Der Präsident des Handwerkskammer Wroclaw Zbigniew Ładiński und der Obermeister der Dachdeckerinnung Dresden Henry Miertschink bei der Eröffnung der Konferenz in Zgorzelec
Die Verknappung der primären Rohstoffe für die Energiegewinnung sowie der wachsende Energiebedarf in vielen Ländern, gekoppelt mit stetig steigenden Energiepreisen, rücken das Thema „Energieeffizienz von Gebäuden“ beim Baugewerbe nicht nur in Deutschland in den Vordergrund. Davon konnten sich rund vierzig deutsche und polnische Teilnehmer des Fachseminars „Energieeffizientes Bauen im Handwerk – sächsisch-niederschlesischer Erfahrungsaustausch“ am 13. und 14.10.2011 in Zgorzelec überzeugen.
Das durch die zwei partnerschaftlich verbundenen Handwerkskammern Dresden und Breslau organisierte Unternehmerseminar bot den Handwerkern einen guten Überblick über die Fördermaßnahmen, gesetzlichen Anforderungen und die aktuellen Marktperspektiven auf dem Gebiet des energieeffizienten Bauens in Polen und Deutschland. Auf besonderes Interesse stießen bei den Teilnehmern die Erfahrungsberichte von zwei auf diesem Markt erfolgreich agierenden Unternehmern: der Bericht von Herrn Matthias Medack, Geschäftsführer der AIB GmbH (ArchitektenIngeniereBautzen) über das Monitoringprojekt beim Passivhaus Intersport Timm in Bautzen und der Bericht von Herrn Torsten Enders, dem geschäftsführenden Gesellschafter der WÄTAS Wärmetauscher Sachsen GmbH.
Die Bilanz des Seminars
Die Themen „energetische Gebäudesanierung“ und „Integration alternativer Energiequellen bei Neubau und Sanierung“ gewinnen nicht nur in Deutschland an Bedeutung. Auch der östliche Nachbar Polen muss die gesetzlichen Vorgaben der europäischen Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden 2010/31/EU in das nationale Recht umsetzen, seinen Energiebedarf zukünftig reduzieren und neue alternative Energiequellen für die Energiegewinnung erschließen. Da ca. 40% des Energieverbrauchs derzeit auf Gebäude entfallen (in Privathaushalten ist 76% der verbrauchten Energie die Heizenergie, davon können bis zu 50% in ungedämmten Häusern direkt entweichen), entsteht hier ein enormes Einsparpotential. Damit geht einher, dass sich für das Handwerk des Baugewerbes ein Markt entwickelt, auf dem sich zunehmend nur noch intelligente rentable Lösungen sowohl für das energetische Sanieren als auch für den Neubau durchsetzen werden. Die meisten Betriebe in Sachsen konnten sich schnell an diese Situation anpassen und haben dementsprechend ihre Produkte und Dienstleistungen umgestellt. In Polen ist dagegen aufgrund der noch relativ niedrigen Energiepreise (im Vergleich zu Deutschland kostet die kWh circa die Hälfte) der Kunde noch nicht bereit, in das energetische Sanieren zu investieren oder ein Haus für höhere Kosten – dafür mit einem deutlich niedrigeren Energieverbrauch – bauen zu lassen. Dieses Konsumverhalten, das im Moment als Hindernis erscheinen mag, wird sich jedoch ändern, denn es ist sicher, dass sich in Polen in der Zukunft die Energiepreise an die deutschen angleichen werden.
Beiträge des Seminars
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„Die Energiewende als Chance fürs Handwerk“, Dipl. Wirt.-Inf. Norbert Rost, Geschäftsführer der Regionalentwicklung.de - Büro für postfossile Regionalentwicklung |
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Energetische Gebäudesanierung in Deutschland: technologischer Stand, gesetzliche Anforderungen und Förderprogramme, Dipl.-Ing. Freia Frankenstein-Krug, SAENA - Sächsische Energieagentur |
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Perspektiven des energiesparenden Bauens in Polen, Dr. Markus Reichel, Geschäftsführer DREBERIS - Dresdner Beratung für internationale Strategien |
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Erfahrungsbericht - zwei Jahre Monitoring im Passivhaus „Intersport Timm“, Dipl.-Ing. Matthias Medack, Geschäftsführer der AIB GmbH – ArchitektenIngeniereBautzen
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Erneuerbare Energien bei Neubau und Sanierung, Dipl.-Ing. Wolfram Helm, Vorstandsvorsitzender des IBEU Dresden e.V. - Informations- und Beratungsinstitut für Energieeinsparung und Umweltschutz |
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Energieeffiziente Lösungen – Ein Preisträger des „Innovationspreis des Freistaates Sachsen 2011“ berichtet, Torsten Enders, geschäftsführender Gesellschafter der WÄTAS Wärmetauscher Sachsen GmbH. Ralph Wag |
Das Seminar wurde aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, aus Mitteln des staatlichen polnischen Haushaltes und mit Unterstützung der Euroregion Neisse realisiert.
