Interkulturelle Öffnung von kleinen und mittleren Betrieben (Praxis-Check)

© Anita Schiffer-Fuchs

Interkulturelle Öffnung von kleinen und mittleren Betrieben (Praxis-Check)

Integration durch Qualifizierung (IQ)

Ausgangssituation

In den letzten Jahren sind viele Menschen, auf der Suche nach einem sicheren Leben, nach Deutschland geflüchtet. Viele dieser Menschen haben in ihrem Heimatland bereits in einem Beruf gearbeitet oder andere berufspraktische Erfahrungen gesammelt. Die Gruppe der Neuzugewanderten verfügt damit über ein großes Potential sich produktiv in die deutsche Wirtschaft einzubringen und die durch demographische Entwicklung und andere Prozesse entstandenen Missverhältnisse auszugleichen.

Auf der Flucht sind jedoch teilweise die Dokumente und Zeugnisse über frühere Beschäftigungen oder abgeschlossene Ausbildungen verloren gegangen oder konnten nicht mitgenommen werden. Damit besteht kein offizieller Nachweis, der vorhegende Tätigkeiten belegen kann und damit auch wenig Chance auf eine Anerkennung des Abschlusses in Deutschland sowie die schnelle Weitervermittlung in Arbeit oder entsprechende Fördermaßnahmen.

Durch den Praxischeck können vorhandene berufspraktische Fertigkeiten und Fähigkeiten erprobt werden, um eine Aussage über den Kenntnisstand der Geflüchteten zu erlauben.
Dabei werden die zentralen praktischen Aspekte des handwerklichen Berufs von erfahrenen Ausbilderinnen und Ausbildern begleitet und eingeschätzt.

Am Ende des Praxischecks erhält jeder Teilnehmer einen Abschlussbericht, der die gezeigten Leistungen zusammenfasst und den aktuellen Kenntnisstand widergibt.

Weiterhin gibt es im Rahmen des Projekts die Möglichkeit verschiedene Seminare zu  dem Thema Arbeitsmarktintegration von Zugewanderten.

Dabei werden Aspekte, wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen, Möglichkeiten der Unterstützung sowie Hinweise zu einer erfolgreichen betrieblichen Integration besprochen.
Dies soll eine solide theoretische Basis mit vielen wichtigen Informationen für interessierte Firmen und Institutionen schaffen. Die Absicht ist es die Hürden, die bei der Aufnahme oder Vermittlung von Geflüchteten in eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle entstehen abzubauen.

Projektziel

Es soll eine professionelle Einschätzung der vorhandenen berufspraktischen Fertigkeiten und Fähigkeiten erfolgen, um beim Fehlen formaler Nachweise den jeweiligen Kenntnisstand der Geflüchteten in einem bestimmten Berufsfeld zu ermitteln.
Auf dieser Grundlage können eine direkte Vermittlung in Arbeit oder eine zielgenaue Förderung der vorhandenen Grundlagen erfolgen, um den Berufseinstieg in Deutschland zu ermöglichen.

Begleitend zum Praxisheck bieten wir Seminare zur Aufklärung über rechtliche Bestimmungen, Integrations- und Konfliktlösungsstrategien sowie mögliche Hilfen, die bei der Vermittlung in Arbeit oder der Aufnahme einer Ausbildung/Arbeitsstelle von Bedeutung sind an. Diese Seminare sollen für das Thema sensibilisieren und eine Informationsgrundlage aufbauen, um Bedenken zu minimieren und die Chancen zu nutzen.

Projektlaufzeit

01.01.2016 bis 31.12.2018

Projektschwerpunkte:

  • gibt Neuzugewanderten die Möglichkeit einen formalen Nachweis über praktische Fertigkeiten und Fähigkeiten in einem Berufsfeld zu erlangen
  • ca. einwöchige Erprobung vorhandener berufspraktischer Kenntnisse durch erfahrene Ausbilder
  • abschließender Bericht gibt Einschätzung des aktuellen Kenntnisstandes und damit über weitere berufliche Perspektiven sowie den individuellen Förderbedarf
  • Seminare zu den gesetzlichen Grundlagen, institutioneller Unterstützung und Vermittlung von Integrations- und Konfliktlösungsansätzen, um Vorbehalte abzubauen und über den Nutzen einer Einstellung von Geflüchteten aufzuklären

Das bundesweite Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" hat das Ziel, die Arbeitsmarktchancen von erwachsenen Migrantinnen und Migranten in Deutschland zu verbessern. Von zentralem Interesse ist, dass im Ausland erworbene Berufsabschlüsse - unabhängig vom Aufenthaltstitel - häufiger in eine bildungsadäquate Beschäftigung münden.

Handlungsschwerpunkte in IQ sind:

  • Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung 
  • Qualifizierung im Kontext der Anerkennung 
  • Interkulturelle Kompetenzentwicklung

Mögliche Berufe für den Praxischeck:

  • Bauten- und Objektbeschichter
  • Tischler
  • Maler und Lackier
  • Schweißer                  
  • Maßschneider
  • Raumausstatter
  • Friseur
  • Feinwerkmechaniker
  • Elektroniker
  • Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
  • Bäcker
  • Kraftfahrzeugmechatroniker
  • Maurer
  • Fahrzeuglackierer
  • Metallbauer
  • Zahntechniker
  • weitere Berufe nach Absprache möglich

Ansprechpartner

Tim Heßler
Projektmitarbeiter

Telefon: 0351 8087-553
Fax: 0351 4640-34553
E-Mail schreiben

gefördert von: