Coronavirus - Häufige Fragen zur Ausbildung

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Coronavirus - Häufige Fragen zur Ausbildung

Die Allgemeinverfügung für eine Ausnahme von der Untersagung des Präsenzunterrichts nur in Form von Wechselunterricht sowie von der Untersagung der Präsenzbeschulung für Berufsbildungseinrichtungen nach § 2 Absatz 1 Nummer 3 BBiG wurde veröffentlicht.

Damit sind Verbundlehrgänge, Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU/übA), Meisterkurse und weitere unaufschiebbare berufliche Fort- und Weiterbildungen mit anerkanntem Abschluss und Sach- und Fachkundeprüfungen aufgrund staatlicher Anforderungen für die Berufsausübung inzidenzwertunabhängig durchführbar. Voraussetzung ist, dass an den Maßnahmen nur Personen teilnehmen, die zweimal in der Woche getestet werden. Entsprechendes sieht der Entwurf der Änderung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) im Zusammenhang mit § 28b Abs. 3 vor, der voraussichtlich Ende Mai vom Bundestag rückwirkend beschlossen wird.

Die Vorbereitung und Durchführung von Prüfungen (Zwischen- und Abschlussprüfungen) sind kein Unterricht im Sinne der Vorschrift unter § 28b Absatz 3 Infektionsschutzgesetz (IfSG) und bleiben daher unberührt.

Mit der Novelle des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) wurde der Anspruch des Azubis auf Freistellung von der Ausbildung im Betrieb in § 15 BBiG genauer geregelt.

Danach dürfen Ausbildende Auszubildende vor einem vor 9 Uhr beginnenden Berufsschulunterricht nicht beschäftigen. Auszubildende sind u.a. für die Teilnahme am Berufsschulunterricht, an einem Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden von mindestens je 45 Minuten, einmal in der Woche und in Berufsschulwochen mit einem planmäßigen Blockunterricht von mindestens 25 Stunden an mindestens fünf Tagen freizustellen. Die Nichtfreistellung entgegen der Vorschrift stellt eine Ordnungswidrigkeit gem. § 102 Absatz 1 Nummer 4 BBiG dar.

Bei der Anrechnung von Berufsschultagen und Berufsschulwochen wird die durchschnittliche tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit berücksichtigt.

Für den Blockunterricht in Homeschooling dürften die Azubis von ihren Lehrkräften mit Lernplänen und Aufgaben versorgt werden. Das heißt nicht, dass die Auszubildenden hier zu Hause bleiben können. Der Betrieb muss Ihnen aber die Gelegenheit einräumen die Aufgaben zu bearbeiten - z.B. durch Zurverfügungstellung eines eigenen Hausaufgabenplatzes im Unternehmen oder durch Freistellung ab der Mittagszeit zur Bearbeitung. Der Betrieb sollte sich die bearbeiteten Aufgaben zeigen lassen.

Leider wird von den Schulen die außerschulische Lernzeit sehr unterschiedlich gehandhabt. Einige Schulen bieten Online-Unterricht an, andere Schulen geben Lern- u. Arbeitsblätter aus und einige Schulen geben lediglich die Empfehlung, sich außerhalb der Präsenzzeit trotzdem theoretisches Wissen anzueignen.

Ein einheitlicher Umfang zur benötigten Lernzeit kann somit nicht ermittelt werden. Die Handwerkskammer empfiehlt daher, jeweils zwischen dem Ausbilder und dem Azubi individuelle Absprachen zu treffen und dem Azubi die notwendige Zeit für Selbststudium oder ggf. Online-Präsenzen einzuräumen. Schließlich gilt es ja, so wenig wie möglich Lerninhalte zu versäumen, und dies ist ja auch im Interesse des Unternehmens.

Eine Versetzung von Auszubildenden in andere Abteilungen kann unternehmendbedingt sicher eine kurzfristige Lösung sein. Eine Versetzung in Lehrwerkstätten ist nicht von Vorteil, da hierbei eine potenzielle Übertragungsgefahr besteht. Eine Durchführung von gemeinsamen Ausbildungsveranstaltungen ist seit dem Maßnahmenbeschluss der Bundesregierung ebenfalls nicht mehr möglich. Insofern bleibt tatsächlich nur die Prüfung, ob Ausbildungsinhalte vorgezogen oder z. Bsp. theoretische Lernphasen auf ein Selbststudium verlagert werden können. Selbstverständlich kann auch dann weiter praktisch geübt werden, wenn das Unternehmen geschlossen ist. Zum Beispiel kann ein Friseurlehrling, an einem Modell weiter üben.

Nein, darf er nicht. Der Ausbildungsbetrieb hat aber dafür zu sorgen, dass eine Übertragungsgefahr weitestgehend ausgeschlossen wird. Zusätzlich empfehlen wir, genau wie bei Beschäftigten, dem Lehrling eine Bescheinigung des Arbeitgebers auszuhändigen, die Auskunft über das bestehende Ausbildungsverhältnis und ggf. über den Einsatzort gibt. Hierfür können Sie die Arbeitgeberbescheinigung in der Mustervorlage verwenden.

Die Ausbildung endet mit Bestehen der Gesellenprüfung oder mit dem im Ausbildungsvertrag eingetragenem Datum. Wir gehen derzeit davon aus, dass alle Prüfungen bis zum Ende der Ausbildungszeit absolviert werden können.

Der Prüfungsturnus im Handwerk beträgt ein halbes Jahr. Wenn sich in diesem Turnus z. Bsp. die Zwischenprüfung verschiebt, wird diese spätestens ein halbes Jahr später durchgeführt. In einem 3-jährigen Beruf ist dann immer noch ein halbes Jahr Zeit bis zur Gesellenprüfung.

Kann infolge der aktuellen Beschränkungen der Teil 1 der gestreckten Abschluss- / Gesellenprüfung nicht wie geplant stattfinden, kann dennoch eine Zulassung des Prüflings zu Teil 2 erfolgen. In diesem Fall ist Teil 1 zusammen mit Teil 2 abzulegen.

Findet eine Zwischenprüfung infolge der Beschränkungen nicht statt, kann im Einzelfall dennoch eine Zulassung zur Abschluss- / Gesellenprüfung erfolgen.

Es gibt keinen festgelegten Ausbildungsstart. Die Handwerkskammer Dresden empfiehlt die Ausbildung nicht vor dem 1. August zu starten und ohne Anrechnungszeiten sollte ein Lehrvertrag bis spätestens 31.10. beginnen. Bitte beachten Sie jeweils den Start an den Berufsschulen.

Für Realschüler kann die Ausbildungszeit um bis zu 6 Monate, für Abiturienten oder Studienaussteiger um bis zu 12 Monate verkürzt werden. Dies macht für einen Großteil der Jugendlichen ohnehin einen flexiblen Ausbildungsbeginn möglich. Gern beraten wir Sie (Telefon 0351 4640-961) bei der konkreten Vertragsgestaltung!

Die Handwerkskammer ist zuständige Stelle für die Abnahme von Gesellen- und Abschlussprüfungen, Meisterprüfungen und Fortbildungsprüfungen. Verbindlich sind dabei ausschließlich die von der Handwerkskammer Dresden als zuständiger Kammer mitgeteilten Termine.

Termine zu Fortbildungs- und Meisterprüfungen werden zeitnah bekannt gegeben sobald die begonnenen Lehrgänge nach dem Lockdown abgeschlossen werden können.

Letzte Aktualisierung: 11.05.2021

Ansprechpartner

Berufsausbildung
Göran Zerbe
Abteilungsleiter

Telefon: 0351 4640-971
Fax: 0351 4640-34971
E-Mail schreiben

Petra Silbermann
Abteilungsleiterin Prüfungen

Telefon: 0351 4640-581
Fax: 0351 4640-34581
E-Mail schreiben

Hinweis:
Senden Sie Ihre Fragen per E-Mail an: fragen@hwk-dresden.de

Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

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Das Bundeskabinett hatte Ende Juni 2020 finanzielle Hilfen für Ausbildungsbetriebe auf den Weg gebracht, die durch die Corona-Pandemie in erheblichen Umfang betroffen sind.

Für die erste Förderrichtlinie können seit Anfang August 2020 Anträge bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt werden. Durch eine erste Änderungen der ersten Förderrichtlinie wurden die Förderbedingungen nochmals angepasst. Die Änderungen sind am 11. Dezember 2020 in Kraft getreten und gelten auch rückwirkend. Anträge auf Förderungen können innerhalb von drei Monaten auch für bereits bestehende Ausbildungsverhältnisse gestellt werden, für die bisher eine Förderung nicht möglich war, die aber von den geänderten Voraussetzungen erfasst sind. Dies gilt auch, wenn ein vorheriger Antrag aus diesen Gründen abgelehnt worden ist. Alle Prämien werden rückwirkend für alle Ausbildungsverhältnisse, die die Voraussetzungen erfüllen und die im Ausbildungsjahr 2020/2021 ab dem 1. August 2020 beginnen, gezahlt. Über die Vergabe der Fördermittel wird nach der Reihenfolge des Antragseingangs mit den vollständigen Unterlagen entschieden. Die Auszahlung der Prämien erfolgt nach erfolgreicher Probezeit.

Was wird bzw. wurde bisher gefördert?

  1. Ausbildungsprämie bei Erhalt des Ausbildungsniveaus (Ausbildungsbeginn bis 31.05.2021): Ausbildungsbetriebe werden mit Ausbildungsprämien in Höhe von 2.000 Euro gefördert, wenn sie im Zeitraum von April bis Dezember 2020 in zwei zusammenhängenden Monaten einen Umsatzeinbruch von durchschnittlich mindestens 50 Prozent oder in fünf zusammenhängenden Monaten von durchschnittlich mindestens 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkraften müssen und dabei weiterhin in einem Umfang ausbilden wie in den drei Jahren zuvor. Die Durchführung von Kurzarbeit wird dabei auch im zweiten Halbjahr 2020 berücksichtigt. Ausbildungen, die vom 24. Juni 2020 bis zum 31. Juli 2020 begonnen haben, werden in die Ausbildungsprämie miteinbezogen.
  2. Ausbildungsprämie plus bei Erhöhung des Ausbildungsniveaus (Ausbildungsbeginn bis 31.05.2021): Eine Ausbildungsprämie in Höhe von 3000 Euro erhalten Betriebe, die trotz Kurzarbeit (mindestens ein Monat) oder Umsatzeinbußen von 60 Prozent in den Monaten April und Mai 2020 ihr Ausbildungsengagement im Jahr 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöhen.
  3. Zuschuss zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit (bis März 2021):
    Betriebe, die trotz eines Arbeitsausfalles von 50 Prozent ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat gefördert, in dem dies der Fall ist.
  4. Übernahmeprämie (bis März 2021): Betriebe, die Auszubildende aus insolventen Betrieben übernehmen, erhalten eine Prämie von 3000 Euro pro übernommenen Auszubildenden. Dies ist unabhängig von der Betriebsgröße (bisher: nur, wenn beide Betriebe maximal 249 Mitarbeiter hatten).

     

Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ wird für das Ausbildungsjahr 2021/22 verlängert und erweitert. Alle vorgesehenen Änderungen finden Sie im oben stehenden Artikel - Förderrichtlinie "Ausbildungsplätze sichern" für das Ausbildungsjahr 2021/22.

 

Wie erfolgt die Antragstellung?

Als Handwerkskammer Dresden bestätigen wir Ihnen über das Formular "Bescheinigung der zuständigen Stelle" die neuen und bestehenden Ausbildungsverhältnisse sowie die vereinbarte Ausbildungsvergütung. Bitte senden Sie hierfür die vorausgefüllte "Bescheinigung der zuständigen Stelle" möglichst per E-Mail an Lehrlingsrolle@hwk-dresden.de. Wir schicken Ihnen anschließend die Bescheinigung(en) unterschrieben zurück.

Ansprechpartner

Berufsausbildung
Göran Zerbe
Abteilungsleiter

Telefon: 0351 4640-971
Fax: 0351 4640-34971
E-Mail schreiben

Claudia Kalinka
Referentin Bildungspolitik/Grundsatzfragen

Telefon: 0351 4640-968
Fax: 0351 4640-34968
E-Mail schreiben

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