Veranstaltungsrückblick der Handwerkskammer Dresden


vis-à-vis-Awards 2016

Ines Eckstein (l.) mit Farhad Suleiman (2.v.l.) sowie Familie und Team erhielt den Preis von Manuela Salewski (2.v.r.).

vis-à-vis-Awards 2016

Unternehmen für Leistungen bei betrieblicher Integration ausgezeichnet

„Ich denke, dass wir das schaffen – das haben auch Sie bewiesen“, zeigte sich Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping im Rahmen der Verleihung des vis-à-vis-Awards 2016 beeindruckt von der Leistung sächsischer Firmen bei der Integration von ausländischen Mitarbeitern und Menschen mit Migrationshintergrund. Vier von ihnen – darunter zwei Handwerksbetriebe – wurden mit dem Unternehmenspreis von Handwerkskammer Dresden und dem Bildungszentrum der Sächsischen Wirtschaft (BSW) am 18. Oktober ausgezeichnet. Unter ihnen ist auch Friseurmeisterin Ines Eckstein aus Dippoldiswalde. Seit anderthalb Jahren arbeitet der syrische Flüchtling Farhad Suleiman in ihrem Salon. Ohne Deutschkenntnisse war der 29-Jährige nach Sachsen gekommen – am Küchentisch paukten Ines Eckstein, ihre Familie und ihr Team mit ihm Deutsch. Auch bei der Wohnungssuche, bei Behördengängen und Arztterminen sowie bei der Integration in den örtlichen Fußballverein halfen Eckstein und ihre Mitstreiter. Mittlerweile ist der Syrer fast zum Familienmitglied geworden und hat einen leichten sächsischen Akzent.

Auszeichnung als Ansporn

Gerührt nahm Eckstein daher auch in Begleitung von Farhad Suleiman und ihres gesamten Teams den „vis-à-vis-Award“ entgegen. „Farhads Integration ist eine Art Selbstläufer geworden. In unserer Kleinstadt kennt jeder jeden und es gibt viele, die ihn und uns unterstützen“, berichtet sie. Zugleich sieht sie die Auszeichnung aber auch als Ansporn. Denn trotz aller Unterstützung war es kein leichter Weg für das gesamte Salonteam. Manche Kunden wanden sich ab, andere verleumdeten sie. Die Auszeichnung ist damit auch Anerkennung, dass man den richtigen Weg gegangen ist. „Denn es gibt keinen anderen Weg als Engagement in der aktuellen Situation“, sind sich Eckstein und ihr Team sicher. Daher gibt es auch schon einen neuen Plan: Farhad Suleiman erhält eine eigene Barbier-Ecke im Salon.

Unterstützung in der gesamten Belegschaft für die Beschäftigung von zwei Syrern und eines Weißrussen fand auch Tischlermeister Axel Schuster, dessen Bautzner Tischlerei ebenfalls zu den Preisträgern des „vis-à-vis-Award“ 2016 gehört. Auch hier geht das Engagement weit über die betriebliche Integration hinaus. Trotz aller bürokratischen Hemmnisse setzte er sich dafür ein, dass einer seiner syrischen Mitarbeiter mit seiner Familie in eine gemeinsame Wohnung ziehen durfte und organisierte mit dem Krankenhaus Bautzen eine dringend benötigte medizinische Behandlung für dessen anderthalbjähriges Kind.

Die vier Preisträger – Friseurmeisterin Ines Eckstein, Tischlermeister Axel Schuster, Andreas Barth, Inhaber des Romantik-Hotels Schwanefeld, und Heike Domratius, Geschäftsführerin der Gemino Maschinenbau GmbH – mit Manuela Salewski, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Dresden (l.), Integrationsministerin Petra Köpping (Mitte) und BSW-Geschäftsführer Ralf Hübner (r.).

Die Verleihung des „vis-à-vis-Award“ nutzten Handwerkskammer Dresden und BSW zugleich, um Bilanz für das im November endende Projekt „Fit in KMU – Für Integration und Toleranz in kleinen und mittleren Unternehmen“ zu ziehen. Dabei war man zu dessen Beginn im Frühjahr 2015 noch von einer ganz anderen Ausgangssituation ausgegangen. „Ziel war es mit Blick auf den Fachkräftebedarf, Betriebe zu sensibilisieren, auch auf ausländische Mitarbeiter zu setzen. Doch dann wurden wir von der Flüchtlingsthematik eingeholt“, so Projektleiterin Annegret Umlauft von der Handwerkskammer Dresden. „Damit hat sich zwar unser Schwerpunkt etwas verschoben, doch wir konnten ganz aktuell Betriebe und Behörden mit unseren Beratungsangeboten unterstützen.“ Über 1.000 Teilnehmer nutzen in den vergangenen anderthalb Jahren die „Fit in KMU“-Schulungen.

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