Kammer trifft Schule - Aufklärung der etwas anderen Art

Projekt „Job-Chance Erneuerbare Energien“ weckt bei Schülern Interesse 


Freiwillig eine Stunde länger in der Schule bleiben? Für viele Schüler undenkbar. Nicht so für fünf junge Männer der 10. Klasse der Mittelschule Gröditz. Sie haben sich Ende 2007 mit ihren beruflichen Chancen im Handwerk beschäftigt und für sich ganz neue Perspektiven entdeckt. 

Am Anfang steht die Frage nach dem Wunschberuf: Industrie-Mechaniker und Metallbauer bekommt Rosemarie Götze als Antwort. Die Mitarbeiterin der Handwerkskammer Dresden in der Hauptabteilung Bildungszentren stellt den Jugendlichen das Projekt „Job-Chance Erneuerbare Energien“ vor. Dabei handelt es sich um ein Ausbildungsnetzwerk, durch das bis Ende 2008 im Bereich der erneuerbaren Energien 80 zusätzliche Ausbildungsplätze eingeworben und mit Lehrlingen besetzt werden sollen. Rosemarie Götze ist dafür unter anderem in Mittelschulen des Kammerbezirkes Dresden unterwegs und zeigt interessierten Schülern zukunftsträchtige Ausbildungswege im Handwerk auf. 

Beim Stichwort Metallbauer horcht Rosemarie Götze auf: „Die werden auch auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien gebraucht, zum Beispiel bei der Herstellung, Montage und späteren Wartung von Windkrafträdern.“ Für die fünf jungen Männer sind das ganz neue Informationen. Auch, dass bis zum Jahr 2020 die Arbeitsplätze in der Branche der erneuerbaren Energien in Deutschland auf eine halbe Million aufgestockt werden sollen. Zurzeit sind etwa 260.000 Beschäftigte in der Branche registriert. Ein riesiges Potenzial für gute Fachkräfte in ganz unterschiedlichen Berufen wie Elektroanlagenmonteur, Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer aber auch Dachdecker und Maurer. 

Das führt Rosemarie Götze zur Frage nach den Zensuren.
Bei zwei der fünf Jugendlichen gehen die Köpfe nach unten. Einige Vieren waren auf ihrem letzten Zeugnis. Doch noch sei es nicht zu spät, sich zu verbessern, ermuntert die Kammeritarbeiterin. Motiviert sind die Fünf und wollen an einer Arbeitsgemeinschaft mitmachen, um mehr über ihre Möglichkeiten im Handwerk zu erfahren. Dazu gehört auch ein Besuch im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer in Großenhain. Am Ende der Stunde fragt Rosemarie Götze, welche Berufe sich die Fünf noch vorstellen können: „Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“ erhält sie fünfmal als Antwort. Sie schmunzelt, denn diesen Beruf hat sie ihnen gerade vorgestellt – als ein Handwerk, auf das mit Blick auf Energie sparen und Klimawandel viele moderne Aufgaben zukommen. 

„Es ist wichtig, dass junge Leute über ihre beruflichen Perspektiven aufgeklärt werden“, sagt die Beratungslehrerin der Gröditzer Schule, Monika Richter. Das Elternhaus spiele dabei eine große Rolle. „Doch wenn die Eltern seit langem arbeitslos sind, fehlt ihnen oft der Überblick, wohin sich Berufe entwickeln. Deshalb kommt der Schule bei der Berufsinformation eine große Rolle zu.“ Partner wie die Handwerkskammer können dabei helfen. 

So wurden bis Ende November 2007 durch das Projekt „Job-Chance“ 52 Lehrstellen im Umfeld der erneuerbaren Energien besetzt. 37 davon wurden als zusätzliche Ausbildungsplätze eingeworben. 
Und auch die Zahlen für 2008 stimmen bereits optimistisch: „Es sind bereits 33 Lehrstellen bereitgestellt worden, die es jetzt passgenau zu besetzten gilt“, freut sich Rosemarie Götze.

Weitere Informationen:
Ansprechprtnerin:

Rosemarie Götze
Projektbearbeiterin
Telefon: 0351  8087-557
Telefax: 0351 464034-557
E-Mail: rosemarie.goetze@
hwk-dresden.de