Handwerkskammer Dresden beginnt Lehrgang zur „Fachkraft für Lehmbau“
Bauen mit Lehm natürlich, gesund und kostengünstig!
Er ist der älteste Baustoff der Welt, umweltschonend und unbegrenzt verfügbar. Außerdem kennt ihn jeder. Für Kinder ist das Spielen im Lehm ein besonderes Vergnügen. Die Erwachsenen sehen dies meist nicht so. Und doch hat sich die Einstellung zum Baustoff Lehm in den letzten Jahren grundlegend geändert. Bauen mit Lehm ist wieder modern geworden. Ob die Handwerker aber immer damit umgehen können steht auf einem anderen Blatt. Oft ist es vorgekommen, dass Gebäude durch den unsachengemäßen Umgang mit verschiedenen Baustoffen kaputt saniert wurden.
Deshalb führt die Handwerkskammer Dresden nun schon zum dritten Mal eine Fortbildung zur „Fachkraft im Lehmbau“ durch. Mit dem Abschluss hofft man, künftigen Bauschäden vorzubeugen. Vor allem aber sollen die Handwerker in den Prüfungen ihre fachliche Kompetenz nachweisen. Die Prüfungsurkunde auf diesem Spezialgebiet dürfte sich im Wettbewerb um Kunden, oder auch beim späteren Arbeitgeber als vorteilhaft erweisen. Das bauphysikalische Verhalten von Lehm ist interessant. Bei hoher Luftfeuchte nimmt er Feuchtigkeit auf, um sie bei niedriger Luftfeuchte wieder abzugeben. Lehm hat ein hohes Wärmespeichervermögen, ist aber nicht brennbar. Ein „Lehmbauer“ muss also allerhand wissen, um richtig loslegen zu können.
Um dieses Wissen umfassend zu vermitteln, hat die Handwerkskammer eine weitere Institution ins Boot geholt. Da der größte Teil der älteren Lehmbauten unter Denkmalschutz steht, wird das Projekt durch das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen unterstützt. Die Sächsische Landeskonservatorin Professor Rosemarie Pohlack begrüßt die Initiative sehr und der Referent für Volksbauweise am Landesamt, Architekt Thomas Noky, meint dazu: „Wir wollen das Bauen mit Lehm auf fachlich fundierte Füße stellen und dadurch die allgemeine Akzeptanz des Baustoffs Lehm in der Öffentlichkeit stärken.“ Noky befasst sich seit Jahren mit der rasant schwindenden Anzahl von Lehmbauten im ländlichen Raum und weiß daher wovon er spricht.
Nach dem theoretischen Teil bei der Handwerkskammer in Dresden folgen 100 Unterrichtsstunden der praktischen Ausbildung im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Pirna (BTZ). Sie beinhaltet neben der klassischen Fachwerksgestaltung mit Lehm auch den Lehmtrockenbau, die Herstellung von Lehmputzen und vor allem die Oberflächengestaltung. Mit der Fortbildung sind hauptsächlich die Gesellen der verschiedenen Bauberufe angesprochen. Aber auch Facharbeiter aus anderen Bereichen können bei einschlägiger Berufspraxis im Bauwesen zur Prüfung zugelassen werden. Wichtig ist das Interesse an historischer Bausubstanz und am Baustoff Lehm. Auch die Bereitschaft für ein ökologisches und sensibles Bauen sollte vorhanden sein. Denn schon der Dichter Christian Morgenstern hatte erkannt: „Sage mir, wie du baust, und ich sage dir, wer du bist.“ (Andreas Fels)
| Unser Angebot für Sie: Fachkraft für Lehmbau |
| Dauer: |
200 Unterrichtsstunden |
| Inhalte: |
Theorie |
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Grundlagen des Lehmbaus |
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Lehmbautechniken |
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Lehmputze |
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Lehmmauerwerksbau |
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Lehmtrockenbau |
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Lehm im Fachwerksbau |
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Auftragsabwicklung |
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Praxis |
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Ausfachung mit Lehm |
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Lehmtrockenbau |
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Lehmverputze (Verarbeitung und Oberflächengestaltung) |
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Lehmstampfbau |
| Zielgruppe: |
Meister/innen und Gesellen/innen der Berufe Maurer und Betonbauer, Stuckateure, Zimmerer, Dachdecker, Maler/Lackierer sowie weitere Interessenten/innen des Bau- und Ausbaugewerbes |
| Abschluss: |
Zeugnis und Urkunde der Handwerkskammer Dresden nach Fortbildungsprüfung |
| Lehrgangsort: |
Bildungszentrum Handwerk Dresden
Am Lagerplatz 8, 01099 Dresden |
| Fördermöglichkeit: |
Europäischer Sozialfonds (ESF), Bildungsgutschein |
| Hinweis: |
Dieser Kurs ist nach der Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung (AZWV) zertifizert. |