Kontaktstelle für regionale und europäische Partnerschaften (KOREP)
Wenn der eigene Lehrling zum Botschafter in Europa wird 

Lebenslanges Lernen kann Spaß machen, Horizonte erweitern sowie wertvolle Erfahrungen, neues Wissen und neue Freundschaften bringen. Diese Einstellung möchte die Handwerkskammer Dresden mit Blick auf die Möglichkeiten in der Europäischen Union (EU) bei ihrem Handwerksnachwuchs fördern. 

Projektlaufzeit: 01.01.2007 - 31.12.2008

KOREP - Kontaktstelle für regionale und europäische PartnerschaftenDeshalb ist unter der Leitung und Koordination der Dresdener Kammer, Referat für Internationale Beziehungen, im Januar 2007 ein von der EU gefördertes Pilotprojekt gestartet. Es soll Auszubildenden im Handwerk die Türen in die Europäische Union öffnen und ihnen Arbeitserfahrungen über den Tellerrand hinaus ermöglichen. 

KOREP heißt das Projekt. Das steht ausgeschrieben für „Kontaktstelle für regionale und europäische Partnerschaften“. „Am 1. Januar 2008 hat nach fast einem Jahr intensiver Vorbereitung offiziell die Arbeit der Kontaktstelle begonnen. Mitgliedsbetriebe wie Lehrlinge können Informationen zu Praktika und Lehre im Ausland einholen und werden intensiv betreut“, berichtet Dr. Micaela Gardellini, die KOREP in der Kammer betreut. 

Der Präsident der Handwerkskammer Dresden, Claus Dittrich, ist ein großer Befürworter von grenzüberschreitenden Berufserfahrungen. „Der persönlichen und fachlichen Entwicklung der Auszubildenden kann es nur gut tun, wenn sie über den eigenen Lebensraum hinausblicken.“ Auch das Erlernen anderer Sprachen spiele im Handwerk eine immer wichtigere Rolle. Für den Präsidenten zeugt eine gute Ausbildung von unternehmerischer Weitsicht: „Von den Auslandserfahrungen des Nachwuchses kann jeder Betrieb nur profitieren.“ Die Entsendung von Lehrlingen soll jedoch nicht einseitig stattfinden. „Einheimische Betriebe können auch gern Interesse anmelden, einen Lehrling aus dem europäischen Ausland eine Zeit lang zu beschäftigen“, sagt die Projekt-Koordinatorin. 

KOREP - Wenn der eigene Lehrling zum Botschafter in Europa wird Dafür arbeitet sie eng mit Partnern aus den Kammern im italienischen Triest, in Opole in Polen sowie in der französischen Kammer Paris – Val de Marne zusammen. Sie hat aber auch Kontakte zu anderen europäischen Länder wie zum Beispiel Finnland. 

Bis zum 30. September 2008 haben die Partner eine Datenbank mit Kontakten zu KOREPinteressierten Handwerksbetrieben in allen vier Ländern aufgebaut. Außerdem wurden Fragen der Finanzierung, der gegenseitigen Anerkennung von erbrachten Leistungen sowie der Organisation geklärt. Denn den teilnehmenden Betrieben sollen durch eine bis zu sechs Monate dauernde Abwesenheit des Auszubildenden keine Nachteile entstehen.

Bisher hat Dr. Gardellini ein gutes Dutzend Interessenten – Lehrlinge und ihre Betriebe –, die im Januar 2008 erste Anträge für einen beruflichen Auslandsaufenthalt bei der EU gestellt haben. „Die Lehrlinge kommen aus den Bereichen Zahntechnik, Raumausstattung und Bäcker“, berichtet die Projekt-Verantwortliche und hofft, dass Interessenten aus vielen anderen Gewerken noch dazukommen. 

Hintergrund:
Basis für den Aufenthalt von Lehrlingen im Ausland ist das Berufsbildungsgesetz aus dem Jahr 2005. Danach hat jeder Lehrling die Möglichkeit, bis zu einem Viertel der gesamten Ausbildungszeit im Ausland zu absolvieren.
- Mindestens drei Wochen empfiehlt Micaela Gardellini für einen Praktikumsaufenthalt in einem anderen Land. „Drei bis sechs Monate während der Lehre wären natürlich noch effizienter.“

Doch sie weiß, dass viele Betriebsinhaber Bedenken haben, ihren Lehrling so lange wegzulassen. „Die beiden häufigsten Fragen sind die nach der Finanzierung und die nach der Anerkennung von Lehrlingsleistungen im Ausland“, so Micaela Gardellini. Doch für jeden Fall gebe es eine individuelle Lösung. Wichtig sei nur, „dass Betriebe wie Lehrlinge Interesse haben, den offenen Wirtschaftsraum Europa kennenzulernen und die Idee der Europäischen Union zu leben“.
Ansprechpartnerin:

Maika Filz
Telefon: 0351 4640-994
Telefax: 0351 4640-34994
E-Mail: maika.filz@
hwk-dresden.de

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