Steuerliche Erleichterungen und Erleichterungen bei den Sozialabgaben im Kontext der Corona-Pandemie

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Steuerliche Erleichterungen und Erleichterungen bei den Sozialabgaben im Kontext der Corona-Pandemie

Steuerliche Hilfsangebote der Finanzämter bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus sind z. B. die Herabsetzung oder Aussetzung laufender Vorauszahlungen zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer, zinslose Stundungen fälliger Steuerzahlungen, Erlass von Säumniszuschlägen und Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen.

Betroffene können sich mit einem formlosen Antrag direkt an ihr zuständiges Finanzamt wenden. Die Regelungen gelten bis 31. Dezember 2020 und werden in Sachsen auch auf Landessteuern angewendet. Zur Herabsetzung der Gewerbesteuervorauszahlungen kann das Finanzamt auf Antrag den Gewerbesteuermessbetrag mindern. Stundungs- und Erlassanträge für die Gewerbesteuer sind an die jeweiligen Gemeinden zu richten. Auch für den Erlass oder die Stundung der Grundsteuer sind die Gemeinden zuständig.

Um den von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen weitere Erleichterungen zu verschaffen, ist es auch möglich, die Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung für das Jahr 2020 nachträglich bis auf Null Euro herabzusetzen. Demnach können dann bereits gezahlte Beträge erstattet oder mit anderen Zahllasten verrechnet werden. Für die Nutzung dieser Möglichkeit genügt ein formloser Antrag an das zuständige Finanzamt. Kontaktieren Sie Ihren Steuerberater.

Weitere Informationen zu Reglungen im Freistaat Sachsen bzgl. Steuern und Finanzen finden Sie hier.

Zum Download: Mustervorlage zur Beantragung von Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Corona-Virus

Ansprechpartner: zuständiges Finanzamt, bzw. Gemeinde.

Ansprechpartner

Claudia Rommel
Abteilungsleiterin Beratung

Telefon: 0351 4640-934
Fax: 0351 4640-34934
E-Mail schreiben

Andreas Leidig

Telefon: 0351 4640-935
Fax: 0351 4640-34935
E-Mail schreiben

Niklas Lauter

Telefon: 0351 4640-459
Fax: 0351 4640-34459
E-Mail schreiben

Stundung von Beiträgen zur Berufsgenossenschaft

Die BG Bau ermöglicht die Stundung von Beiträgen beitragspflichtiger Unternehmen, die durch das Coronavirus außergewöhnlich belastet sind. 

Ebenfalls kündigte die BG ETEM an, die Mitgliedsbeiträge auf Antrag im Rahmen des gesetzlich möglichen zu stunden. Auch die BGHM sowie die BGW ermöglichen eine Zahlungserleichterung, wenn der Betrieb aufgrund der Coronakrise in eine Schieflage geraten ist. Ebenfalls bietet die BGN eine zinslose Stundung von Beiträgen an.

Wenden Sie sich bitte direkt an die für Sie zuständige Berufsgenossenschaft.

Stundung der Sozialversicherungsbeiträge in Ausnahmefällen erleichtert

Unternehmen, die sich aufgrund der Corona-Krise mit ernsten Zahlungsschwierigkeiten konfrontiert sehen, sollen durch Erleichterungen der Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen im vereinfachten Verfahren entlastet werden können. Die Erleichterungen sollen zunächst bis zum Mai 2020 gelten.

Die Stundung muss gegenüber sämtlichen Krankenkassen der Arbeitnehmer als zuständige Einzugsstellen beantragt werden. Hierzu können Sie einen formlosen Antrag stellen. Bei einer erfolgreichen Stundung fallen keine Säumniszuschläge an, da die Fälligkeit nach hinten geschoben wird.

Bevor eine Beitragsstundung gewährt werden kann, müssen Arbeitgeber vorrangig versuchen, die Möglichkeiten des Gesetzes zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld sowie Fördermittel und Kredite aus dem unter Federführung des Bundesfinanz- und Bundes-wirtschaftsministeriums erarbeiteten Maßnahmenpaket zur Abfederung der Auswirkungen des Corona-Virus auszuschöpfen.

Insofern reicht es zur Erfüllung des Vorrang-Erfordernisses für Beitragsstundungen aus, dass Arbeitgeber darlegen, dass sie

  • sich um Mittel aus den genannten Programmen bemühen, diese Mittel aber nicht ausreichen bzw. noch nicht zur Verfügung stehen oder
  • keine Mittel aus den genannten Programmen beanspruchen können, weil sie deren Voraussetzungen nicht erfüllen.

Sofern Beiträge im Lastschriftverfahren bereits eingezogen werden sollten, können diese in Abstimmung zwischen Krankenkasse und Arbeitgeber auch zurücküberwiesen werden.

Bei Selbstständigen ist zunächst zu prüfen, ob vor einer Stundung auch die Möglichkeit einer Beitragsermäßigung wegen eines krisenbedingten Gewinneinbruchs in Betracht kommt.

Kommt eine Beitragsermäßigung in Betracht, sind die Hürden für den Nachweis einer unverhältnismäßigen Belastung im Sinne der Beitragsverfahrensgrundsätze Selbstzahler abgesenkt. Bis auf weiteres können die Krankenkassen anstelle von ansonsten in diesem Verfahren vorgeschriebenen Vorauszahlungsbescheiden auch andere Nachweise über die geänderte finanzielle Situation des Selbstständigen akzeptieren. Dies sind z. B. Erklärungen von Steuerberatern, finanz- und betriebswirtschaftliche Auswertungen oder auch glaubhafte Erklärungen von Selbstständigen über erhebliche Umsatzeinbußen.

Hinweis: Wenn Sozialbeiträge durch die Stundung zunächst nicht erbracht werden, kann eine Unbedenklichkeitsbescheinigung seitens der Krankenkassen grundsätzlich nicht ausgestellt werden. Der GKV Spitzenverband schlägt diesbezüglich vor, dass die Krankenkassen in diesen Fällen eingeschränkte Unbedenklichkeitsbescheinigungen ausstellen.

Der GKV - Spitzenverband hat verschiedene Fragen und Antworten in einem FAQ – Katalog zusammengefasst.

Letzte Aktualisierung: 07.04.2020, 10:20 Uhr