KarriereStart 2010
Nico Teichgräber (m.) und Martin Künzel (r.)träumen von einer Ausbildung zum Stuckateur. Lehrling Mirko Schorradt (22) sagt Ihnen, worauf es in dem Beruf ankommt und präsentiert sein handwerkliches Können.
Nico Teichgräber (m.) und Martin Künzel (r.)träumen von einer Ausbildung zum Stuckateur. Lehrling Mirko Schorradt (22) sagt Ihnen, worauf es in dem Beruf ankommt und präsentiert sein handwerkliches Können.
Jugend schnuppert zum zwölften Mal Handwerk

Neuer Gemeinschaftsstand auf der KarriereStart lockt viele Besucher an – Handwerk in ganzer Vielfalt präsentiert

Gewissenhaft glättet Mirko Schorradt die Kanten des Gipsabdruckes, hebt behutsam die Formen des barocken Blütenmusters hervor, streicht vorsichtig über sein schneeweißes Kunstwerk. Der 22-Jährige ist in seinem Element. Seit einem Jahr lernt er das Handwerk des Stuckateurs. Ein Beruf, für den sich auch Nico Teichgräber und Martin Künzel interessieren. „Wie Arbeiten eines Stuckateurs aussehen, wusste ich schon“, sagt Teichgräber, „aber heute bin ich gezielt zum Handwerksstand gekommen, um noch mehr über diesen Beruf zu erfahren“. Die Beiden wollen wissen, wie sie an einen Ausbildungsplatz kommen und welche Karrierechancen sich bieten. Die Erläuterungen von Mirko Schorradt und die praktische Präsentation des Handwerks haben die letzten Zweifel der jungen Männer beseitigt – schon wenige Tage später wollen sie ihre Bewerbungsunterlagen beim Berufsförderungswerk Bau Sachsen e.V. einreichen.

Ganz so glatt läuft es selten. „Die Berufswahl ist eine der wichtigsten Entscheidungen des Lebens, doch junge Menschen sind damit teilweise überfordert“, so Staatssekretär Jürgen Staupe bei der Eröffnung der KarriereStart 2010. Die Herausforderung der nächsten Jahre sei es, unter den Bedingungen des demographischen Wandels den Fachkräftebedarf zu sichern und dem Mangel an Azubis entgegen zu treten. Als Ausbilder der Nation stellt sich das Handwerk dieser Verantwortung. „Mit der bundesweiten Imagekampagne zeigt das Handwerk offensiv, was es für den Nachwuchs zu bieten hat“, so der Präsident der Handwerkskammer Dresden, Claus Dittrich.

Am neuen Messestand im Design der Imagekampagne präsentierten sich erstmals zwölf Innungen und handwerkliche Bildungszentren gemeinsam mit der Handwerkskammer Dresden. Am Gemeinschaftsstand waren Friseure, Bäcker, Dachdecker, Elektriker sowie Maler- und Lackierer vertreten. Neben fachkundiger Beratung von „Welche Abschlussnote brauche ich in Mathematik?“ bis hin zu „Wo gibt es freie Lehrstellen?“ boten sich den Messebesucher am Gemeinschaftsstand ‚lebende Werkstätten’. Bäckermeister verarbeiten süßen Teig zu goldbraun gebackenen Hefezöpfen, deren Duft die Neugierigen anlockt. Auszubildende des Maler- und Lackiererhandwerks verpassen weiße Platten einen bunten Anstrich, Friseurlehrlinge verwöhnen mit Handmassage, geben Tipps zu Flechten, Glätten & Co.
Haariges: Bei der Friseurinnung dreht sich alles um die Schönheit. Vorher ist jedoch Geduld gefragt.
Haariges: Bei der Friseurinnung dreht sich alles um die Schönheit. Vorher ist jedoch Geduld gefragt.
„Der Zuspruch am Stand ist sehr gut“, sagt Gabriele Engel, Geschäftsführerin der Friseurinnung Dresden. „Die Jugendlichen haben sich mit konkreten Fragen zu Bewerbungsverfahren, Ausbildungsinhalten und ausbildenden Betrieben an uns gewandt. Doch wir bieten hier auf der Messe nicht nur den Heranwachsenden eine Perspektive im Handwerk, sondern können auch unsere Innungsbetriebe bei der Suche nach geeigneten Lehrlingen unterstützen“.

Weniger sanft geht es bei den Dachdeckern zu. Um Dachziegel mit einer Zange zu brechen, braucht es neben der richtigen Technik auch jede Menge Kraft. Nebenan schlägt der Nachwuchs Herzen aus Schieferplatten. „Für die Freundin oder als Bieruntersetzer“, scherzen Thomas Götze und Matthias Feldner vom Landesbildungszentrum des Sächsischen Dachdeckerhandwerks e.V. Beim Elektrohandwerk können Lichtschaltanlagen verkabelt werden. Klaus Franke, Geschäftsführer des Elektrobildungs- und Technologiezentrums e.V. und Mit-Initiator des Gemeinschaftsstandes meint: „Der Vorteil des Standes liegt ganz klar in der Breite des Angebotes. Gemeinsam können wir viel mehr Berufsfelder vorstellen und Jugendliche für das Handwerk begeistern. Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr noch mehr Gewerke gewinnen können“.

Handwerkskammerpräsident Claus Dittrich als „Ausbilder“: Der Sächsische Wirtschaftsminister Sven Morlok erlernt den Umgang mit dem Schieferhammer
Handwerkskammerpräsident Claus Dittrich als „Ausbilder“: Der Sächsische Wirtschaftsminister Sven Morlok erlernt den Umgang mit dem Schieferhammer
Ein positives Fazit zieht auch Janet Köhler vom BFW Bau Sachsen. „Wir haben zahlreiche Anfragen für Schülerpraktika bekommen und erwarten noch einige Bewerbungen für Lehrstellen. Auch unsere Azubis am Stand waren begeistert. Nächstes Jahr möchten wir auf alle Fälle wieder am Gemeinschaftsstand teilnehmen!“.

Die Vielfalt des Handwerks zeigte sich jedoch nicht nur am Gemeinschaftsstand, sondern auch beim Blick in das Fachprogramm der Messe. Hier war die Handwerkskammer Dresden mit zahlreichen, gut besuchten Vorträgen wie ‚Schüler fragen – Chef antwortet. Tipps und Tricks für dein Bewerbungsgespräch’ und ‚Wir gründe ich richtig – Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit’ vertreten.

Zusätzlich richtete sich die Kammer mit ihrem zweiten Stand in der Gründerhalle an zukünftige Existenzgründer und gestandene Unternehmer im Handwerk. „Die Resonanz war überwältigend. Das Handwerk hat Zukunft – das haben wir an diesem Messewochenende wieder einmal unter Beweis gestellt“, so Dr. Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden.
Ansprechpartnerin:
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Telefon: 0351
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Ulrike Brömel
- in Elternzeit -
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