Veranstaltungsrückblick der Handwerkskammer Dresden


Meisterfeier 2014

© André Wirsig

Meisterfeier 2014

Bundespräsident Gauck würdigt das Handwerk als wichtigen Akteur in der Mitte der Gesellschaft

407 Meister – darunter 51 Frauen – aus dem Bereich der Handwerkskammer Dresden haben heute in der Messe Dresden ihre Meisterbriefe erhalten. Den Meister-Absolventen wurde die besondere Ehre zuteil, dass der Bundespräsident Joachim Gauck als Festredner an der Veranstaltung teilnahm, sich im Vorfeld einige ausgestellte Meisterstücke anschaute und die besten zehn Absolventen 2014 persönlich auf der Bühne beglückwünschte. Es war die erste Meisterfeier, an der Bundespräsident Gauck innerhalb seiner Amtszeit teilnahm.

Joachim Gauck legte den Meisterinnen und Meistern „lebenslanges Lernen“ ans Herz, denn „Erfolg begegnet Menschen, die nicht stehenbleiben“. Gleichzeitig appellierte er an die Verantwortung der neuen Meisterinnen und Meister – und das „über das Erreichen schwarzer Zahlen“ hinaus – sich für die Gesellschaft und für das Gemeinwesen einzusetzen.

Dazu gehört für den Bundespräsidenten auch die Ausbildung junger Leute: „In Deutschland haben wir mit dem dualen Ausbildungssystem ein bewährtes Modell. Wenn wir unsere Spitzenposition bei der Ausbildung erhalten wollen, brauchen wir eine nachrückende Generation, die Bewährtes fortführt, aber zugleich die Lehrmethoden und Inhalte auf den Prüfstand stellt.“ Dabei sprach sich das Staatsoberhaupt auch für eine konsequente Durchlässigkeit aus – „für unsere Bildungslandschaft und für unsere Gesellschaft. Nur wenn Menschen durch eigene Leistung, Ehrgeiz und Fleiß aufsteigen können, wenn nicht die Herkunft für den beruflichen Erfolg den Ausschlag gibt, nur dann werden wir in Deutschland die Potenziale entfalten können, die bislang noch verborgen sind“, so Gauck.

Er ermutigte zudem die jungen Meister, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Denn allein in den kommenden zehn Jahren stünden bundesweit 200.000 Handwerksbetriebe vor der altersbedingten Übergabe, davon rund 3.000 im Kammerbezirk Dresden. Zum Abschluss seiner Festrede nannte der Bundespräsident den Meisterbrief ein „Versprechen für die Zukunft“. Wer ihn habe, könne vieles meistern.

Ein Grußwort überbrachte auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Er ging auf die Bedeutung des Handwerks für Sachsens Wirtschaft und auf die Verbindung von Handwerk mit Forschung und Entwicklung ein. So seien es die Handwerksbetriebe, die neu entwickelte Werkstoffe, Bearbeitungsverfahren und Werkzeuge an die Kunden bringen.

Eine gute Ausbildung von Handwerkern sei dabei der Schlüssel für ein innovatives Handwerk, so Tillich. „Deshalb setzt sich die neue sächsische Staatsregierung dafür ein, dass der Meisterbrief als Qualifikationsnachweis im Handwerk erhalten bleibt.“ Handwerkskammerpräsident Dr. Jörg Dittrich wertete die Anwesenheit solch hochrangiger Politiker als besondere Wertschätzung für die neuen Meister, für die Meisterqualifikation und für das gesamte Handwerk. Dies sei mit Blick auf die von der EU angeschobene Evaluierung der geregelten Berufe (wozu auch die meisterpflichtigen Berufe im Handwerk gehören) und auf den Trend der Akademisierung – bei der das Abitur und ein nachfolgender Hochschulabschluss vom gesellschaftlichen Status her höher bewertet werden als eine duale Berufsausbildung mit anschließendem Meister – ein wichtiges Zeichen. „Die Konsequenz lautet nicht weniger Abitur, sondern Abitur und trotzdem berufliche Bildung. Die Berufe des Handwerks verändern sich genauso schnell und gravierend durch die Digitalisierung der Gesellschaft wie alle anderen Bereiche“, so Präsident Dittrich.

Mit Blick auf den Fachkräftebedarf der Zukunft und auf die aktuelle Diskussion um Zuwanderung sagte der Handwerkskammerpräsident: „Im Handwerk zählt nicht, woher jemand kommt, sondern wohin man will.“ Zudem sagte er: „Mit dem Meisterbrief steht den Absolventen die Welt offen. Diese Chancen zu ergreifen, setzt aber auch eine Weltoffenheit voraus.“

Unter den diesjährigen 407 Meisterabsolventen waren 26 Handwerksberufe. Ganz vorn in der Hitliste stehen nach wie vor die Kraftfahrzeugtechniker mit 59 frisch gebackenen Meistern, gefolgt von Bäckern (38), Elektrotechnikern (37), Malern/Lackierer (35), Landmaschinenmechanikern (30) sowie den Friseuren, Orthopädieschuhmacher und Installateur und Heizungsbauern mit jeweils 20 Absolventen. Die neuen Meister stammen überwiegend aus Sachsen, aber auch aus anderen Bundesländern, z. B. Brandenburg, Bayern und Berlin. Der älteste Absolvent war ein 55-jähriger Maler- und Lackierermeister aus Lawalde-Lauba, jüngster war ein 20-jähriger Bäckermeister aus Alfhausen. Seit 1990 haben damit im Kammerbezirk Dresden rund 15.200 Handwerker ihre Meisterausbildung absolviert.

Ansprechpartner

Carolin Schneider
Pressesprecherin

Telefon: 0351 4640-406
Fax: 0351 4640-34406
E-Mail schreiben

Peggy Michel
Pressereferentin

Telefon: 0351 4640-404
Fax: 0351 4640-34404
E-Mail schreiben

Daniel Bagehorn
Pressereferent

Telefon: 0351 4640-405
Fax: 0351 4640-34405
E-Mail schreiben

Impressionen Meisterfeier 2014

Impressionen Meisterfeier 2014 – Begrüßung der Gäste