Steuerliche Erleichterungen und Erleichterungen bei den Sozialabgaben im Kontext der Corona-Pandemie

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Steuerliche Erleichterungen und Erleichterungen bei den Sozialabgaben im Kontext der Corona-Pandemie

Steuerliche Erleichterungen

Um das Handwerk in der Corona-Krise zu unterstützen, hat das Bundesfinanzministerium eine Reihe von steuerlichen Erleichterungen beschlossen. Die Maßnahmen knüpfen vor allem am Erhalten der Liquidität der Unternehmen an und können folgendermaßen eingeteilt werden:

1) Weniger zahlen und zurückerhalten durch die Anpassung und Erstattung von Steuervorauszahlungen

  • Unternehmen können die Höhe der Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschafts- und die Gewerbesteuer anpassen lassen. Voraussetzung ist, dass die Einkünfte im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden als vor der Corona-Pandamie erwartet. Zudem können bereits für 2020 geleistete Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer auf Antrag erstattet werden.
  • Weitere Liquiditätshilfe: Unternehmen, die wegen der Corona Krise im Jahr 2020 einen Verlust ausweisen werden, erhalten eine weitere Liquiditätshilfe. Die Unternehmen können ab sofort eine Erstattung von für 2019 gezahlte Vorauszahlungen bei ihrem zuständigen Finanzamt beantragen, auf Grundlage eines pauschal ermittelten Verlustes für das aktuelle Jahr. Mehr zur Liquiditätshilfe finden Sie hier.

2) Später zahlen durch die zinsfreie Stundung von Steuerzahlungen

  • Das betrifft die Zahlung der Umsatz-, Einkommen- und Körperschaftsteuer. Hierdurch wird ein Liquiditätsabfluss verhindert und ein Aufschub der Fälligkeit sowie eine spätere Zahlung beantragt. Den Antrag können Unternehmen bis zum 31. Dezember 2020 bei ihrem Finanzamt stellen. Für eine Stundung der Kraftfahrzeugsteuer ist der Antrag an das zuständige Hauptzollamt zu richten.

3) Später zahlen durch das Aussetzen von Vollstreckungsmaßnahmen

  • Auf die Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden wird bis zum Ende des Jahres 2020 verzichtet. Ebenso sollen Säumniszuschläge erlassen werden. Diese Maßnahme betrifft die Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer.

Bonuszahlungen an Beschäftigte

Arbeitgeber, die ihren Beschäftigten einen Bonus zahlen wollen, sind in diesem Jahr bis zu 1.500 Euro steuerfrei. Die Gewährung in Form eines Sachlohnes ist ebenso zulässig. Voraussetzung ist, dass die Beihilfen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden.

 

Weitere Informationen zu Reglungen im Freistaat Sachsen bzgl. Steuern und Finanzen finden Sie hier.

Zum Download: Mustervorlage zur Beantragung von Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Corona-Virus

Ansprechpartner: zuständiges Finanzamt, bzw. Gemeinde.

Ansprechpartner

Claudia Rommel
Abteilungsleiterin Beratung

Telefon: 0351 4640-934
Fax: 0351 4640-34934
E-Mail schreiben

Andreas Leidig

Telefon: 0351 4640-935
Fax: 0351 4640-34935
E-Mail schreiben

Niklas Lauter

Telefon: 0351 4640-459
Fax: 0351 4640-34459
E-Mail schreiben

Stundung von Beiträgen zur Berufsgenossenschaft

Die BG Bau ermöglicht die Stundung von Beiträgen beitragspflichtiger Unternehmen, die durch das Coronavirus außergewöhnlich belastet sind. 

Ebenfalls kündigte die BG ETEM an, die Mitgliedsbeiträge auf Antrag im Rahmen des gesetzlich möglichen zu stunden. Auch die BGHM sowie die BGW ermöglichen eine Zahlungserleichterung, wenn der Betrieb aufgrund der Coronakrise in eine Schieflage geraten ist. Ebenfalls bietet die BGN eine zinslose Stundung von Beiträgen an.

Wenden Sie sich bitte direkt an die für Sie zuständige Berufsgenossenschaft.

Stundung der Sozialversicherungsbeiträge in Ausnahmefällen erleichtert

Hinweis: Wenn Sozialbeiträge durch die Stundung zunächst nicht erbracht werden, kann eine Unbedenklichkeitsbescheinigung seitens der Krankenkassen grundsätzlich nicht ausgestellt werden. Der GKV Spitzenverband schlägt diesbezüglich vor, dass die Krankenkassen in diesen Fällen eingeschränkte Unbedenklichkeitsbescheinigungen ausstellen.

Unternehmen, die sich aufgrund der Corona-Krise mit ernsten Zahlungsschwierigkeiten konfrontiert sehen, werden durch Erleichterungen der Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen im vereinfachten Verfahren entlastet. Die Maßnahmen sind bis zum 31. Mai 2020, das heißt bis zum Beitragsmonat Mai, befristet und greifen nachrangig. Derzeit ist daher zu erwarten, dass sämtliche bisher gestundeten Beiträge mit dem Fälligkeitstag der Beiträge des Monats Juni 2020 nachgezahlt werden. 

Bevor eine weitere Beitragsstundung gewährt werden kann, müssen Arbeitgeber vorrangig versuchen, die Möglichkeiten des Gesetzes zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld sowie Fördermittel und Kredite aus dem unter Federführung des Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministeriums erarbeiteten Maßnahmenpaket zur Abfederung der Auswirkungen des Corona-Virus auszuschöpfen.

Arbeitgeber müssen für den Beitragsmonat Mai nun in einem erneuten Antrag noch deutlicher als für die Beitragsmonate März und April darlegen, welche konkreten ergänzenden Unterstützungs- und Hilfsmaßnahmen in Anspruch genommen oder bereits beantragt wurden. Hierzu sollten Sie den von Spitzenverband zur Verfügung gestellten Antrag verwenden.

Die Stundung sowie der Antrag auf weitere Stundung der Beiträge April und Mai muss gegenüber sämtlichen Krankenkassen der Arbeitnehmer als zuständige Einzugsstellen beantragt werden.

Weitere Informationen, insbesondere zu möglicherweise erforderlichen Stundung ab Juni im Regelstundungsverfahren finden Sie in nebenstehendem Schreiben des GKV Spitzenverbandes.

Bei Selbstständigen bleibt zunächst zu prüfen, ob vor einer Stundung auch die Möglichkeit einer Beitragsermäßigung wegen eines krisenbedingten Gewinneinbruchs in Betracht kommt.

Kommt eine Beitragsermäßigung in Betracht, sind die Hürden für den Nachweis einer unverhältnismäßigen Belastung im Sinne der Beitragsverfahrensgrundsätze Selbstzahler abgesenkt. Bis auf weiteres können die Krankenkassen anstelle von ansonsten in diesem Verfahren vorgeschriebenen Vorauszahlungsbescheiden auch andere Nachweise über die geänderte finanzielle Situation des Selbstständigen akzeptieren. Dies sind z. B. Erklärungen von Steuerberatern, finanz- und betriebswirtschaftliche Auswertungen oder auch glaubhafte Erklärungen von Selbstständigen über erhebliche Umsatzeinbußen.

Letzte Aktualisierung: 20.05.2020, 13:50 Uhr

Stundung der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung

Selbständige, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig sind und durch die Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten, können auf Antrag ihre Beitragszahlung bis 31. Oktober 2020 aussetzen. Dies gilt auch für Beiträge, die aufgrund einer Stundungsvereinbarung in Raten gezahlt werden. Hierauf weist die Deutsche Rentenversicherung hin.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung.