Die Vielfalt der Handwerksberufe, Ausbildungs- und Karrierechancen im Handwerk, Informationen und Aktionen standen im Mittelpunkt der jährlichen Schwerpunktveranstaltung zur Berufsorientierung
Was macht ein Minister auf einem Aktionstag? Mit dieser nicht nur rhetorischen Frage begann am letzten September-Sonnabend der Aktionstag Bildung 2010 in der Handwerkskammer Dresden. Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok beantwortete die Frage des Radio Dresden-Moderators mit zwei Fakten. Einerseits habe ihn natürlich die Neugier, was das Handwerk so zu bieten habe, zum Aktionstag getrieben, doch Hauptgrund sei ein anderer. Der Freistaat wolle den Themen Ausbildung und Nachwuchs ein höheres Gewicht verleihen. Nicht nur die rückläufigen Schulabgängerzahlen, sondern auch die häufig mangelhafte Ausbildungsreife seien drängende Probleme. In diesem Zusammenhang lobte Morlok die Imagekampagne des Handwerks, die deutlich zeige, dass das Handwerk alles andere als bieder sei. „Viele Jugendliche können sind vielleicht nicht so richtig motiviert, weil sie sich nicht vorstellen können, was sich hinter einem Beruf verbirgt“, sagte der Minister und fügte hinzu, dass der Aktionstag beste Gelegenheit zur Information biete. „Wenn man genau weiß, wofür man Mathe braucht, ist der Ansporn zum Lernen sicher größer“, so Morlok. Er verwies weiterhin auf die großen Chancen im Handwerk, auf der Karriereleiter nach oben zu steigen. Hierarchien ließen sich schneller durchlaufen und es gäbe gute Chancen, schon in jungen Jahren zu seinem eigenen Chef zu werden.

„Typisch Handwerk“, so ließ sich auch nach der Begrüßung die offizielle Eröffnung des Aktionstages überschreiben. Anstatt ein Band zu durchschneiden, hatte der Minister gemeinsam mit einem Zimmerermann einen Holzstamm zu zersägen. Trotz eines niedergehenden Regenschauers wurde die Eröffnung professionell über die Runden gebracht. Danach begaben sich Minister Morlok, die Kammer-Vizepräsidenten Wilfried Arndt und Hans-Ulrich Kunz, Vorstandsmitglieder Norbert Bartsch und Werner Billing gemeinsam mit Hauptgeschäftsführer Dr. Andreas Brzezinski und weiteren Gästen aus Politik und Wirtschaft zu einem Rundgang durch die attraktiven Präsentationen des Handwerks. In ausführlichen Gesprächen mit den Ausstellern informierte sich der Wirtschaftsminister über die Ausbildungssituation und die wirtschaftlichen Erfolge und Probleme im Handwerk.

57 Unternehmen präsentierten sich auf dem Aktionstag Bildung 2010 und stellten rund 100 verschiedene Berufe vor. „Wir wollen damit Schülerinnen und Schülern bei der Berufsorientierung helfen und ihnen die Auswahl aus der Vielzahl von Berufen erleichtern“, sagte Vizepräsident Arndt und ergänzte. „und natürlich wollen wir alle jungen Leute neugierig auf das Handwerk machen, ihnen die Vielfalt und Attraktivität von Handwerksberufen zeigen.“ Er verwies darauf, dass zahlreiche Handwerksunternehmen in den kommenden Jahren Lehrlinge und auch Nachfolger suchen. Heute lernen bereits mehr als 8.000 Lehrlinge im Handwerk unseres Kammerbezirkes, so der Vizepräsident. Allein in diesem Jahr hätten mehr als 1.500 Mädchen und Jungen einen Lehrvertrag unterschrieben.
Mit der Resonanz auf den Aktionstag zeigten sich zahlreiche Aussteller und auch Hauptgeschäftsführer Dr. Brzezinski zufrieden. Rund 1.200 Besucher, die vielfach sehr interessiert und ganz gezielt nachfragten, veranlassten Mike Hermsdorf, Vorstandsvorsitzender der Freitaler Modellwerkstätten eG zu der Aussage: „Wir sind im nächsten Jahr wieder mit dabei!“