Coronavirus - Häufige Fragen zur Ausbildung

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Coronavirus - Häufige Fragen zur Ausbildung

Grundsätzlich gilt, dass ein AG seinen Azubi zum Schulbesuch freizustellen hat. Wenn, wie derzeit beschlossen, keine Schule geöffnet hat gilt für den Azubi Arbeitszeit im Unternehmen.

Leider wird von den Schulen diese unterrichtfreie Zeit sehr unterschiedlich gehandhabt. Einige Schulen bieten Online-Unterricht an, andere Schulen geben Lern- u. Arbeitsblätter aus und einige Schulen geben lediglich die Empfehlung, sich in der unterrichtsfreien Zeit trotzdem theoretisches Wissen anzueignen.

Ein einheitlicher Umfang zur benötigten Lernzeit kann somit nicht ermittelt werden. Die HWK empfiehlt daher, jeweils zwischen dem Ausbilder und dem Azubi individuelle Absprachen zu treffen und dem Azubi die notwendige Zeit für Selbststudium oder ggf. Online-Präsenzen einzuräumen. Schließlich gilt es ja, so wenig wie möglich Lerninhalte zu versäumen, und dies ist ja auch im Interesse des Unternehmens.

In der Regel ist Kurzarbeit für Azubis nicht vorgesehen. Grundsätzlich muss der Betrieb versuchen, die Ausbildung weiter zu ermöglichen. Das gelingt bspw. durch die Umstellung eines Ausbildungsplans, die Verlagerung der Ausbildung in eine andere Abteilung oder die Nutzung von Online-Seminaren. Sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft oder - wie aktuell - eine komplette Schließung aller betrieblichen Aktivitäten behördlich angeordnet, kann für den Azubi Kurzarbeit angeordnet werden. Allerdings hat der Azubi zunächst für die Dauer von 6 Wochen einen Anspruch auf Fortzahlung der Vergütung in voller Höhe (§ 19 Abs.1 Nr. 2 BBiG). Da (tarif-)vertraglich ggf. weitreichendere Vergütungsregelungen bestehen können, ist stets eine Prüfung im Einzelfall erforderlich. Erst nach Ablauf dieser 6 Wochen kann der Bezug von Kurzarbeitergeld in Betracht kommen.

Eine Versetzung von Auszubildenden in andere Abteilungen kann unternehmendbedingt sicher eine kurzfristige Lösung sein. Eine Versetzung in Lehrwerkstätten ist nicht von Vorteil, da hierbei eine potenzielle Übertragungsgefahr besteht. Eine Durchführung von gemeinsamen Ausbildungsveranstaltungen ist seit dem Maßnahmenbeschluss der Bundesregierung ebenfalls nicht mehr möglich. Insofern bleibt tatsächlich nur die Prüfung, ob Ausbildungsinhalte vorgezogen oder z. Bsp. theoretische Lernphasen auf ein Selbststudium verlagert werden können. Selbstverständlich kann auch dann weiter praktisch geübt werden, wenn das Unternehmen geschlossen ist. Zum Beispiel kann ein Friseurlehrling, an einem Modell weiter üben.

Nein, darf er nicht. Der Ausbildungsbetrieb hat aber dafür zu sorgen, dass eine Übertragungsgefahr weitestgehend ausgeschlossen wird. Zusätzlich empfehlen wir, genau wie bei Beschäftigten, dem Lehrling eine Bescheinigung des Arbeitgebers auszuhändigen, die Auskunft über das bestehende Ausbildungsverhältnis und ggf. über den Einsatzort gibt. Hierfür können Sie die Arbeitgeberbescheinigung in der Mustervorlage verwenden.

Infolge der Corona-Pandemie können derzeit bundesweit Berufsprüfungen nicht wie geplant stattfinden. Dies dient dem Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und um die Auszubildenden, die Prüfer und Mitarbeiter der Bildungseinrichtungen und Kammern zu schützen.

Die Ausbildung endet mit Bestehen der Gesellenprüfung oder mit dem im Ausbildungsvertrag eingetragenem Datum. Wir gehen derzeit davon aus, dass alle Prüfungen bis zum Ende der Ausbildungszeit absolviert werden können.

Der Prüfungsturnus im Handwerk beträgt ein halbes Jahr. Wenn sich in diesem Turnus z. Bsp. die Zwischenprüfung verschiebt, wird diese spätestens ein halbes Jahr später durchgeführt. In einem 3-jährigen Beruf ist dann immer noch ein halbes Jahr Zeit bis zur Gesellenprüfung.

Kann infolge der aktuellen Beschränkungen der Teil 1 der gestreckten Abschluss- / Gesellenprüfung nicht wie geplant stattfinden, kann dennoch eine Zulassung des Prüflings zu Teil 2 erfolgen. In diesem Fall ist Teil 1 zusammen mit Teil 2 abzulegen.

Findet eine Zwischenprüfung infolge der Beschränkungen nicht statt, kann im Einzelfall dennoch eine Zulassung zur Abschluss- / Gesellenprüfung erfolgen.

Es gibt keinen festgelegten Ausbildungsstart. Die Handwerkskammer Dresden empfiehlt ohnehin die Ausbildung nicht vor dem 1. August zu starten und ohne Anrechnungszeiten sollte ein Lehrvertrag bis spätestens 31.10. beginnen. Für Realschüler kann die Ausbildungszeit um bis zu 6 Monate, für Abiturienten oder Studienaussteiger um bis zu 12 Monate verkürzt werden. Dies macht für einen Großteil der Jugendlichen ohnehin einen flexiblen Ausbildungsbeginn möglich.

Prüfungen können frühestens ab dem 4. Mai 2020 wieder stattfinden. Da nicht vorhersagbar ist, wie sich die Ausbreitung des Virus in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird, gehen wir von der aktuellen Lageeinschätzung aus. Daher kann eine verbindliche Einladung zur Prüfung erst nach Aufhebung der Beschränkungen erfolgen. Die Allgemeinverfügung ist bis zum Ablauf des 19.April 2020 in Kraft.

Eine frühestmögliche Einladung der Prüflinge zu den anstehenden Prüfungsterminen kann somit am 20. April 2020 erfolgen.

Verbindlich sind dabei ausschließlich die von der Handwerkskammer Dresden als zuständiger Kammer mitgeteilten Termine.

Prüfungen, die in Amtshilfe bei der IHK Dresden durchgeführt werden, sind wie folgt verschoben: Schriftliche IHK-Ausbildungsprüfungen werden nach jetzigem Stand in der Zeit vom 16. bis zum 19. Juni 2020 nachgeholt. Die industriell-technischen Prüfungen sollen am 16. und 17. Juni 2020 und die kaufmännischen am 18. und 19. Juni 2020 stattfinden. Prüfungsteilnehmer, die im Frühjahr 2020 für die Abschlussprüfung Teil 1 angemeldet waren, können ihre Prüfung im Herbst 2020 nachholen. Genauere Informationen zu den Aus- und Weiterbildungsprüfungen werden die IHKs auf ihren Webseiten bereitstellen.

Letzte Aktualisierung: 03.04.2020, 10:25 Uhr

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