150.000 Euro für Projekt „Fit in KMU – Für Integration und Toleranz in kleinen und mittleren Unternehmen"

© Handwerkskammer Dresden

150.000 Euro für Projekt „Fit in KMU – Für Integration und Toleranz in kleinen und mittleren Unternehmen"

Integrationsministerin Köpping: „Unternehmen wichtige Partner bei Integration“

21.03.2016

"Die sächsischen Unternehmen sind wichtige Partner bei der Integration von Migrantinnen und Migranten. Mit der Förderung von Toleranz, Akzeptanz und der Entwicklung einer innerbetrieblichen Willkommenskultur leisten sie eine wichtige Arbeit, bei der wir sie und die Belegschaften gern unterstützen", sagte die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping bei der heutigen Übergabe von Fördermitteln aus dem Programm Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz in Dresden. "Das ist ein wichtiges Signal, gerade am heutigen Internationalen Tag gegen Rassismus. Diskriminierung aufgrund unterschiedlicher Hautfarbe oder Herkunft ist ein Problem, dem wir uns als gesamte Gesellschaft entgegenstellen müssen."

Bereits seit 2015 gibt es das Projekt „Fit in KMU“, welches vom Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft gGmbH (BSW) und der Handwerkskammer Dresden entwickelt wurde. Im vergangenen Jahr wurden fast 40 interkulturelle Trainings und Schulungen in Unternehmen, bei Berufsschulen, Jobcentern oder Kammern durchgeführt.

„‘Bei uns zählt nicht, wo man herkommt, sondern wo man hin will', ist schon lange der Slogan des Handwerks. Gerade im Zuge der Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung schauen die Unternehmen auch über den Tellerrand, um geeignete Mitarbeiter zu finden. Dabei ist die Integration von Mitarbeitern anderer Nationalitäten für kleine und mittlere Unternehmen ein Weg, der Chancen und Risiken bietet. Mit dem Projekt 'Fit in KMU' unterstützen wir die Betriebe gern bei den damit verbundenen Herausforderungen", so Dr. Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden.

Melanie Tuchscherer, Personalleiterin der Volkssolidarität Stadtverband Chemnitz e.V. ergänzt: „Besonders im Alten- und Krankenpflegebereich fehlen qualifizierte Arbeitskräfte. Wir durften bereits erfahren, dass Migrantinnen und Migranten zum Teil eine gute Ausbildung absolviert haben und gern in Deutschland eine Arbeit, auch im Pflegebereich, aufnehmen möchten. Dafür benötigen Sie jedoch persönliche Beratung und Unterstützung, z.B. bei der Anerkennung der im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse. Durch die interkulturellen Trainings im Projekt und die Einstellung einer Mitarbeiterin im Verein speziell für die Integration von Migrantinnen und Migranten wurde unsere offene Philosophie gestärkt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders sensibilisiert, was gerade momentan von großer Bedeutung ist.

Unternehmerinnen und Unternehmer, die die interkulturelle Kompetenz ihrer Belegschaft fördern wollen, erhalten über die Handwerkskammer Dresden geeignete Trainer, die dann vor Ort mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeiten.

„Integration von ausländischen Arbeitskräften ist ein wechselseitiger Prozess, welcher von beiden Seiten Einsatz und Hingabe abverlangt. In der Regel werden deutsche Fachkräfte bei der Einstellung von ausländischen Mitarbeitern unvorbereitet mit fremden Kulturen und Ethnien konfrontiert. Meine Arbeit auf diesem Gebiet hat mir gezeigt, dass die intensive Vorbereitung der deutschen Mitarbeiter vor der Ankunft der ausländischen Kollegen unerlässlich ist. Was ich kenne macht mir keine Angst! Es gilt Vorurteile abzubauen, die neue Kultur mit ihrem Wertesystem kennenzulernen und wichtige Strategien zu erarbeiten, um Konflikte zu vermeiden und zu lösen. Auch sollte den deutschen Kollegen das notwendige Handwerkzeug zur Verfügung gestellt werden, mit welchem sie die Integration und die Sprachkenntnisse der ausländischen Mitarbeiter fördern können. Viele der KMU sehen die Notwendigkeit dieser Vorbereitung, verfügen aber leider nicht über die nötigen finanziellen und zeitlichen Ressourcen, sich und ihre Belegschaft intensiv, ohne die betrieblichen Abläufe zu gefährden, auf neue Kollegen einzustellen. Das Projekt „Fit in KMU“ bietet besonders in kleinen und mittleren Betrieben eine ideale Möglichkeit, sich diese interkulturellen Kompetenzen anzueignen und somit die Integration ihrer ausländischen Mitarbeiter zu erleichtern. Meine geleistete Hilfestellung als Brücke zwischen beiden Kulturen wird von den Betrieben offen und dankbar angenommen“, erklärt Leonor Meyer, freie Trainerin und Integrationscoach.

Hintergrund:
Das BSW erhielt am 21. März einen Zuwendungsbescheid über 150.000 Euro für das Projekt „Fit in KMU – Für Integration und Toleranz in Kleinen und Mittleren Unternehmen“ aus dem Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“. Das Projekt wurde erstmals 2015 durchgeführt.

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