue Dieselautos, höhere Energiepreise, neue Kassensysteme, die das Finanzamt fordert, sowie für die Konsequenzen aus Gewerbeabfallverordnung und Datenschutzgrundverordnung?“, fragte der Handwerkskammer-Präsident plakativ in die Runde, dabei sei klar: „Geld kann nur einmal ausgegeben werden und der Preis für Handwerksleistungen ist nicht beliebig steigerbar.“

„Bildung – Handwerk – Zukunft“ – zu diesem Thema sprach Festredner Richard David Precht. Der Philosoph und Bestseller-Autor knüpfte damit an das Meisterfeier-Motto „Meister 2018. Wir sind unsere Zukunft.“ an. Für ihn steht fest: „Die Aufgabe der Bildung der Zukunft ist Selbstbefähigung und nicht Dienst nach Vorschrift!“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gratulierte in einem Grußwort den neuen Meistern: "Leidenschaft und Können, Kompetenz und Qualität: Für all das stehen das deutsche Handwerk und seine Meister. Sie alle haben sich nun ebenfalls einen Abschluss erarbeitet, der auch international zu den angesehensten zählt. Herzlichen Glückwunsch zu dieser starken Leistung! Fachkräfte wie Sie sind es, die die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks sichern und die sächsische Wirtschaft insgesamt stärken."

Stellvertretend für alle 320 neuen Meister sprach Kosmetikermeisterin Sandy Matzk aus Dresden, die als eine der besten Absolventen gewerkeübergreifend ausgezeichnet wurde: „Auch wenn wir uns aus unterschiedlichen Gründen für die Meisterausbildung entschieden haben, hatten wir eines gemeinsam: Wir wollten mehr! Wir wollten und wollen uns weiterentwickeln“, so die 42-Jährige. Dafür seien alle an ihre Grenzen gegangen und manchmal auch ein Stück darüber hinaus. „Doch Wille und Ausdauer haben sich ausgezahlt“, freute sich die Kosmetikermeisterin, die betonte, wie wichtig ihr und dem gesamten Berufsstand die Rückgewinnung des Meistertitels für das Kosmetiker-Gewerbe sei. Sie und ihre vier Mitstreiterinnen im Meisterkurs sind die ersten Meisterabsolventen im Kosmetiker-Gewerbe an der Handwerkskammer Dresden seit 1990. Erst durch den Erlass der Kosmetikermeisterverordnung durch das Bundeswirtschaftsministerium am 16. Januar 2015 wurde die Meisterprüfung im Kosmetiker-Gewerbe erstmals seit 1990 wieder ermöglicht.

Übergabe Meisterbonus und Meisterdarlehen

Seit 2016 erhalten neue Meister, die ihren Hauptwohnsitz oder Beschäftigungsort in Sachsen haben, vom Freistaat einen Meisterbonus in Höhe von 1.000 Euro. In diesem Jahr werden rund 260 Meister, die im Kammerbezirk Dresden ihren Meister gemacht haben, davon profitieren. Stellvertretend für diese bekam Landmaschinenmechanikermeister Lars Dürichen aus Priestewitz (Landkreis Meißen) die Förderzusage für den Meisterbonus vom stellvertretenden Ministerpräsidenten und Wirtschaftsminister Martin Dulig überreicht. Um die künftigen Gründer und Unternehmer besser zu fördern, forderte Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden im Rahmen der Meisterfeier erneut die Verdopplung des Meisterbonus. Andere Bundesländer haben es vorgemacht: In Niedersachsen beträgt der Meisterbonus sogar 4.000 Euro.

Um neue Meister auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen, gibt es seit dem Jahr 2010 zudem das Meisterdarlehen. Es handelt sich dabei um ein Angebot für ein zinsverbilligtes Darlehen der Sächsischen Aufbaubank von maximal 100.000 Euro. Die Meisterdarlehens-Angebote wurden in diesem Jahr an Kosmetikermeisterin Sandy Matzk aus Dresden, Installateur- und Heizungsbauermeister André Marx aus Weißenberg (Landkreis Bautzen) und Zimmerermeister Benjamin Konkol aus Rathmannsdorf (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) überreicht.

Zahlen und Fakten

In insgesamt 26 Handwerksberufen haben die 320 frischgebackenen Meister ihren Abschluss gemacht. Die größte Gruppe – insgesamt 67 – stellen dabei erneut die Kraftfahrzeugtechniker. Es folgen Installateur- und Heizungsbauer (25), Orthopädieschuhmacher (23), Bäcker (22) und Elektrotechniker (19). Es gibt aber auch Gewerke – Uhrmacher, Schilder- und Lichtreklamehersteller sowie Steinmetz und Steinbildhauer –, in denen es in diesem Jahr im Kammerbezirk Dresden einen bzw. zwei Absolventen im Meisterstudium gibt.

241 der neuen Meister (75 Prozent) kommen aus Sachsen. Zudem stammen die Absolventen aus zwölf weiteren Bundesländern. Eine Meisterin kommt aus Paris, ein anderer lebt in der Schweiz. Doch nicht nur mit Blick auf die Gewerke oder die regionale Herkunft zeigt sich ein breites Spektrum: Der jüngste Meister ist gerade einmal 20 Jahre alt, die älteste Absolventin ist 55 Jahre.

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