Mindestlohn Baugewerbe ab 2014
Ab dem 01.01.2014 neuer Mindestlohn im Baugewerbe

Am 18.10.2013 wurde die Neunte Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen im Baugewerbe im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Verordnung tritt am 01.01.2014 in Kraft und am 31. Dezember 2017 außer Kraft. Damit gelten ab dem 01.01.2014 im Baugewerbe folgende neue Mindestlöhne:


Mindestlöhne ab 1. Januar 2014:

  Lohngruppe 1
des § 5 Punkt 3 BRTV Baugewerbe 
(ungelernte Arbeitnehmer)
Lohngruppe 2
des § 5 Punkt 3 BRTV Baugewerbe 
(gelernte Arbeitnehmer, Fachwerker)
Ost 10,50 EUR seit dem 1. September 2009 ersatzlos entfallen
West 11,10 EUR 13,95 EUR
Berlin 11,10 EUR 13,80 EUR

Mindestlöhne ab 1. Januar 2015:

  Lohngruppe 1
des § 5 Punkt 3 BRTV Baugewerbe 
(ungelernte Arbeitnehmer)
Lohngruppe 2
des § 5 Punkt 3 BRTV Baugewerbe 
(gelernte Arbeitnehmer, Fachwerker)
Ost 10,75 EUR seit dem 1. September 2009 ersatzlos entfallen
West 11,15 EUR 14,20 EUR
Berlin 11,15 EUR 14,05 EUR

Mindestlöhne ab 1. Januar 2016:

  Lohngruppe 1
des § 5 Punkt 3 BRTV Baugewerbe 
(ungelernte Arbeitnehmer)
Lohngruppe 2
des § 5 Punkt 3 BRTV Baugewerbe 
(gelernte Arbeitnehmer, Fachwerker)
Ost 11,05 EUR seit dem 1. September 2009 ersatzlos entfallen
West 11,25 EUR 14,45 EUR
Berlin 11,25 EUR 14,30 EUR

Mindestlöhne ab 1. Januar 2017:

  Lohngruppe 1
des § 5 Punkt 3 BRTV Baugewerbe 
(ungelernte Arbeitnehmer)
Lohngruppe 2
des § 5 Punkt 3 BRTV Baugewerbe 
(gelernte Arbeitnehmer, Fachwerker)
Ost 11,30 EUR seit dem 1. September 2009 ersatzlos entfallen
West 11,30 EUR 14,70 EUR
Berlin 11,30 EUR 14,55 EUR

Es gilt der Mindestlohn der Arbeitsstelle. Auswärts beschäftigte Arbeitnehmer behalten jedoch den Anspruch auf den Mindestlohn ihres Einstellungsortes. Ist der Mindestlohn der auswärtigen Arbeitsstelle höher, so haben sie Anspruch auf diesen Mindestlohn, solange sie auf dieser Arbeitsstelle tätig sind.

Der Anspruch auf den Mindestlohn wird spätestens am 15. des Monats fällig, der auf den Monat folgt, für den er zu zahlen ist. Werden Arbeitnehmer auf Arbeitsstellen in verschiedenen Gebieten eingesetzt, für welche der Mindestlohn in unterschiedlicher Höhe zu zahlen ist, so ist die Arbeitszeit getrennt nach diesen Arbeitsstellen monatsbezogen aufzuzeichnen.

Die Ansprüche auf den Mindestlohn verfallen, wenn sie nicht innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Fälligkeit gerichtlich geltend gemacht werden.

Der Mindestlohn gilt für alle Betriebe, die unter den betrieblichen Geltungsbereich des Bundesrahmentarifvertrages für das Baugewerbe (BRTV) in der jeweils geltenden Fassung fallen.

Anspruch auf den jeweiligen Mindestlohn haben alle gewerblichen Arbeitnehmer (Arbeiter), die eine nach den Vorschriften des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Rentenversicherung – (SGB VI) versicherungspflichtige Tätigkeit ausüben.

Nicht erfasst werden:
1. Schüler an allgemeinbildenden Schulen mit Ausnahme der Schüler an Abendschulen und -kollegs,
2. Schulabgänger, die innerhalb von 12 Monaten nach Beendigung ihrer Schulausbildung bis zu einer Gesamtdauer von 50 Arbeitstagen beschäftigt werden,
3. Arbeitnehmer, soweit sie außerhalb ihrer Arbeitszeit Beförderungsleistungen nach § 5 Nummer 4.4 BRTV übernehmen,
4. gewerbliches Reinigungspersonal, das für Reinigungsarbeiten in Verwaltungs- und Sozialräumen des Betriebes beschäftigt wird.

Abgrenzung der Mindestlohngruppen

Lohngruppe 1 – Werker/Maschinenwerker – § 5 Punkt 3 BRTV 
Tätigkeit: 

einfache Bau- und Montagearbeiten nach Anweisung

- einfache Wartungs- und Pflegearbeiten an Baumaschinen und Geräten nach Anweisung 
Regelqualifikation:
- keine

Lohngruppe 2 – Fachwerker/Maschinisten/Kraftfahrer – § 5 Punkt 3 BRTV
Tätigkeit: 
fachlich begrenzte Arbeiten (Teilleistungen eines Berufsbildes oder angelernte Spezialtätigkeiten) nach Anweisung
Regelqualifikation:

baugewerbliche Stufenausbildung in der ersten Stufe 
  - anerkannte Ausbildung als Maler und Lackierer, Garten- und Landschaftsbauer, Tischler
  - anerkannte Ausbildung, deren Berufsbild keine Anwendung für eine baugewerbliche Tätigkeit findet 
  - Baumaschinistenlehrgang 

- anderweitig erworbene gleichwertige Fertigkeiten

Der Lohn der Lohngruppe 2 ist ab 1. September 2009 nur noch in den alten Bundesländern und im Land Berlin zugleich allgemeinverbindlicher Mindestlohn im Sinne des § 2 Nr. 1 Arbeitnehmerentsendegesetz. In den neuen Bundesländern ist diese Lohngruppe keine Mindestlohngruppe mehr, es gilt ein einheitlicher Mindestlohn.

Ein wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie bei der Nutzung von Mindestlohnmerkblättern (Kurzform) der Handwerkskammer Dresden den jeweils exakten Text der Mindestlohnverordnung, den Sie auf der Webseite des Bundesanzeigers finden. Auskünfte und Beratungen zum Inhalt von Tarifverträgen erteilen neben den Innungen und Landesinnungsverbänden als Tarifpartner auch die Gewerkschaften für ihre Mitglieder. Die vollständige Übersicht aller gültigen Mindestlöhne finden Sie auf der Homepage des Zolls.

Stand: 02.12.2013

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