Inklusion – Menschen mit Behinderung

Inklusion – Menschen mit Behinderung

Teilhabe von Menschen mit Behinderung

Eine Beschäftigung oder Ausbildung von Menschen mit Behinderung im Handwerk – kann das gelingen?

Es kann gelingen, wenn wir unsere Vorurteile über Menschen mit Behinderung über Bord werfen und bereit sind z.B. im Rahmen einer Probebeschäftigung oder eines Praktikums Wege ins Handwerk zu öffnen. Dass ein Grad der Schwerbehinderung vorliegt, sieht man vielen Menschen nicht an – eine Schwerbehinderteneigenschaft kann auch auf Grund einer überstandenen Krebserkrankung, Gehörlosigkeit oder einer Diabetes bestehen. Entscheidend ist, ob die individuellen Fähigkeiten und Begabungen des Einzelnen den beruflichen Anforderungen im Handwerk entsprechen. Aus vielen kleinen und mittleren Handwerksbetrieben liegen Beispiele dafür vor, dass eine erfolgreiche Ausbildung oder Beschäftigung von Menschen mit Behinderung gelingen kann. Dazu gibt es zahlreiche Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten für eine erfolgreiche Inklusion im Arbeitsleben. 

Nehmen Sie bei Fragen Kontakt zu den Beratern der Handwerkskammer Dresden auf.

Wir unterstützen Sie gern!

Ansprechpartner

Ausbildungsberatung
Thomas Götze

Telefon: 0351 4640-964
Fax: 0351 4640-34964
E-Mail schreiben

Rechtsberatung
Uta Görbert

Telefon: 0351 4640-453
Fax: 0351 4640-34453
E-Mail schreiben

Inklusionspreis für die Wirtschaft 2018

Engagiert für mehr Inklusion in der Wirtschaft

Inklusionspreis für die Wirtschaft 2018

Die Wirtschaft benötigt Menschen mit Behinderungen. Immer mehr Arbeitgeber erkennen, dass sich die Inklusion von Menschen mit Behinderungen lohnt: Sie eröffnet neue Fachkräftepotenziale und schafft Vielfalt in Unternehmen. Genau das möchte der Inklusionspreis für die Wirtschaft zeigen. Er prämiert vorbildliche Praxisbeispiele in der Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung, aber auch in der Weiterbeschäftigung leistungsgewandelter Mitarbeitender. Sein Ziel: Andere Arbeitgeber zum Nachmachen einladen und Impulse für mehr Inklusion in der Wirtschaft geben.

Bewerbungsphase gestartet

Noch bis zum 15. Oktober 2017  können  Unternehmen aller Größen und Branchen für den "Inklusionspreis für die Wirtschaft 2018" vorgeschlagen werden – oder sich selbst bewerben. mehr lesen

Informationen für Handwerksbetriebe

Ausbildungsmöglichkeiten

Für Jugendliche, für die aufgrund der Art und Schwere der Behinderung keine reguläre Ausbildung möglich ist, kommt eine Ausbildung in den sog. „Fachpraktikerberufen“ nach § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG) und § 42m Handwerksordnung (HwO) in Frage.

Auf Antrag des Auszubildenden mit Handicap oder seines gesetzlichen Vertreters und bei Nachweis einer konkreten Ausbildungsmöglichkeit erlässt die zuständige Stelle hierbei spezielle Ausbildungsregeln, die sich an bekannten Berufsbildern orientieren. Dabei berücksichtigen die „Fachpraktikerregelungen“ die Bedürfnisse von behinderten Jugendlichen, indem z. B. bei Lernbehinderung die praktischen Ausbildungsinhalte überwiegen oder bei körperlicher Behinderung bestimmte praktische Anteile nicht absolviert werden müssen.

Folgende Ausbildungsregelungen sind bei der Handwerkskammer Dresden nach § 42 m HwO erlassen worden:

  • Fachpraktiker für Bäcker (3 Jahre)
  • Fachpraktiker für Elektroniker FR Energie- und Gebäudetechnik (3 Jahre)
  • Fachpraktiker für Fleischer (3 Jahre)
  • Fachpraktiker für Gebäudereiniger (3 Jahre)
  • Fachpraktiker für Metallbauer FR Konstruktionstechnik (3 Jahre)
  • Fachpraktiker für Tischler (3 Jahre)
  • Die Ausbildungsregelungen finden Sie als PDF-Dokument im Downloadbereich

Weiter Ausbildungsregelungen nach § 42 l HwO (Nachteilsausgleich) sind möglich:

  • Ausbaufacharbeiter (3 Jahre)
  • Bauten- und Objektbeschichter (3 Jahre)
  • Hochbaufacharbeiter (3 Jahre)
  • Tiefbaufacharbeiter (3 Jahre)
  • Es gelten die Ausbildungsrahmenpläne in sachlicher Gliederung, jedoch in zeitlich gestreckter Form.

Die Entscheidung, zur Teilhabe am Arbeitsleben treffen die Reha-Teams der zuständigen Agentur für Arbeit. Für die Entscheidung können die Fachdienste der Agentur für Arbeit wie z. Bsp. den Ärztlichen Dienst, den Berufspsychologischen Service oder den Technischen Beratungsdienst hinzugezogen werden.

Wie bei einer regulären betrieblichen Ausbildung wird der Ausbildungsvertrag zwischen Auszubildenden und Ausbildungsbetrieb geschlossen.

 

Um eine Vereinheitlichung und Durchstiegsmöglichkeiten in eine reguläre Ausbildung zu sichern, hat der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung im Dezember 2009 eine „Rahmenregelung für Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen gemäß § 66 BBiG/§ 42 HwO beschlossen.

 

Betriebliche Ausbildung

Die Voraussetzung für die Fachpraktikerausbildung im Ausbildungsbetrieb ist, dass der zuständige Ausbilder über eine sogenannte rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation für Ausbilder (ReZA) verfügt. Diese Zusatzqualifikation muss im Rahmen einer ca. 320 Stunden dauernden kostenpflichtigen Weiterbildung erworben werden.

Die Rahmenregelung von 2009 sieht in § 6 Abs. 3 vor, dass vom Erfordernis des Nachweises einer rehabilitationspädagogischen Zusatzqualifikation bei Betrieben abgesehen werden kann, wenn die Qualität der Ausbildung auf andere Weise sichergestellt ist.

Der Landesausschuss für Berufsbildung Sachsen sieht den Nachweis einer rehabilitationsspezifischen Zusatzqualifikation betrieblicher Ausbilder nach § 6 Abs. 3. Rahmenregelung für Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen gemäß § 66 BBiG / § 42m HwO als erfüllt an, wenn der Ausbildungsbetrieb durch Beteiligung geeigneter Externer sicherstellt, dass den behinderungsbedingten Anforderungen der Auszubildenden Rechnung getragen wird. Dies gilt als erfüllt, wenn

  • die betriebliche Ausbildung durch eine geeignete Bildungseinrichtung, die rehabilitationsspezifische Maßnahmen durchführt, begleitet wird (u. a. auch durch ausbildungsbegleitende Hilfen), oder 
  • die Auszubildenden durch Maßnahmen zur begleiteten betrieblichen Ausbildung für Menschen mit besonderem Förderbedarf nach § 117 Abs. 1 Nr. 1b SGB III (bbA) unterstützt werden, oder 
  • ein Berufseinstiegsbegleiter nach § 49 SGB III einen Absolventen einer Förderschule weiterhin im Betrieb betreut, oder 
  • ein Integrationsfachdienst nach § 109 SGB IX die betriebliche Ausbildung schwerbehinderter, insbesondere seelisch und lernbehinderter Jugendlicher begleitet. 
    Außerbetriebliche Ausbildung

Sollte eine betriebliche Ausbildung nicht möglich sein, kommen auch außerbetriebliche Ausbildungsformen in Betracht, bei denen der Ausbildungsvertrag mit einem Bildungsträger geschlossen wird. Auch hier ist es erforderlich, dass der Ausbilder über eine rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation verfügt.
Ausbildungsbetriebe können als Kooperationspartner den praktischen Teil der Berufsausbildung ergänzen.

Unterstützungsmöglichkeiten für Betriebe

Die Ausbildungs- und Rechtsberater der Handwerkskammer, als auch die Agenturen für Arbeit und das Integrationsamt beraten und unterstützen Sie gerne.

Zusätzlich bietet das Dienstleistungsnetzwerk „support“ für sächsische KMU umfassende und kostenfreie Beratungs- und Unterstützungsleistungen zu Fördermöglichkeiten und Zuschüssen, zur Sensibilisierung von Mitarbeitern, zum Kündigungsschutz oder zur Schaffung von Barrierefreiheit. Weitere Informationen und Ansprechpartner erhalten Sie hier:

Unterstützungsmaßnahmen für Auszubildende

  • Einstiegsqualifizierung (EQ) 
  • Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH)
  • Assistierte Ausbildung (AsA)
  • Begleitete betriebliche Ausbildung (bbA)

 

Beschäftigung

Da die Schaffung von Arbeitsplätzen von Menschen mit Behinderung einen erhöhten Aufwand darstellen kann, existieren eine Vielzahl von unterschiedlichen finanziellen Fördermöglichkeiten, z.B. Eingliederungszuschüsse oder Hilfen für die behinderungsgerechte Gestaltung eines Arbeitsplatzes. Beratung erhalten Arbeitgeber bei der Agentur für Arbeit oder beim Integrationsamt – in Sachsen dem Kommunalen Sozialverband (KSV).  Weitere Informationen finden Sie hier.

 
Support

Hinter dem Namen „Support“ verbirgt sich ein Dienstleistungsnetzwerk, das Arbeitgeber in allen Fragen der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung unterstützt. Zum Beispiel bei der Suche von geeigneten Arbeitnehmern, bei der Klärung von Fördermöglichkeiten und Zuschüssen, bei Fragen zur behinderungsgerechte Ausstattung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie bei der Sicherung von  Arbeitsverhältnissen und bei Konflikten. Weitere Informationen finden Sie hier. Nutzen Sie das Angebot!

Ansprechpartner

Ausbildungsberatung
Thomas Götze

Telefon: 0351 4640-964
Fax: 0351 4640-34964
E-Mail schreiben

Rechtsberatung
Uta Görbert

Telefon: 0351 4640-453
Fax: 0351 4640-34453
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Informationen für Menschen mit Behinderung

Sie interessieren sich für ein Praktikum, eine Ausbildung oder eine Beschäftigung in einem Handwerksbetrieb? In unseren Betriebsbörsen können Sie nach passenden Angeboten suchen oder selbst eine Anzeige veröffentlichen.

Unterstützung erhalten Menschen mit Behinderung beim Integrationsamt. Im Freistaat Sachsen nimmt die Aufgaben des Integrationsamtes der Kommunale Sozialverband (KSV) wahr. Weitere Informationen finden Sie hier

Daneben gibt es eine Vielzahl von Stellen, die Menschen mit Behinderung beraten.

Ansprechpartner

Ausbildungsberatung
Thomas Götze

Telefon: 0351 4640-964
Fax: 0351 4640-34964
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Rechtsberatung
Uta Görbert

Telefon: 0351 4640-453
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Rechtliche Hintergründe

Von Behinderung spricht man, wenn körperliche Funktionen, geistige Fähigkeiten oder die seelische Gesundheit eingeschränkt sind und diese die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschweren. Das heißt: Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist (§ 2 Neuntes Sozialgesetzbuch). Dabei spielt es keine Rolle, ob die Behinderung auf Krankheit oder Unfall beruht oder ob sie angeboren ist. Ob eine Behinderung vorliegt, kann nur individuell und unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles beurteilt werden.

Liegt ein Grad der Behinderung von 50 und mehr vor, spricht man von Schwerbehinderung. Liegt ein Grad der Behinderung von wenigstens 30 vor, ist auf Antrag eine Gleichstellung möglich.

Arbeitnehmer mit einer Schwerbehinderung und denen gleichstellte Menschen genießen nach einer Dauer des Arbeitsverhältnisses von mehr als 6 Monaten einen besonderen Kündigungsschutz. Eine Kündigung bedarf der vorherigen Zustimmung des Integrationsamtes. Eine Kündigung während der ersten 6 Monate der Beschäftigung ist vom Arbeitgeber innerhalb von 4 Tagen gegenüber dem Integrationsamt anzuzeigen.

Arbeitnehmer mit einer für das ganze Jahr anerkannten Schwerbehinderteneigenschaft haben Anspruch auf einen Zusatzurlaub in Höhe von 5 Arbeitstagen. Gleichgestellte haben keinen Anspruch auf Zusatzurlaub. Besteht die Schwerbehinderteneigenschaft nicht während des gesamten Kalenderjahres, so hat der schwerbehinderte Arbeitnehmer für jeden vollen Monat der im Beschäftigungsverhältnis vorliegenden Schwerbehinderteneigenschaft einen Anspruch auf ein Zwölftel des Zusatzurlaubs.

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Rechtsberatung
Uta Görbert

Telefon: 0351 4640-453
Fax: 0351 4640-34453
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