
- Besucherdelegation aus Tadschikistan nimmt viele Anregungen zum dualen Bildungssystem mit in die Heimat.
Besuch aus Tadschikistan – ein Erfahrungsaustausch der besonderen Art
Es ist das kleinste aller zentralasiatischen Länder, reich an Wasser, mehr als 70 Prozent der Fläche sind Hochgebirge – Tadschikistan. Die 7 Millionen Einwohner haben mit Armut und Arbeitslosigkeit, einer überalterten Infrastruktur und einem maroden Bildungs- und Gesundheitswesen zu kämpfen. Doch das Land hat sich all diesen Herausforderungen gestellt. Damit es auf dem Bildungssektor weiter vorwärts geht, reiste eine fünfköpfige Delegation in das 4.700 km entfernte Deutschland, um sich bei der Handwerkammer Dresden über Ausbildungsstrukturen und -inhalte, Prüfungsordnungen und Aufstiegschancen nach einer Lehre ein Bild zu machen.
„Die Folgen des Bürgerkrieges von 1992 bis 1997 sind verheerend und haben unser Land deutlich zurückgeworfen. Deshalb ist umso wichtiger, dass wir uns als Unternehmen der sozialen Verantwortung stellen und über den Bedarf hinaus ausbilden. Tadschikistan ist auf der Suche nach einem Erfolg versprechenden Berufsbildungssystem. Wir sind über jede Anregung wie hier von der Handwerkskammer dankbar“, so Khojaeva Uguloi Tilloevna vom Energiekonzern Barki Tojik in der Hauptstadt Duschanbe.
Neben einem angeregten Erfahrungsaustausch standen für die Vertreter des Bildungsministeriums, einer Berufsschule und Führungskräften des Energiekonzerns ein Rundgang in den Werkstätten des Bildungszentrums Handwerk und persönliche Gespräche mir Ausbildern und Lehrlingen auf dem Programm. „Wir haben viele Kooperationspartner und Gäste aus aller Welt, doch ein Besuch aus Tadschikistan ist wirklich etwas Besonderes. Es ist ein unglaublich freundliches und dankbares Volk. Wir möchten es auch nicht bei diesem ersten Kontakt belassen, sondern weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Zum Beispiel haben wir als nächstes Gespräche und Besichtigungen vor Ort in unseren Handwerksbetrieben angeboten“, so Karl-Heinz Herfort, Hauptabteilungsleiter Berufsbildung der Handwerkskammer Dresden. Enorm zeigten sich die Zentralasiaten auch von der Bereitschaft der Handwerker beeindruckt, die ehrenamtlich in den Prüfungsausschüssen tätig sind und viel Freizeit dafür opfern. Ein Engagement dieser Art gäbe es in Tadschikistan noch nicht.