Inklusion – Menschen mit Behinderung

Inklusion in der betrieblichen Ausbildung – Teilhabe von Menschen mit Behinderung

Ausbildungsmöglichkeiten

Für Jugendliche, für die aufgrund der Art und Schwere der Behinderung keine reguläre Ausbildung möglich ist, kommt eine Ausbildung in den sog. „Fachpraktikerberufen“ nach § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG) und § 42m Handwerksordnung (HwO) in Frage.

Auf Antrag des Auszubildenden mit Handicap oder seines gesetzlichen Vertreters und bei Nachweis einer konkreten Ausbildungsmöglichkeit erlässt die zuständige Stelle hierbei spezielle Ausbildungsregeln, die sich an bekannten Berufsbildern orientieren. Dabei berücksichtigen die „Fachpraktikerregelungen“ die Bedürfnisse von behinderten Jugendlichen, indem z. B. bei Lernbehinderung die praktischen Ausbildungsinhalte überwiegen oder bei körperlicher Behinderung bestimmte praktische Anteile nicht absolviert werden müssen.

Folgende Ausbildungsregelungen sind bei der Handwerkskammer Dresden nach § 42 m HwO erlassen worden:

  • Fachpraktiker für Bäcker (3 Jahre)
  • Fachpraktiker für Elektroniker FR Energie- und Gebäudetechnik (3 Jahre)
  • Fachpraktiker für Fleischer (3 Jahre)
  • Fachpraktiker für Gebäudereiniger (3 Jahre)
  • Fachpraktiker für Metallbauer FR Konstruktionstechnik (3 Jahre)
  • Fachpraktiker für Tischler (3 Jahre)

Die Ausbildungsregelungen finden Sie als PDF-Dokument im Downloadbereich

Weiter Ausbildungsregelungen nach § 42 l HwO (Nachteilsausgleich) sind möglich:

  • Ausbaufacharbeiter (3 Jahre)
  • Bauten- und Objektbeschichter (3 Jahre)
  • Hochbaufacharbeiter (3 Jahre)
  • Tiefbaufacharbeiter (3 Jahre)

Es gelten die Ausbildungsrahmenpläne in sachlicher Gliederung, jedoch in zeitlich gestreckter Form.

 

Die Entscheidung, zur Teilhabe am Arbeitsleben treffen die Reha-Teams der zuständigen Agentur für Arbeit. Für die Entscheidung können die Fachdienste der Agentur für Arbeit wie z. Bsp. den Ärztlichen Dienst, den Berufspsychologischen Service oder den Technischen Beratungsdienst hinzugezogen werden.

Wie bei einer regulären betrieblichen Ausbildung wird der Ausbildungsvertrag zwischen Auszubildenden und Ausbildungsbetrieb geschlossen.

 

Um eine Vereinheitlichung und Durchstiegsmöglichkeiten in eine reguläre Ausbildung zu sichern, hat der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung im Dezember 2009 eine „Rahmenregelung für Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen gemäß § 66 BBiG/§ 42 HwO beschlossen.

Betriebliche Ausbildung

Die Voraussetzung für die Fachpraktikerausbildung im Ausbildungsbetrieb ist, dass der zuständige Ausbilder über eine sogenannte rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation für Ausbilder (ReZA) verfügt. Diese Zusatzqualifikation muss im Rahmen einer ca. 320 Stunden dauernden kostenpflichtigen Weiterbildung erworben werden.

Die Rahmenregelung von 2009 sieht in § 6 Abs. 3 vor, dass vom Erfordernis des Nachweises einer rehabilitationspädagogischen Zusatzqualifikation bei Betrieben abgesehen werden kann, wenn die Qualität der Ausbildung auf andere Weise sichergestellt ist.

Der Landesausschuss für Berufsbildung Sachsen sieht den Nachweis einer rehabilitationsspezifischen Zusatzqualifikation betrieblicher Ausbilder nach § 6 Abs. 3. Rahmenregelung für Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen gemäß § 66 BBiG / § 42m HwO als erfüllt an, wenn der Ausbildungsbetrieb durch Beteiligung geeigneter Externer sicherstellt, dass den behinderungsbedingten Anforderungen der Auszubildenden Rechnung getragen wird. Dies gilt als erfüllt, wenn

  • die betriebliche Ausbildung durch eine geeignete Bildungseinrichtung, die rehabilitationsspezifische Maßnahmen durchführt, begleitet wird (u. a. auch durch ausbildungsbegleitende Hilfen), oder 
  • die Auszubildenden durch Maßnahmen zur begleiteten betrieblichen Ausbildung für Menschen mit besonderem Förderbedarf nach § 117 Abs. 1 Nr. 1b SGB III (bbA) unterstützt werden, oder 
  • ein Berufseinstiegsbegleiter nach § 49 SGB III einen Absolventen einer Förderschule weiterhin im Betrieb betreut, oder 
  • ein Integrationsfachdienst nach § 109 SGB IX die betriebliche Ausbildung schwerbehinderter, insbesondere seelisch und lernbehinderter Jugendlicher begleitet. 

Außerbetriebliche Ausbildung

Sollte eine betriebliche Ausbildung nicht möglich sein, kommen auch außerbetriebliche Ausbildungsformen in Betracht, bei denen der Ausbildungsvertrag mit einem Bildungsträger geschlossen wird. Auch hier ist es erforderlich, dass der Ausbilder über eine rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation verfügt.
Ausbildungsbetriebe können als Kooperationspartner den praktischen Teil der Berufsausbildung ergänzen.

Unterstützungsmöglichkeiten für Betriebe

Die Ausbildungs- und Rechtsberater der Handwerkskammer, als auch die Agenturen für Arbeit und das Integrationsamt beraten und unterstützen Sie gerne.

Zusätzlich bietet das Dienstleistungsnetzwerk „support“ für sächsische KMU umfassende und kostenfreie Beratungs- und Unterstützungsleistungen zu Fördermöglichkeiten und Zuschüssen, zur Sensibilisierung von Mitarbeitern, zum Kündigungsschutz oder zur Schaffung von Barrierefreiheit. Weitere Informationen und Ansprechpartner erhalten Sie hier:

Unterstützungsmaßnahmen für Auszubildende

Ansprechpartner

Ausbildungsberatung
Thomas Götze

Telefon: 0351 4640-964
Fax: 0351 4640-34964
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Rechtsberatung
Uta Görbert

Telefon: 0351 4640-453
Fax: 0351 4640-34453
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