Kein Brot, keine Brille, kein Haarschnitt, kaputtes Auto und kein Dach über dem Kopf: So würde das Leben ohne Handwerk aussehen. Doch wer denkt schon über Alltägliches nach? Damit sich das ändert, startet im Januar 2010 die bundesweite Imagekampagne des deutschen Handwerks.
„Eine Studie hat uns gezeigt, die Mehrheit der Deutschen bescheinigt dem Handwerk zwar einen guten Ruf. Als attraktiver Arbeitgeber, bedeutender Wirtschaftszweig und Innovationsgeber werden wir aber von vielen unterschätzt“, sagte der Präsident der Handwerkskammer Dresden, Claus Dittrich, im Rahmen der Auftakt-Pressekonferenz. Vor allem die Generation der 14- bis 19-Jährigen sieht im Handwerk wenig berufliche Chancen. „Wenn das Handwerk seine wirtschaftliche Bedeutung nicht verlieren und beim Kampf um die besten Fachkräfte nicht das Nachsehen haben will, müssen wir etwas tun. Die Imagekampagne soll das Bild des Handwerks in der Öffentlichkeit aufpolieren.“
Wesentlicher Teil des Kampagnenkonzepts ist ein Fernseh- und Kinospot. Humorvoll soll dem Verbraucher in 60 Sekunden gezeigt werden, wie das Leben ohne Handwerk aussähe. Seit Januar 2010 ist der Spot bei allen privaten Fernsehsender zu sehen.
- Präsident der Dresdner Landesdirektion Dr. Henry Hasenpflug beklebt Firmenfahrzeuge mit Motiven der Imagekampagne auf dem Neumarkt an der Frauenkirche in Dresden
Damit auch das Handwerk selbst Flagge zeigen kann, erhielten die Handwerksunternehmen ein Starterpaket mit Plakaten und Aufklebern. „Das breite Interesse und Engagement aus dem Handwerk ist ein gutes Signal. Es zeigt den Willen des Handwerks ein deutliches Zeichen zu setzen“, so Hauptgeschäftsführer Dr. Andreas Brzezinski. „Wir wollen die politische und gesellschaftliche Durchsetzungsfähigkeit des Handwerks dauerhaft sichern und stärken.“
Im Anschluss an die Pressekonferenz stellten einige Handwerkbetriebe wie der Karosserie- und Fahrzeugbauer und Rennfahrer Sepp Melkus ihr Engagement für das Handwerk unter Beweis und beklebten ihre Firmenfahrzeuge mit Motiven der Imagekampagne. Prominente Unterstützung bekamen sie unter anderem vom Präsidenten der Dresdner Landesdirektion Dr. Henry Hasenpflug.
- Zimmermeister Thomas Schneider beim bekleben seines Firmenfahrzeuges mit einem Motiv der Imagekampagne an der Frauenkirche in Dresden
|
| |
|
- Oliver Zimmermann vom Bestattungshaus Billing beim bekleben des Firmenfahrzeuges
- DSC-Volleyballerin Grit Müller beklebt Firmenfahrzeuge mit Motiven der Imagekampagne
|
- Präsident der Handwerkskammer Dresden Claus Dittrich beim Bekleben eines Firmenfahrzeuges mit einem Motiv der Imagekampagne
- Das Stollenmädchen Christine Herrmann präsentiert ein beklebtes Firmenfahrzeug.
|
Im Kammerbezirk Dresden stellen rund 22.500 Handwerksbetriebe mit ihren 150.000 Beschäftigten täglich unter Beweis, dass ohne Handwerk nichts geht. Die Vielfalt des Handwerks in der Region Dresden lässt sich an 145 Gewerken festmachen. Eine Besonderheit im Kammerbezirk: Der Pfefferküchler und der Stuhlbauer sind einzigartig für Deutschland. Insgesamt bildet das Handwerk im Kammerbezirk Dresden rund 8.000 junge Menschen aus. (Stand Dezember 2010)